Die kurze Antwort: Für den Kalk zählt die Härte, genauer ihr Karbonatanteil; vor Korrosion warnt die SCAE bei zu niedriger Alkalinität (unter 40 ppm CaCO3). Für den Geschmack zählte in einer Studie der Universität Kopenhagen eher das Hydrogencarbonat (Rune u. a., Journal of Food Science, 2026, ein Kaffee, French Press). Ein Zusatz von 240 mg/l Hydrogencarbonat veränderte den Kaffee deutlich, Calcium bis 264 mg/l und Magnesium bis 80 mg/l taten das für sich allein nicht, wobei Calcium beim Duo-Trio-Verfahren mit p = 0,054 knapp über der Signifikanzgrenze lag. SCAA, SCAE und Wellinger nennen unterschiedliche Zielbereiche für die Härte, und wie oft du entkalkst, steht in der Anleitung deiner Maschine.
Härte herausfinden und an der Maschine einstellen
Frag zuerst den Wasserversorger. Der Betreiber einer zentralen Wasserversorgungsanlage muss im Internet die Wasserhärte nach § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG) ausweisen, dazu den Calcium-, Magnesium- und Kaliumgehalt in mmol/l und mg/l (Trinkwasserverordnung, Fassung 2023, § 46 Abs. 1 Nr. 3). Hydrogencarbonat oder die Säurekapazität verlangt diese Vorschrift nicht. Siemens und Jura stellen die Härte in °dH ein, veröffentlicht dein Versorger mmol/l, rechnest du mit 5,608 °dH je mmol/l um (SCAE-Tabelle 1). Hamburg Wasser, das Beispiel weiter unten, veröffentlicht den Wert je Wasserwerk, nicht je Stadt: Such also nach dem Werk, das dein Haus beliefert.
Der Teststreifen ist der zweite Weg, vor allem für die Einstellung an der Maschine. Drei Hersteller beschreiben ihn ähnlich und rechnen mit einer Minute Wartezeit. De’Longhi taucht den Reaktionsstreifen etwa eine Sekunde ein, nach etwa einer Minute erscheinen ein bis vier rote Quadrate, jedes entspricht einer Stufe. Siemens lässt den Streifen kurz eintauchen, abtropfen und eine Minute warten. Bei Jura hältst du das Aquadur-Teststäbchen eine Sekunde unter fließendes Wasser, schüttelst es ab und liest nach etwa einer Minute an den Verfärbungen und der Packungsbeschreibung ab.
Siemens ordnet beim EQ600 vier Stufen zu (1 bis 7, 8 bis 14, 15 bis 21 und 22 bis 30 °dH, ab Werk Stufe 4) und schreibt, die richtige Einstellung sei wichtig, damit das Gerät rechtzeitig zum Entkalken auffordert. Unsere Folgerung: Die Maschine verrechnet die eingestellte Härte mit Betriebszeit oder Wassermenge, ein zu niedriger Wert schiebt die Aufforderung nach hinten, ein zu hoher zieht sie vor. Bei der Philips LatteGo 5500 hat die Maschine fünf Härtegrade, ab Werk steht Grad 4 für hartes Wasser, und mit der richtigen Einstellung entkalkst du laut unserem Review nicht öfter als nötig. Jura lässt 1 bis 30 °dH zu. Die übrigen Einstellungen eines Vollautomaten behandelt der Ratgeber Kaffeevollautomat einstellen.
Mit eingesetztem Filter geht die Einstellung teils gar nicht. Bei der Nivona NICR 790 lässt sich die Härte laut unserem Review nur im Betrieb ohne Filter einstellen, bei der Melitta CI Touch mit Filter überhaupt nicht. Die Melitta Solo springt mit eingesetzter PRO AQUA Filterpatrone von selbst auf Stufe 1.
Gesamthärte, Karbonathärte, Säurekapazität
Gesamthärte ist die Summe der Erdalkali-Ionen, vor allem Calcium und Magnesium (Spektrum Lexikon der Chemie); das Umweltbundesamt beschreibt Wasserhärte ebenso als gelöstes Calcium und Magnesium. Die Karbonathärte, auch vorübergehende oder temporäre Härte, ist nach der SCAE Water Chart (Wellinger, Smrke und Yeretzian von der ZHAW; das Dokument nennt kein Jahr, die PDF-Metadaten nennen 2016, hochgeladen wurde die Datei 2017) nur der Teil der Gesamthärte, der dem Hydrogencarbonat entspricht. Der Rest heißt Nichtkarbonathärte oder bleibende Härte, stammt meist aus Sulfaten oder Chloriden und bildet keinen Kalk. Der Name vorübergehend kommt laut Lexikon daher, dass beim Kochen die Hydrogencarbonate von Calcium und Magnesium zerfallen und sich als schwerlösliche Carbonate absetzen, als Kesselstein.
Das Lexikon hält es für exakter, statt der Karbonathärte den Säureverbrauch (Alkalität) anzugeben, und die SCAE-Autoren schreiben, Karbonathärte sei nicht unbedingt dasselbe wie Alkalinität. Für die Kalkmenge gilt nach SCAE: Der niedrigere der beiden Werte, Härte oder Hydrogencarbonat-Äquivalent, bestimmt, wie viel Kalk sich theoretisch höchstens bilden kann.
Wie das in einer echten Analyse aussieht, zeigt Hamburg Wasser für das Grundwasserwerk Schnelsen (Analysewerte 2025, die Analyse gilt nur für dieses Wasserwerk): Gesamthärte im Mittel 13,96 °dH (Minimum 13,7, Maximum 14,2), Karbonathärte 9,9 °dH, Säurekapazität bis pH 4,3 von 3,54 mmol/l, dazu 85 mg/l Calcium und 9 mg/l Magnesium. Nach dem Gesetz ist das Wasser mittel. Gerechnet mit den SCAE-Faktoren (7,147 mg/l Calcium und 4,334 mg/l Magnesium je °dH), ergeben Calcium und Magnesium 13,97 °dH, das passt zur genannten Gesamthärte. Die Säurekapazität entspricht rund 216 mg/l Hydrogencarbonat, und mit dem SCAE-Faktor 2,804 °d je mmol/l sind 3,54 mmol/l rund 9,9 °d, also die genannte Karbonathärte. Zwischen Gesamt- und Karbonathärte liegen gut 4 °dH, für den Kalk zählen in diesem Wasser also höchstens 9,9.
Kalk und Korrosion: was die Maschine betrifft
Kalk entsteht nach der SCAE-Chart hauptsächlich aus Calciumcarbonat, seine Bildung hängt von Carbonat und Calcium ab. Die Stadtwerke Augsburg schreiben in einem Informationsblatt ohne Datum, nennenswerte Kalkablagerungen und Kesselstein träten erst auf, wenn Wasser auf über 60 °C erhitzt wird. Unsere Folgerung: In einer Kaffeemaschine sitzt Kalk vor allem dort, wo erhitzt wird, also in Boiler, Thermoblock und Heizelement. Siemens nennt allerdings auch Kalkablagerungen im Wassertank (Anleitung EQ600, Kapitel Wasserhärte ermitteln), der Tank ist also nicht ausgenommen.
Was Kesselstein anrichtet, beschreiben die SCAE-Autoren so: schlechtere Wärmeübertragung, verstopfte Ventile und Düsen. Ihr Rechenbeispiel geht von 100 Getränken am Tag zu je 0,1 Liter aus, Spülen eingerechnet. Bei 30, 100 und 200 mg Kalk je Liter Wasser können sich 110 g, 365 g und 730 g Kalk im Jahr bilden. Die Herstellerangaben sind konkreter, aber unbelegt. durgol beziffert den Mehrverbrauch nach internen Versuchen auf 8,1 Prozent Energie je Millimeter Kalk. WMF schreibt in der Anleitung der Stelio Aroma, Kalk führe zu längerer Brühzeit, schlechterer Kaffeequalität, Energieverlust und kürzerer Lebensdauer. Jura führt an, verengte Leitungen verlängerten die Aufheizzeit und erhöhten den Stromverbrauch.
Die Gegenseite ist Korrosion, und sie hat andere Ursachen als Kalk. Nach der SCAE droht sie bei Alkalinität unter 40 ppm CaCO3 und bei hohem Chlorid-, Sulfat- oder Nitratanteil.
Gesundheitlich ist hartes Wasser nach dem Umweltbundesamt unbedenklich: Mit höherem Calcium- und Magnesiumgehalt sei es nicht schädlich, sondern positiv zu bewerten.
Was Studien und Fachgremien zum Geschmack sagen
Der Deutsche Kaffeeverband schreibt in seiner FAQ, ein Kaffeegetränk bestehe zu etwa 98 Prozent aus Wasser, Salze und Mineralstoffe seien wichtige Geschmacksträger, das Wasser solle sauerstoff- und mineralstoffhaltig sein und schnell erhitzt werden. Schlecht sei hartes, kalkhaltiges und gechlortes Wasser, weil es sich negativ auf den Geschmack auswirke. Auch Gerätehersteller äußern sich zum Geschmack: Jura schreibt, Kalk sei in geringer Menge ein Geschmacksträger, zu viel führe zu einem fahlen Beigeschmack, und laut Siemens beeinflusse der Kalkgehalt Aroma und Crema. Brita trennt: Die Gesamthärte beeinflusse den Geschmack nicht, die temporäre Härte schon, nämlich bei Speisen und Getränken mit heißem Wasser. De’Longhi spricht laut unserem Review zum Wasserfilter DLSC002 auf der deutschen Produktseite vom intensiven Geschmack und natürlichen Aroma eines guten Kaffees.
Eine mögliche Erklärung kommt aus einem Rechenmodell. Von Hendon, Colonna-Dashwood und Colonna-Dashwood (2014, Journal of Agricultural and Food Chemistry 62(21), 4947 bis 4950) kennen wir nur den Abstract, der Volltext war gesperrt. Die Autoren berechneten mit Dichtefunktionaltheorie, wie stark Natrium-, Magnesium- und Calcium-Ionen an fünf Kaffeesäuren, Koffein und Eugenol binden, und leiteten daraus einen Mechanismus und eine ideale Mineralzusammensetzung ab. Nach der Wiedergabe bei Rune u. a. blieb die Arbeit theoretisch, Sensorikdaten zur Prüfung wurden nicht erhoben; im Modell binde Magnesium stärker an Geschmacksstoffe als Calcium, was eine bessere Extraktion nahelege.
Messungen am Kaffee, die wir gefunden haben, stützen das nicht. Bratthäll, Figueira und Nording (Heliyon 10(5), e26625, 2024) setzten Magnesium- und Calciumchlorid vor und nach dem Brühen zu und maßen Citronen-, Äpfel-, Milch- und Chinasäure mit GC-MS und NMR. Bei trinkwassertypischen Konzentrationen fanden sie nur begrenzte Unterschiede im Säuregehalt, bei zehnfach höheren deutlichere. Weil die Zugabe vor und nach dem Brühen meist ähnliche Gehalte ergab, liege nahe, dass die Säureextraktion unabhängig von der Wasserzusammensetzung abläuft, Wechselwirkungen nach dem Brühen könnten den Geschmack aber beeinflussen. Auch die SCAE-Autoren konnten den angenommenen Effekt der Härte auf die Extraktionsausbeute (Hendon u. a. 2014) in ihrer eigenen Versuchsreihe mit einem Kaffee-Refraktometer nicht bestätigen. Einen deutlichen Einfluss auf Geschmacksbalance und Aroma sahen sie nach eigener Angabe trotzdem.
Marco Wellinger (ZHAW) schreibt im SCA-Magazin 25 (Ausgabe 9, laut Seitenmetadaten 2019), zur Gesamthärte gebe es keine klaren Antworten. Beobachtungen nennten überextrahierten Geschmack über 250 ppm CaCO3 und unterextrahierten unter 40, Messungen deuteten aber darauf hin, dass die Gesamthärte die Extraktionseffizienz zwischen 20 und 250 ppm CaCO3 unerheblich beeinflusst.
Die neueste Arbeit, die wir gefunden haben, stammt von Rune u. a. (Universität Kopenhagen, Journal of Food Science 91(9), e71434, September 2026, online am 16. September 2026). Sie brühten einen kolumbianischen Kaffee mittlerer Röstung in der French Press, 50 g Kaffee auf 900 g Wasser (etwa 55,6 g/l), 92 °C, 4 Minuten, und verglichen reines Wasser mit Zusätzen von Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat. Dazu kamen Unterschiedsprüfungen nach dem Duo-Trio-Verfahren in zwei Sitzungen mit 31 und 25 ungeschulten Personen und zwei beschreibende Sensorikanalysen mit je 10 geschulten Prüfern.
Härte allein erzeugte keine auffälligen Geschmacksunterschiede, weder durch Calcium bis 264 mg/l noch durch Magnesium bis 80 mg/l; beim Calcium war nur die niedrigste Stufe (15 mg/l, p = 0,022) signifikant, ohne Dosis-Wirkungs-Muster, und die höchste (240 mg/l) lag mit p = 0,054 knapp darüber (die Autoren schreiben, sie nähere sich der Signifikanz). Hydrogencarbonat dagegen veränderte die Tasse: 120 mg/l waren gerade signifikant (p = 0,049), 240 mg/l deutlich (p unter 0,001). In der zweiten beschreibenden Analyse unterschied sich der Kaffee mit 264 mg/l Calcium in keinem Merkmal vom Kaffee aus reinem Wasser, ein Zusatz von 300 mg/l Hydrogencarbonat dagegen senkte die Säure auf der 15-cm-Skala von 12,0 auf 2,9, die Fruchtigkeit von 10,2 auf 2,4 und die Komplexität von 8,7 auf 4,6, die Bitterkeit stieg von 6,9 auf 9,5. Die 300 mg/l sind die zugesetzte Menge, im Wasser titrierten die Autoren für diese Probe 253 mg/l, nach Korrektur um den Minderbefund der Methode (13 Prozent) 286 mg/l. Der pH des Kaffees stieg von 4,73 (reines Wasser) auf 5,19 (Tabelle 6 der Studie, derselbe Kaffee); bei drei weiteren Kaffees lag er mit 300 mg/l Hydrogencarbonat im Mittel bei 5,53 gegen 4,88 mit reinem Wasser (Tabelle 7). Die Autoren deuten den Effekt über die Pufferung: Hydrogencarbonat neutralisiere organische Säuren. Zugesetzt wurde es als Natriumhydrogencarbonat, das Natrium kam also mit in die Tasse, und eine Kontrolle mit Natrium allein beschreibt die Studie nicht.
Zum Einordnen: Nach unserer Umrechnung mit den SCAE-Faktoren sind 120, 240 und 300 mg/l Hydrogencarbonat 5,5, 11,0 und 13,8 °d Alkalinität. Die Autoren nennen für dänisches Leitungswasser typisch 200 bis 400 mg/l Hydrogencarbonat und für Kopenhagener Leitungswasser typisch 110 mg/l Calcium und 20 mg/l Magnesium. Das Wasser aus Schnelsen liegt mit rund 216 mg/l Hydrogencarbonat am unteren Rand dieser dänischen Spanne.
Die Grenzen der Studie benennen die Autoren selbst: ein Kaffee, ein Röstgrad, ein Brühverfahren (die Befunde lassen sich nach ihrer Aussage nicht auf andere Herkünfte und Röstgrade übertragen), keine Messung von TDS und Extraktionsausbeute (kleine Extraktionsunterschiede sind also nicht ausgeschlossen), keine Befragung von Verbrauchern. Beim Mischen von Calcium und Hydrogencarbonat fiel Calciumcarbonat aus und senkte das wirksame Hydrogencarbonat. Ihr Schluss: Die engen Härtefenster der Brühwasser-Empfehlungen spiegelten eher Maschinenschutz als einen nachweisbaren Geschmacksvorteil, der Bereich beim Hydrogencarbonat bleibe sensorisch sinnvoll. Erfahrene Cupper, räumen sie ein, könnten feine Unterschiede wahrnehmen.
Das passt zu älterer Sensorik, die Rune u. a. zitieren (aus zweiter Hand, die Originale haben wir nicht geöffnet): Lockhart, Tucker und Merritt (1955) und Pangborn, Trabue und Little (1971) beschrieben aus destilliertem Wasser zu saure Aufgüsse, aus Wasser mit hohem Carbonatgehalt flache und bittere.
Den Mechanismus erklärt Wellinger so: Die wahrgenommene Säure einer Tasse entspricht den extrahierten Säuren minus der Alkalinität des Wassers, und wichtiger als der pH ist die Alkalinität. Das Getränkeverhältnis unterscheidet sich zwischen den Zubereitungen um bis zum Faktor 10 (Ristretto 1,5, Filter 15), deshalb steht bei Espressozubereitungen nur rund ein Zehntel der Alkalinität pro Kaffeesäure zur Verfügung wie beim Filterkaffee, und Espresso verträgt mehr davon. Die SCAE-Autoren schreiben ergänzend: Über 100 ppm CaCO3 Alkalinität entsteht beim Neutralisieren der Kaffeesäuren durch Hydrogencarbonat viel Kohlendioxid, das die Extraktionszeit verlängert und zu Überextraktion führen kann, und mit mehr Natrium verstärkt sich der Effekt. Auch Wasser mit hoher Gesamthärte kann nach ihrer Aussage einen Filteraufguss von hoher Qualität ergeben.
Zielwerte für Brühwasser: drei Zahlenbereiche, zwei Quellen ohne Zielwert
| Quelle | Härte | Alkalinität | Weitere Angaben |
|---|---|---|---|
| SCAA-Standard (Beeman, Songer, Lingle 2011, dargestellt von Emma Sage, SCAA, 2013) | Calciumhärte 17 bis 85 mg/l, Ziel 51 bis 68 mg/l (unsere Umrechnung: 0,95 bis 4,8 und 2,9 bis 3,8 °dH) | Gesamtalkalinität etwa 40 mg/l | pH 6,5 bis 7,5 (Ziel 7), TDS 75 bis 250 mg/l (Ziel 150), Chlor 0, Natrium unter 30 mg/l (Ziel 10 mg/l) |
| SCAE Water Chart (ZHAW-Autoren, Zusammenfassung Punkt 4) | Gesamthärte 50 bis 175 ppm CaCO3 (rund 2,8 bis 9,8 °d, im Dokument 2,9 bis 9,8) | 40 bis 75 ppm CaCO3 (2,2 bis 4,2 °d) | pH 6,5 bis 8, geruchsfrei, frei von Chlor, Hypochlorit und Chloraminen, elektrische Leitfähigkeit unter dem Dreifachen der Alkalinität |
| Wellinger, SCA 25 Magazine, Ausgabe 9 (Vorschlag aus Wellingers Forschung für die laufende Diskussion im SCA-Standardkomitee, kein beschlossener Standard) | ab 20 ppm CaCO3, Untergrenze rein sensorisch begründet | bis 150 ppm CaCO3 | nur für Espresso |
| Rune u. a. 2026 (Unterschiedsprüfung, ein Kaffee, French Press) | Calcium bis 264 mg/l und Magnesium bis 80 mg/l ohne auffällige Wirkung | 120 mg/l zugesetztes Hydrogencarbonat gerade, 240 mg/l deutlich wahrnehmbar | keine Zielwerte, TDS nicht gemessen |
| Deutscher Kaffeeverband (FAQ) | hartes, kalkhaltiges Wasser sei schlecht | keine Angabe | keine Zahl, keine Studie |
Die Umrechnung in °dH ist unsere, mit 17,85 mg/l CaCO3 je °dH nach SCAE-Tabelle 1. Calciumhärte (SCAA) und Gesamthärte (SCAE) sind nicht dasselbe, weil die Gesamthärte auch das Magnesium enthält, und ob die SCAA-Werte als CaCO3 gemeint sind, schreibt der Artikel nur für die Alkalinität ausdrücklich. Die SCAE gibt ihre Werte als Empfehlung an, die technische und sensorische Gesichtspunkte verbindet. Die grafisch dargestellte Kernzone ist ausdrücklich für Espressomaschinen und Brühboiler hergeleitet, ihre Ränder folgen Korrosions- und Kalkgrenzen und der Mindestlinie von Colonna-Dashwood und Hendon. Die SCAE-Autoren schreiben außerdem, die Daten reichten nicht, um die Wirkung von Gesamthärte und Alkalinität auf Aroma und Geschmack genauer zu beschreiben; die Chart sei ein Rahmen für weitere Arbeit.
Unsere Einschätzung: Ein Härtefenster, das du treffen müsstest, belegt keine dieser Quellen. Wellinger sieht zwischen 20 und 250 ppm CaCO3 kaum Einfluss auf die Extraktion. Für den Geschmack würden wir auf das Hydrogencarbonat achten und es nicht hoch werden lassen: Die 120 mg/l, bei denen Rune u. a. gerade einen Unterschied fanden, entsprechen rund 98 ppm CaCO3, und die SCAE nennt 100 ppm als Schwelle für das Überextraktionsrisiko.
Härtebereiche und Herstellerskalen
Das Gesetz zählt drei Härtebereiche und rechnet in mmol Calciumcarbonat je Liter: weich unter 1,5, mittel 1,5 bis 2,5, hart über 2,5 (WRMG § 9 Abs. 2). Mit dem Faktor 5,608 °dH je mmol/l sind das 8,4 und 14 °dH. Die Verbraucherzentrale arbeitet auf ihrer Seite zur Wasserhärte (Stand 28. April 2025) noch mit der früheren Einteilung, und WMF und Siemens haben vier Stufen mit Grenzen bei 7, 14 und 21 °dH. Andere Hersteller setzen eigene Grenzen, bei Melitta Solo und CI Touch liegen sie bei 10, 15 und 20, bei der AromaFresh X dagegen bei 7, 14 und 21, bei Nivona bei 9, 14 und 19. Das Lexikon der Chemie führt eine fünfstufige Einteilung.
Ein Beispiel: 9 °dH sind nach dem Gesetz mittel, bei der Melitta CI Touch weich, bei Siemens Stufe 2 und bei Nivona Stufe 1. Wie viel °dH eine Stufe bei De’Longhi oder der Sage Barista Express bedeutet, steht in den gelesenen Anleitungen nicht. Stell an der Maschine deshalb immer den Wert aus der Skala ein, die in ihrer Anleitung steht, und nicht den Bereich nach WRMG.
| Skala | Einteilung | Quelle |
|---|---|---|
| WRMG § 9 Abs. 2 | weich unter 8,4 °dH (unter 1,5 mmol/l), mittel 8,4 bis 14 (1,5 bis 2,5), hart über 14 (über 2,5) | Gesetz, Umrechnung mit 5,608 °dH je mmol/l |
| Frühere Einteilung (Verbraucherzentrale) | Härtebereich I 0 bis 7 °dH weich, Härtebereich III 14 bis 21 °dH hart | Seite zur Wasserhärte, Stand 28. April 2025 |
| WMF Stelio Aroma | weich 0 bis 7, mittel über 7 bis 14, hart über 14 bis 21, sehr hart über 21 °dH | Anleitung, 1 °dH entspricht etwa 0,18 mmol/l |
| Siemens EQ600 | Stufe 1: 1 bis 7, Stufe 2: 8 bis 14, Stufe 3: 15 bis 21, Stufe 4: 22 bis 30 °dH, ab Werk Stufe 4 | Anleitung |
| Melitta Solo | Stufe 1: 0 bis 10, Stufe 2: 10 bis 15, Stufe 3: 15 bis 20, Stufe 4: über 20 °dH, ab Werk Stufe 4 | Anleitung laut Review |
| Melitta CI Touch | weich 0 bis 10, mittel 10 bis 15, hart 15 bis 20, sehr hart über 20 °d | Anleitung laut Review |
| Melitta AromaFresh X | unter 7, 7 bis 14, 14 bis 21, über 21 dH, ab Werk Stufe 4 | Anleitung laut Review |
| Nivona NICR 790 | Teststreifen mit vier Stufen: 0 bis 9, 10 bis 14, 15 bis 19, ab 20 °dH, ab Werk Stufe 3 | Review (FAQ zur Wasserhärte) |
| Sage Creatista Plus | Level 0 unter 3, Level 1 über 4, Level 2 über 7, Level 3 über 14, Level 4 über 21 dH | Anleitung |
| Sage Barista Express | Stufen von Sage, nicht in °dH angegeben | Anleitung laut Review |
| De’Longhi Magnifica Plus | vier Stufen nach Streifen (1 bis 4 rote Quadrate), ohne °dH | Anleitung |
| Philips LatteGo 5500 | fünf Härtegrade, ab Werk Grad 4 für hartes Wasser | Anleitung laut Review |
| Jura E6 | 1 bis 30 °dH einstellbar | Anleitung |
| Spektrum Lexikon der Chemie | sehr weich 0 bis 4,2, weich bis 8,4, mittelhart bis 16,8, hart bis 28, sehr hart darüber | Lexikon, Copyright-Vermerk der Seite 1998, kein Veröffentlichungsdatum im Text |
Entkalkungsintervalle laut Hersteller
Eine allgemeine Zahl fehlt, und die Hersteller rechnen nicht einmal in derselben Einheit: in Monaten (WMF, Emerio, Senseo), in Tagen (Sage), in Tassen (Nespresso), in Bezügen (Sage Creatista), in Brühvorgängen (Moccamaster) oder in Litern je Filterpatrone (Jura). Gaggia und Senseo staffeln gar nicht nach der Härte. Bei Nespresso lässt sich der Zusammenhang zwischen Tassen und Härte nachrechnen: 300 Tassen zu 40 ml bei 20 °dH sind 12 Liter, 600 Tassen bei 10 °dH sind 24 Liter, und Liter mal Härte ergibt in beiden Fällen 240. Bei Nespresso und der Sage Creatista Plus hängt das Intervall also an Härte und Wassermenge zugleich, und eine Kalenderzeit stimmt dort nur, wenn täglich ähnlich viel durchläuft. Die Melitta AromaFresh X meldet das Entkalken über eine CALC-LED aus der eingestellten Stufe.
| Maschine | Angabe des Herstellers | Hinweis |
|---|---|---|
| WMF Stelio Aroma | weich 0 bis 7 °dH alle 6 Monate, mittel über 7 bis 14 alle 3 Monate, hart über 14 bis 21 alle 6 Wochen, sehr hart über 21 monatlich | Richtwerte für täglichen Gebrauch im Haushalt |
| Emerio CME 122933 | bei durchschnittlicher Wasserhärte alle 3 bis 4 Monate | Häufigkeit hängt laut Emerio von Härte und Benutzung ab |
| Gaggia Classic Evo Pro | alle 2 Monate der Maschinennutzung | nicht nach Härte gestaffelt |
| Senseo Original Plus | pauschal alle 3 Monate | laut Versuni unabhängig von der Wasserhärte |
| Moccamaster KBG Select | alle 100 Brühvorgänge beziehungsweise je Packung Filterpapier | bei hartem Wasser häufiger (Hersteller-FAQ) |
| Grundig KVA 6230 | mindestens einmal im Monat | oder häufiger je nach Wasserhärte, eine LED meldet das Entkalken |
| Sage Barista Express | Härte 4 alle 90 Tage, Härte 6 alle 60 Tage | Einheit der Stufen steht nicht in der Anleitung |
| Nespresso Essenza Mini | nach Tassen zu 40 ml: hart (20 °dH) 300, mittel (10 °dH) 600, weich 1.200 | in der Anleitung keine Entkalkungsanzeige beschrieben, mitzählen musst du selbst |
| Sage Creatista Plus | nach Bezügen zu 40 ml: unter 3 °dH 4.000, über 4 °dH 3.000, über 7 °dH 2.000, über 14 °dH 1.500, über 21 °dH 1.000 | Tabelle der Anleitung |
| Melitta CI Touch | ohne Filter alle 3 Monate, mit Filter erst auf Aufforderung | Anleitung laut Review |
| Jura E6 | mit eingesetzter CLARIS Smart+ keine Entkalkungsaufforderung | Patrone nach Litern, siehe Filtertabelle unten |
| Severin KA 4810 | kein Intervall vorgeschrieben | Handbuch: keine Härteeinstellung, kein Kalkfilter |
Fehlerbilder: Symptom, Ursache, Änderung
Die Tabelle führt nur Ursachen auf, die eine genannte Quelle trägt. Was wir daraus folgern, ist als Folgerung markiert. Weitere Ursachen für Bitterkeit und Säure in der Tasse behandelt der Ratgeber Kaffee schmeckt bitter oder sauer.
| Symptom | Mögliche Ursache | Was du änderst |
|---|---|---|
| Kaffee wirkt flach, wenig Säure, eher bitter | Viel Hydrogencarbonat: bei Rune u. a. 2026 weniger Säure und Fruchtigkeit, mehr Bitterkeit, nach SCAE sinkt die wahrgenommene Säure mit der Alkalinität | Säurekapazität oder Hydrogencarbonat in der Analyse des Versorgers nachsehen, falls sie dort steht. Unsere Einschätzung: beim Handaufguss Wasser mit weniger Hydrogencarbonat nehmen, für Maschinen gelten die Vorgaben im Abschnitt Flaschenwasser im Tank |
| Kaffee schmeckt zu sauer | Sehr mineralarmes Wasser: Lockhart 1955 und Pangborn 1971 (nach Rune u. a.) beschrieben aus destilliertem Wasser zu saure Aufgüsse | Kein destilliertes oder entmineralisiertes Wasser (Herstellervorgaben im Abschnitt Flaschenwasser im Tank) |
| Aufforderung zum Entkalken kommt zu spät oder zu oft | Eingestellte Härte passt nicht zum Wasser (Siemens: richtige Einstellung nötig, damit rechtzeitig aufgefordert wird; Philips: damit nicht öfter als nötig entkalkt wird) | Wert beim Versorger nachsehen oder mit dem Streifen messen, in der Skala der Maschine neu einstellen |
| Brühzeit wird wesentlich länger, die Maschine macht mehr Geräusche | Kalk: WMF verlangt Entkalken spätestens bei wesentlich verlängerter Brühzeit oder vermehrter Geräuschbildung | Nach Anleitung entkalken |
| Dampf zu feucht (Sage Creatista Plus) | Die Störungstabelle der Anleitung nennt dazu das Wasser: kaltes Trinkwasser, niemals stark gefiltert, demineralisiert oder destilliert | Wasser nach Anleitung wählen |
| Härte lässt sich nicht einstellen | Filter eingesetzt (Nivona NICR 790, Melitta CI Touch) | Bei Nivona die Härte im Betrieb ohne Filter einstellen |
Wasserfilter: Herstellerangaben, Umweltbundesamt und Verbraucherschützer
Das Wirkprinzip beschreibt Brita so: Beim Ionentausch werden gelöste Ionen gegen andere Ionen gleicher Ladung getauscht, zum Beispiel zwei Wasserstoff-Ionen gegen ein Calcium-Ion, und die Kunststoffkügelchen verringern Karbonathärte und Gesamthärte. Die Aktivkohle entferne geruchs- und geschmacksstörende Stoffe wie Chlor, ohne den Mineralstoffgehalt zu ändern. Gefiltertes Wasser sei nicht destilliert, der Prozess entmineralisiere nur teilweise. Nach der Systematik der SCAE senkt ein Enthärter (Tausch gegen Natrium oder Kalium) die Gesamthärte, ohne die Alkalinität zu ändern. Ein Dekarbonisierer (Tausch gegen Protonen) senkt Härte und Alkalinität um gleich viel, ein gepufferter lässt etwa 50 ppm CaCO3 Restalkalinität stehen, damit das Wasser nicht sauer und korrosiv wird. Unsere Folgerung: Das von Brita genannte Beispiel des Wasserstoff-Tauschs entspricht der SCAE-Beschreibung eines Dekarbonisierers, die Alkalinität würde dann mitsinken.
| Filter | Angabe des Herstellers | Quelle |
|---|---|---|
| Brita MAXTRA PRO | bis zu vier Wochen und 150 Liter, bei 10 bis 12 °dH nach 150 Litern ersetzen, bei härterem Wasser oder mehr Verbrauch früher, mindestens alle vier Wochen | Brita-FAQ |
| JURA CLARIS Smart+ (siehe Jura E6) | bis 65 l bei 1 bis 5 °dH, bis 60 l bei 6 bis 10, bis 55 l bei 11 bis 15, bis 50 l bei 16 bis 20, bis 45 l bei 21 bis 25, bis 40 l bei 26 bis 30 °dH | Jura-Produktseite |
| Sage Barista Express | alle 90 Tage oder 40 Liter, die 40 Liter gelten bei Härte 4, bei Härte 2 bis zu 60 Liter | Anleitung laut Review |
| Siemens BRITA Intenza | je Kartusche 50 Liter oder höchstens 2 Monate, Aroma-Ring Stellung A bei Härtestufe 1 und 2, B bei Stufe 3, C bei Stufe 4 | Review |
| Philips AquaClean | bis zu 625 Tassen je Filter, Wechsel spätestens nach 3 Monaten | Review |
| De’Longhi DLSC002 | nach ungefähr 2 Monaten wechseln, bei Stillstand mit eingesetztem Filter höchstens 3 Wochen | Review |
| Melitta Solo | mit PRO AQUA Filterpatrone Wechsel alle zwei Monate | Review |
Je härter das Wasser, desto weniger Liter schafft eine Kartusche. Unser Review zur Philips AquaClean ordnet ein, die Kapazität hänge physikalisch an Litern mal Härtegrad, und Philips wirbt mit 5.000 Tassen ohne Entkalken, was laut Review erst nach acht Filtern gilt. Bei der Jura E8 mit 1,9 Litern Tankinhalt ohne Filter ergeben die bis zu 65 und bis zu 40 Liter der CLARIS Smart+ nach der Rechnung des Reviews rund 34 Tankfüllungen je Patrone in weichem und 21 in sehr hartem Wasser, als grobe Orientierung, denn wie viel mit eingesetzter Patrone hineinpasst, gibt JURA nicht an. De’Longhi nennt auf der US-Seite etwa 20 Prozent seltenere Entkalkungen je frischem Filter, die deutsche Seite und Siemens sprechen nur von selteneren Entkalkungen, ohne Zahl. Das Entkalken ersetzt der Filter nicht (De’Longhi, Siemens), und vor dem Entkalken muss er aus dem Tank. Jura geht weiter: Mit eingesetzter CLARIS Smart+ erscheint beim E6 laut Anleitung keine Entkalkungsaufforderung.
Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale sehen Filter nüchterner. Das Umweltbundesamt hält eine zusätzliche Behandlung des Trinkwassers im Gebäude in der Regel für nicht notwendig und rät von zusätzlichen Reinigungs- oder Behandlungsgeräten ab. In Filtern, die nicht regelmäßig getauscht werden, könnten sich Bakterien vermehren, und überladene Filter oder Ionentauscher könnten zuvor entfernte Stoffe in höherer Konzentration wieder abgeben. Die Ausnahme: Bei sehr hartem Wasser (Calcium 2,5 mmol/l oder mehr) sieht die DIN 1988-200 eine Enthärtung oder Stabilisierung vor, wenn das Warmwasser auf über 60 °C erwärmt wird. Das betrifft die Trinkwasser-Installation im Haus, nicht den Kannenfilter. Die Verbraucherzentrale schreibt, aus gesundheitlicher Sicht brauche man für Leitungswasser in der Regel keinen Filter. Wer einen Tischwasserfilter nutzt, solle die Anleitung befolgen, die Kartusche regelmäßig wechseln, den Filter regelmäßig reinigen und im Kühlschrank aufbewahren, damit das behandelte Wasser nicht verkeimt. Filter könnten zudem unbemerkt durchbrechen und zurückgehaltene Stoffe in konzentrierter Form ins Wasser zurückgeben.
Stiftung Warentest hat in test 7/2022 sechs Kannenfilter und zwei Ersatzfilter geprüft. Der Bericht liegt hinter der Bezahlschranke, wir kennen nur den frei lesbaren Einleitungstext. Die Filter verheißen weiches Wasser und schaffen das laut Stiftung nur für wenige Liter, eingefüllt wurde Wasser mit 16 bis 17 °dH, laut Stiftung etwa der deutsche Durchschnitt. Im simulierten Urlaubsszenario fanden sich in allen Kannen Bakterien, in einem Modell zusätzlich Schimmelpilze.
Unsere Einschätzung: Für die Maschine ist ein Filter eine Option. Bei Siemens spricht aus Redaktionssicht hartes Wasser ab Stufe 3 eher für den Filter, bei Stufe 1 eher dagegen, wie unser Review des Siemens BRITA Intenza ausführt. Zur Elizabeth von Lelit gehört ein Harzfilter zur Wasserenthärtung (35 l, Wechsel nach 14 Tankfüllungen oder 4 Monaten), und laut unserem Review hält ein Harzfilter im Tank den Kalk zurück. Für einen Kannenfilter gelten die Hygieneregeln, die die Verbraucherzentrale empfiehlt.
Flaschenwasser im Tank
Bei Flaschenwasser fallen die Vorgaben der Maschinenhersteller streng aus. Nivona rät in der FAQ davon ab, den Tank mit Mineralwasser zu füllen, um Kalk zu umgehen, weil auch Mineralwasser Calcium und Magnesium enthalte; empfohlen werden Leitungswasser, regelmäßiges Entkalken und der CLARIS-Filter. Philips, Saeco und Gaggia verlangen in ihren Sicherheitsheften, nie warmes, heißes oder Mineralwasser in den Wasserbehälter zu füllen, so steht es auch im Review zur Gaggia Classic UP. Jura und Tchibo schließen kohlensäurehaltiges Mineralwasser aus, De’Longhi Sprudelwasser und destilliertes Wasser, Sage stark gefiltertes, entmineralisiertes und destilliertes. Bei den Stufen 4 oder 5 auf dem Sage-Teststreifen empfiehlt die Anleitung der Sage Barista Touch dagegen dringend eine alternative Wasserquelle.
Beim Handaufguss ohne Maschine bindet dich keine Herstellervorgabe. Dort würden wir nach dem Hydrogencarbonat schauen, nicht nach Calcium und Magnesium. Wie du den Wert auf einem Mineralwasseretikett findest, steht in der FAQ unten.
Entkalker: Zitronensäure, Essig oder Herstellermittel
Bei den Mitteln widersprechen sich die Quellen. Die Verbraucherzentrale schreibt, Wasserkocher und Kaffeemaschinen ließen sich problemlos mit verdünnter Zitronensäure entkalken, die Stadtwerke Augsburg sagen dasselbe für Ablagerungen in Wasserkocher und Kaffeemaschine. Bialetti schreibt für den Moka Express aus Aluminium vor: Kessel bis knapp unter das Ventil füllen, zwei Teelöffel Zitronensäure oder Essig zugeben, Kanne komplett zusammensetzen, einen Durchlauf ohne Kaffeepulver, Flüssigkeit wegschütten, mit fließendem Wasser nachspülen. Die Kanne ist ausdrücklich nicht für die Spülmaschine geeignet. Das Handbuch der Severin KA 4810 verlangt 80 ml Essigessenz im Tank und die Kanne bis Markierung 10 mit Wasser, danach eine Gerätespülung.
Auf der anderen Seite schließt Siemens beim EQ600 reine Zitronensäure, Essig, Mittel auf Essigbasis und Phosphorsäure aus und lässt nur eigene Tabletten zu. WMF schließt rein auf Essig- oder Zitronensäure basierende Substanzen aus, passende Mittel enthielten Inhibitoren zum Schutz von Dichtungen und Oberflächen, und bei ungeeignetem Mittel bestehe kein Garantieanspruch. Nivona schreibt in der FAQ, man solle niemals Zitronensäure, Essig oder Ameisensäure benutzen, das zerstöre die Dichtungsringe. Essig ausgeschlossen haben außerdem Philips und Saeco, Gaggia, Grundig, Senseo, Nespresso und Moccamaster. Wir würden das Mittel aus der Anleitung nehmen. Steht dort nichts, ist die verdünnte Zitronensäure von Verbraucherzentrale und Stadtwerken Augsburg die einzige unabhängige Aussage, die wir gefunden haben, und im Zweifel fragst du beim Hersteller nach.
Zwei Entkalker aus unseren Reviews arbeiten mit anderen Säuren. Der De’Longhi EcoDecalk ist ein Milchsäure-Entkalker in einer 500-ml-Flasche für fünf Anwendungen zu je 100 ml, De’Longhi nennt ihn für alle Kaffeemaschinen geeignet. Der durgol swiss espresso enthält Amidosulfonsäure statt Zitronensäure, ist laut Hersteller nicht für Filtermaschine und Wasserkocher gedacht und verlangt in der Anleitung, die Maschine auf die lokale Wasserhärte einzustellen. Reinigungstabletten sind etwas anderes: Das Review zu den Jura 3-Phasen-Reinigungstabletten ordnet ein, Komplexbildner hielten Härtebildner im Spülwasser in Lösung, trügen aber keine über Monate gewachsene Kalkschicht ab. Wie ein Entkalkungsprogramm abläuft, erklärt der Ratgeber Kaffeevollautomat entkalken. Acht Pflegemittel, darunter Entkalker und Wasserfilter, vergleicht die Bestenliste Reinigung & Pflege.
Was die Quellen offen lassen
Wir haben nichts gemessen und nichts verkostet, alles hier stammt aus den genannten Quellen oder ist als Folgerung, Einschätzung oder eigene Rechnung markiert. Einiges lassen sie offen, und wir haben die Lücken nicht gefüllt. Keiner der fünf, die sich zum Geschmack äußern (Kaffeeverband, Jura, Siemens, Brita, De’Longhi), belegt die Aussage in den Angaben, die wir gelesen haben, und eine unabhängige Prüfung, dass ein Wasserfilter den Kaffeegeschmack verbessert, haben wir nicht gefunden. Melitta, Nivona, De’Longhi und Philips nennen keine Genauigkeit ihrer Teststreifen, zu Preis und Genauigkeit von Streifen aus dem Baumarkt fanden wir keine Quelle. Ob eine Kartusche (Brita Intenza, CLARIS, AquaClean, DLSC002) die Härte per Natrium- oder per Wasserstoff-Tausch senkt, sagt kein Hersteller ausdrücklich, und in °dH beziffert niemand die Wirkung. Ob zu häufiges Entkalken die Dichtungen belastet, belegen die gelesenen Quellen nicht, Nivona und WMF warnen nur vor Entkalkern mit ungeeigneten Inhaltsstoffen.
