Kaffeevollautomat einstellen: Mahlgrad, Menge, Temperatur
Ratgeber

Kaffeevollautomat einstellen: Mahlgrad, Menge, Temperatur

Die kurze Antwort: Lass die Werkseinstellung zunächst, wie sie ist: Philips und Saeco raten, erst nach 100 bis 150 Tassen (etwa einem Monat Nutzung) am Mahlgrad zu drehen, und Melitta nennt in den FAQ zu seinen Vollautomaten frühestens 100 Bezüge. Danach verstellst du je nach Hersteller um jeweils eine Position und bei vielen Geräten nur bei laufendem Mahlwerk, und urteilst frühestens nach zwei bis drei Bezügen. Die Reihenfolge ist unser eigener Vorschlag: erst der Mahlgrad, dann Pulver- und Wassermenge, die Temperatur zuletzt.

Wir haben nichts davon selbst ausprobiert. Die Angaben stammen aus den Anleitungen von 15 Geräten, Herstellerseiten, Studien und unseren veröffentlichten Reviews. Was wir daraus selbst schließen, steht als Einschätzung oder Folgerung dabei.

Was die Hersteller zur Werkseinstellung sagen

Mehrere Hersteller behandeln die Werkseinstellung als Ausgangspunkt, nicht als Fehler. Philips schreibt in den Anleitungen der LatteGo 5400 und 5500, das Gerät sei so eingestellt, dass der bestmögliche Geschmack aus den Bohnen geholt wird, und empfiehlt, den Mahlgrad erst nach 100 bis 150 zubereiteten Tassen zu verändern. Dieselbe Frist steht in der Anleitung des Saeco Xelsis. Melitta setzt in den FAQ zu den Vollautomaten dieselbe Größenordnung an: Der Mahlgrad sei ab Werk eingestellt, justiert werden solle frühestens nach 100 Kaffeebezügen. In der Anleitung der Melitta Solo (Ausgabe 2018-08) steht eine längere Frist von etwa 1.000 Zubereitungen, ungefähr einem Jahr. Nivona rät, das Mahlwerk immer auf einer mittleren Einstellung zu lassen. Die De’Longhi Magnifica S schreibt, das Mahlwerk sei werkseitig voreingestellt und müsse zumindest anfangs nicht verstellt werden. Siemens, De’Longhi und die Melitta CI Touch sehen das Nachstellen in ihren Störungstabellen bei Fehlerbildern vor, etwa wenn der Kaffee tröpfelt. Jura sieht in den Anleitungen der E6 und E8 vor, das Mahlwerk dem Röstgrad anzupassen.

Bei Philips und Saeco kommt eine Eigenheit dazu. Philips schreibt für die LatteGo 5400 und 5500, die Kaffeemaschine passe die Menge des gemahlenen Kaffees automatisch an, und für diesen Selbsteinstellungsprozess sollst du zunächst 5 Tassen zubereiten. Er startet laut Fehlertabelle beim ersten Gebrauch, bei einer anderen Bohnensorte und nach längerer Pause. Die Xelsis-Anleitung nennt ebenfalls 5 Tassen zu Beginn, damit das Gerät „die automatische Einstellung“ abschließen kann, und einen Selbsteinstellungsvorgang nach einer Änderung des Mahlgrads oder des Bohnentyps, bei dem einige Tassen zu brühen sind. Was dieser Vorgang anpasst, steht in der Xelsis-Anleitung nicht. Unsere Lesart: Nach einem Sortenwechsel sagen die ersten Tassen deshalb wenig über die richtige Mahlstufe.

Auch Stiftung Warentest beginnt in der Werkseinstellung. Die Messwerte und die konkreten Einstelltipps liegen hinter der Bezahlschranke (5,90 Euro, Stand 12.10.2026), und die haben wir nicht gelesen. Öffentlich ist die Methodik für Kaffeevollautomaten (Stand 17.07.2026, 36 Geräte): Vier Kaffeesommeliers verkosten Espresso und Cappuccino zuerst in dieser Einstellung, ohne das Gerät zu kennen, und dürfen danach die Einstellungen optimieren. Gemessen wird unter anderem die Espressotemperatur in Werkseinstellung, nach Kaltstart und betriebswarm, außerdem, ob sie sich zwischen minimaler und maximaler Einstellung variieren lässt. Geprüft wird ferner, wie gut sich Mahlgrad und Espressomenge verändern lassen.

Reihenfolge und Zusammenspiel der Einstellungen

Keine der gelesenen Quellen schreibt eine allgemeine Reihenfolge vor, mit einer Ausnahme: Die De’Longhi Rivelia führt mit Bean Adapt nacheinander durch Kaffeetemperatur, Intensität und Mahlgrad, allerdings nur für Espresso: Du wählst Bohnensorte und Röstgrad, bereitest einen Espresso zu, bewertest ihn am Display und bekommst dann die Empfehlungen.

Unsere Einschätzung, ausdrücklich keine Herstellervorgabe: einmal die Wasserhärte im Menü einstellen, dann den Mahlgrad, danach die Pulvermenge (soweit dein Gerät sie einstellen lässt; was Stärke- oder Aromastufen verstellen, ist je Hersteller verschieden), dann die Wassermenge und die Temperatur zuletzt. Ändere immer nur einen Wert pro Durchgang, sonst weißt du am Ende nicht, welche Änderung gewirkt hat.

Für den Mahlgrad an erster Stelle spricht, dass sich seine Wirkung an Durchlaufzeit und Crema zeigt und dass die Störungstabellen ihn bei vielen Fehlerbildern nennen (die Zuordnung steht in der Tabelle im Abschnitt zu den Fehlerbildern weiter unten). Ob der Mahlgrad der stärkste Hebel ist, folgt daraus nicht: Der Deutsche Kaffeeverband schreibt allgemein, der Mahlgrad bestimme maßgeblich den Geschmack, und Klotz, Winkler und Lachenmeier (2020) geben in der Einleitung ihrer Espresso-Studie den Stand der Literatur so wieder, dass beim Espresso die Brühtemperatur den größten Einfluss habe. Welcher Hebel stärker wirkt, ist also nicht belegt.

Wie die Werte zusammenhängen, ist teils Herstellerangabe und teils unsere Folgerung. Die Anleitungen nennen bei zu langsamem Durchlauf den Mahlgrad, die De’Longhi Magnifica S zusätzlich die Pulvermenge (siehe den Abschnitt zu Pulvermenge und Kaffeestärke). Wir folgern daraus: Mehr Pulver und feineres Pulver bremsen das Wasser beide.

Mahlgrad Schritt für Schritt, auch bei einer neuen Bohne

Beim Wechsel der Bohne gehen die Hinweise auseinander. Dallmayr rät laut unserem Review der Crema d’Oro, beim Wechsel der Kaffeesorte die Einstellungen unbedingt anzupassen, und führt Kaffeemenge, Mahlgrad, Wassertemperatur und Brühdruck als Stellschrauben auf (die Originalseite haben wir für diesen Ratgeber nicht selbst geöffnet). Melitta verbindet die Wartezeit mit dem ab Werk eingestellten Mahlgrad, und unser Review der BellaCrema Espresso leitet daraus ab, die Mahlgradschraube zunächst in Ruhe zu lassen. Nivona empfiehlt in der FAQ, zunächst im mittleren Bereich zu beginnen. Nach einem Sortenwechsel würden wir erst ein paar Bezüge mit der bisherigen Einstellung ziehen, das Fehlerbild der Tabelle weiter unten zuordnen und dann eine Position ändern. Als Richtung geben Siemens (EQ6 plus, EQ600) und Nivona vor: hell geröstete Bohnen feiner, dunkel geröstete gröber. Der Migros-Shop nennt für die Schwiizer Schüümli Crema mild „fein“ für Vollautomat und Siebträger, eine Kategorie, die du an deinem Gerät erst in eine Stufe übersetzen musst.

Das Vorgehen in sieben Schritten, von denen Schritt 7 unser eigener Zusatz ist und die übrigen sich auf die genannten Anleitungen stützen:

  1. Such in der Anleitung die Lage des Stellers und die Richtung für feiner. Beides ist von Gerät zu Gerät verschieden. Der Knopf sitzt im Bohnenbehälter bei Philips, Saeco Xelsis, Grundig und Tchibo, hinter einer Abdeckung hinter dem Behälter bei Jura, hinter der Service-Tür bei Nivona und als Hebel auf der Rückseite der Melitta CI Touch. Bei Siemens heißt gegen den Uhrzeigersinn feiner, bei Philips und Saeco gilt: je niedriger die Stufe, desto feiner und stärker der Kaffee. Bei der Grundig ist eine größere Zahl gröber, bei Nivona und der Melitta CI Touch links feiner und rechts gröber.
  2. Verstell bei laufendem Mahlwerk, wenn deine Anleitung das vorgibt: Bezug starten, drehen, solange gemahlen wird (De’Longhi schreibt: in der Anfangsphase der Zubereitung). Die Vorgabe steht in den Anleitungen von Philips, Saeco, Siemens, De’Longhi, Nivona und der Melitta Solo, bei der Grundig laut Review. Bei der Jura E6, der E8 und der Melitta CI Touch beschreiben die aktuellen deutschen Anleitungen das Verstellen ohne diese Bedingung. Siemens und Grundig nennen als Grund einen drohenden Schaden am Mahlwerk. Bei Philips und Saeco Xelsis steht die Warnung vor Schäden am Mahlwerk dagegen bei der Vorgabe, nur um eine Position zu drehen (Schritt 3); für das Nur-beim-Mahlen steht dort keine Begründung.
  3. Dreh nur um eine Position. Philips und Saeco Xelsis begründen das mit dem Schutz des Mahlwerks, und die De’Longhi Dinamica Plus 370.70 und 380.95 geben dieselbe Vorgabe.
  4. Zieh mehrere Bezüge, bevor du urteilst (Tabelle unten). Laut den Anleitungen zeigt sich die Wirkung erst dann. Ein möglicher Grund ist Pulver der alten Einstellung, das noch im Mahlwerk liegt; das ist unsere Vermutung. Als Totraum belegt ist das Pulver im Mahlwerk für Kaffeemühlen: Stiftung Warentest fand in einzelnen Mahlwerksmühlen bis zu 3,9 g Pulver darin (test 12/2019).
  5. Beurteile nach Fluss und Crema. Jura nennt als Kriterium einen gleichmäßig aus dem Auslauf fließenden Kaffee mit feiner, dichter Crema, die Melitta CI Touch dieselben Merkmale. Siemens ordnet zu: Läuft der Kaffee nur tröpfchenweise, gröber stellen, läuft er zu schnell und mit wenig Crema, feiner.
  6. Wiederhole mit einer weiteren Position, falls nötig. Die De’Longhi Magnifica S schreibt vor, die Korrektur um eine weitere Position zu wiederholen, wenn das Ergebnis nicht stimmt. Danach lässt du wieder mehrere Bezüge durchlaufen, aus demselben Grund wie in Schritt 4.
  7. Schreib die Stufe je Bohnensorte auf, dann startest du bei der nächsten Packung derselben Sorte dort, statt neu zu suchen.

Wie viel du nach einer Änderung abwarten musst, hängt vom Hersteller ab. Fehlt ein Hersteller in der Tabelle, steht dazu in den gelesenen Anleitungen nichts.

Hersteller Beurteilen nach einer Änderung
Philips (LatteGo 5400, 5500), Saeco Xelsis nach 2 bis 3 Getränken
Siemens EQ6 plus, EQ600 Wirkung erst nach der zweiten Tasse, beurteilt wird also die dritte
De’Longhi Magnifica S, Dinamica Plus nach mindestens 2 Kaffees
De’Longhi Magnifica Plus, Rivelia nach mindestens 3 Kaffees beziehungsweise Tassen

Warum der Mahlgrad den Geschmack verschiebt

Der Deutsche Kaffeeverband schreibt auf seiner Wissensseite, je feiner gemahlen werde, desto mehr Aromastoffe könnten sich lösen. Beim Espresso kommt der Druck dazu. Smrke, Eiermann und Yeretzian (2024, Scientific Reports 14, 5612) fassen den Stand der Literatur so zusammen: Feineres Mahlgut erzeugt bei 9 bar einen größeren Druckverlust im Kaffeebett und verlängert damit die Bezugszeit. Ihr Aufbau war ein Siebträger mit 20 g Dosis und 40 g im Getränk. Wie viel Druck am Kaffeemehl wirkt, hängt demnach auch vom Widerstand des Pulvers ab, und das würde erklären, warum die Anleitungen bei zu langsamem Durchlauf am Mahlgrad ansetzen.

Die Richtung kennt auch Stiftung Warentest, allerdings für Kaffeemühlen und Espresso (test 12/2019). Zu feines Pulver: Das Getränk tröpfelt zu langsam, es findet Überextraktion statt, der Espresso schmeckt stark und bitter. Zu grobes Pulver: Das Wasser rinnt so schnell durch, dass es zu wenig Aromastoffe löst, der Espresso schmeckt sauer und hell, und die Crema verschwindet schnell. Für Vollautomaten schreibt Melitta in den FAQ, ein feinerer Mahlgrad mache den Kaffeegeschmack stärker.

Die Faustregel „sauer heißt unterextrahiert, bitter überextrahiert“ trägt damit für den Mahlgrad, aber nicht weiter. Guinard u. a. (2023, Journal of Food Science 88(5), 2168 bis 2177) werteten eine Studienreihe der UC Davis zu Filterkaffee aus, zusammen 32.076 sensorische Messwerte. Danach folgen Sensorik und Vorlieben deutlich komplizierteren Mustern („much more complicated trends“) als im klassischen Brewing Control Chart, dessen Idealzone bei etwa 1,15 bis 1,35 Prozent TDS und 18 bis 22 Prozent Ausbeute liegt. Sauer, Zitrus und rote Früchte erwarten die Autoren bei hoher Brühstärke und niedriger Ausbeute, Bitterkeit, Adstringenz und Röstnoten bei hoher Brühstärke und hoher Ausbeute. Zwei Verbrauchergruppen (57 und 43 Prozent) mochten verschiedene Bereiche. Nach unserer Lesart ist ein dünner Kaffee ohne Säure deshalb ein anderes Fehlerbild als ein saurer (Guinard u. a. untersuchten allerdings nur Filterkaffee).

Pulvermenge, Kaffeestärke und Wassermenge

An der De’Longhi Magnifica S ist der Drehknopf die gemahlene Bohnenmenge: Richtung MAX mahlt das Gerät mehr, und steht er zu weit auf MAX, kann der Kaffee nur noch tröpfchenweise laufen, vor allem bei zwei Tassen. Bei der Philips LatteGo 5400 und der 5500 beschreibt die Anleitung den Drehknopf im Bohnenbehälter als Mittel, die Kaffeestärke zu ändern; an anderer Stelle heißt er Mahleinstellungs-Drehknopf, und er verstellt den Mahlgrad. Daneben gibt es eine Aromastärke mit fünf Stufen, und welcher Parameter sich dahinter ändert, sagt die Anleitung nicht. Siemens kennt sieben Stärken bis „doubleshot stark+“, bei dem nach der halben Menge ein zweites Mal gemahlen und gebrüht wird. Bei der De’Longhi Dinamica Plus 370.70 nennt die Displaymeldung „Milderes Aroma wählen oder Kaffeepulvermenge reduzieren“ wahlweise ein milderes Aroma oder weniger Pulver als Abhilfe; die Anleitung führt sie auf zu viel verwendeten Kaffee zurück.

In Gramm angegeben ist die Pulvermenge nur bei einigen Herstellern:

Gerät oder Quelle Angabe Fundstelle
Jura E6, E8 variable Brüheinheit mit 5 bis 16 g Kaffeemehl je Bezug, Kaffeestärke in 10 Stufen Produktseiten E6 und E8
Nivona NICR 790 7 bis 11 g Kaffee pro Tasse je nach Stärke, 5 Stufen Nivona-FAQ, Datenblatt
Grundig KVA 6230 Standard 8 ± 2 g, Intensiv 10 ± 2 g Anleitung, wiedergegeben in unserem Review
Philips LatteGo 5400 und 5500 das Gerät passt die Menge des gemahlenen Kaffees selbst an Anleitungen, Abschnitt Einführung und Fehlertabelle
Saeco Xelsis Selbsteinstellungsvorgang, was er anpasst, beschreibt die Anleitung nicht Anleitung, Inbetriebnahme und Fehlertabelle
De’Longhi Magnifica S Drehknopf von MIN bis MAX, Bohnenmenge Anleitung, Kapitel 9
INEI-Zubereitung (Siebträger, nach Klotz u. a. 2020) 7 ± 0,5 g Mehl, 25 ± 5 s Durchlauf, 25 ± 2,5 g Espresso aus zweiter Hand, auf der INEI-Seite stehen die Zahlen nicht

Den eigenen Verbrauch pro Kilo rechnest du im Brüh-Rechner.

Die Wassermenge lässt sich bei den hier genannten Geräten programmieren. Die Dinamica Plus 370.70 liefert ab Werk Espresso mit 40 ml (programmierbar von 20 bis 180 ml) und Kaffee mit 180 ml (100 bis 240 ml). Bei Nivona sind es ca. 20 bis 240 ml, bei der Melitta Solo 30 bis 220 ml stufenlos, bei der CI Touch laut Review 25 bis 220 ml in Stufen, beim Tchibo Esperto mini laut Produktseite 25 bis 250 ml. Siemens rät in der Anleitung des EQ6 plus, bei hoher Füllmenge eine hohe Kaffeestärke zu wählen, wenn der Kaffee intensiv schmecken soll.

Für Filtermaschinen gibt es ein Prüfverhältnis: Der SCA-Standard 310-2021 rechnet mit 55 g Kaffee je 1 kg Wasser (rechnerisch 1:18,2, von uns gerechnet) und einer Brühstärke von 1,15 bis 1,55 Prozent TDS. Für Vollautomaten nennt weder der Standard noch ein gelesener Hersteller ein Zielverhältnis, und die Störungstabellen führen für dünnen oder wässrigen Kaffee andere Ursachen auf als zu viel Wasser (siehe Fehlerbilder weiter unten).

Brühtemperatur: Stufen, Studien, Herstellertipps

Gradangaben sind selten. Melitta führt für die Solo auf der Produktseite 85, 90 und 95 °C auf, die mittlere Stufe steht ab Werk, und die CI Touch hat dieselben drei Werte. Philips lässt im Menü aus drei Brühtemperaturen wählen, ohne Grad; laut Produktseite der EP5447 hält das Gerät das Wasser zwischen 90 °C und 98 °C, laut Datenblatt gilt das auch für den GranAroma. Siemens EQ6 plus: normal, hoch, max., wirksam für alle Zubereitungsarten. De’Longhi Dinamica Plus: NIEDRIG, MITTEL, HOCH, die Magnifica S nur NIEDRIG und HOCH. Jura E6 und E8 sowie Nivona haben drei Stufen, der Tchibo Esperto mini keine Wahl. Gradzahlen fehlen in den gelesenen Quellen bei Siemens, De’Longhi, Nivona, Grundig und Jura (Jura nennt nur für Light Brew rund 60 °C) sowie für die einzelnen Philips-Stufen; einen Grund dafür nennt kein Hersteller.

Alle folgenden Studien und Normen betreffen Filter- oder Espressomaschinen, keine Vollautomaten; die Zahlen stehen in der Tabelle weiter unten. Der SCA-Standard 310-2021 misst die Temperatur im Gemisch aus Kaffeemehl und Wasser, spätestens wenn 33 Prozent der Wassermasse aufgegeben sind, und verlangt sie bis zum Ende des Brühzyklus; Heim-Espressomaschinen, Druckgeräte und Kapselgeräte sind ausdrücklich ausgenommen.

Batali, Ristenpart und Guinard (2020, Scientific Reports 10, 16450) passten beim Brühen im Drip-Brüher Mahlgrad und Durchflussrate so an, dass Brühstärke und Ausbeute gleich blieben. Brühstärke und Ausbeute beeinflussten das Sensorikprofil signifikant, die Brühtemperatur nicht erkennbar, „at least over the range of temperatures tested“. Das Ergebnis gilt für eine Sorte und nur für 87 bis 93 °C. Für Vollautomaten schließen wir daraus: Der Mahlgrad wandert dort nicht von selbst mit, eine andere Temperaturstufe ändert also die Extraktion.

Bei Andueza u. a. (2003) hing das Ergebnis für Espresso von der Mischung ab: Bei der Robusta-Torrefacto-Mischung sprach die Gesamtakzeptanz für 88 °C, andere Eindrücke aber auch dort für 92 °C. Maßgeblich waren flüchtige Verbindungen und Sensorik.

Quelle Gilt für Wert
SCA Standard 310-2021 Haushalts-Filtermaschinen, Druck- und Kapselgeräte ausgenommen 90 bis 96 °C im Gemisch aus Kaffeemehl und Wasser
Batali u. a. 2020, Zertifizierung Heimbrüher (Filter) 92 bis 96 °C
Batali u. a. 2020, Versuch Filterkaffee im Drip-Brüher, eine Sorte 87, 90 und 93 °C: bei gleicher Stärke und Ausbeute kein erkennbarer Unterschied
Andueza u. a. 2003 Espressomaschine, drei Espresso-Typen 88, 92, 96 und 98 °C verglichen, 92 °C Optimum für Arabica und Natural-Mischung
Istituto Nazionale Espresso Italiano (nach Odello und Odello 2006, zitiert bei Klotz u. a. 2020) Espresso 88 ± 2 °C
Illy und Viani (wiedergegeben bei Klotz u. a. 2020) Espresso 90 ± 5 °C
Illy und Navarini 2011 traditioneller Espresso 92 bis 94 °C bei 9 ± 2 bar
Philips, Produktseite EP5447/90 und Anleitung Serie 4300 Vollautomat Produktseite: 90 bis 98 °C; Anleitung: drei Stufen ohne Gradangabe
Melitta, Produktseite Solo Vollautomat 85, 90 und 95 °C

Bei „nicht heiß“ (Zuordnung in der Fehlerbilder-Tabelle weiter unten) stehen neben der Temperaturstufe auch Spülvorgang und vorgewärmte Tassen. Die beiden ändern keine Einstellung, und wir würden sie deshalb vor der Temperaturstufe probieren (unsere Einschätzung). De’Longhi fügt hinzu, eine Änderung der Temperaturstufe wirke bei großen Mengen stärker (Magnifica Plus, Dinamica Plus 370.70), bei der Dinamica Plus 380.95 bei langen Getränken.

Zur Regel „helle Röstung auf die heißeste Stufe, dunkle auf die mittlere“: Klotz u. a. (2020) zitieren Salamanca u. a. (2017) mit dem Befund, Bitterkeit und Säure seien bei höheren Brühtemperaturen stärker ausgeprägt, und das spricht gegen die Annahme, die höchste Stufe helfe gegen Säure. Siemens nennt bei „zu sauer“ stattdessen den Mahlgrad und eine dunklere Röstung.

Für die Milch nennen die durchsuchten deutschen Anleitungen nur, wie kalt sie beim Einsetzen sein soll: bei Jura 4 bis 8 °C, bei der De’Longhi Rivelia 5 °C (beides laut unseren Reviews). Als gut aufschäumbar nennt Philips Kuhmilch (teilentrahmt oder vollfett) und laktosefreie Milch, Siemens verlangt beim EQ6 plus kalte Milch mit mindestens 1,5 Prozent Fett, und die Rivelia-Tabelle sieht bei Pflanzendrinks Barista-Varianten vor. Schaum und Temperaturgrenzen an der Dampflanze behandelt der Ratgeber Milch aufschäumen.

Aroma-Profile und Vorbrühen

Das Aroma Balance System von Nivona (DYNAMIC, CONSTANT, INTENSE) verändert laut Anleitung der NICR 790 bei gleicher Bohne, Kaffeestärke und Wassermenge den Brühvorgang und den Extraktionsgehalt. Siemens begründet seinen aromaDouble Shot damit, dass bei längerem Brühen mehr Bitterstoffe und unerwünschte Aromen gelöst werden. Jura Light Brew arbeitet mit weniger Pulver und reduzierter Brühtemperatur, nach der Produktseite rund 60 °C (so steht es in unserem Review der Jura E6). Philips ExtraShot setzt einen zusätzlichen Ristretto-Schuss obendrauf, geht nur bei höchster Stärke und mit einem Getränk.

Melitta (Pre-Infusion) und Grundig beschreiben das Vorbrühen als kurzes Anfeuchten des Pulvers vor dem eigentlichen Brühen. Beim Tchibo Esperto mini beginnt der Bezug laut unserem Review mit einer Vorbrühung, erkennbar an einem kurzen Stopp, und Nivona führt im Datenblatt der NICR 790 ein Vorbrühsystem auf. Bei der Grundig läuft die Vorbrühung in den Betriebsarten Standard und ECO und entfällt im Modus Geschwindigkeit.

Wasserhärte im Menü und im Tank

Die Härte stellst du einmal ein, bevor du am Geschmack arbeitest: Nach den folgenden Angaben steuert der Menüwert vor allem den Zeitpunkt der Entkalkung. Siemens (EQ6 plus, EQ600) schreibt, die richtige Einstellung sei wichtig, damit das Gerät rechtzeitig anzeigt, dass es entkalkt werden muss; ermitteln sollst du die Härte mit dem beiliegenden Teststreifen oder beim Wasserversorger. Philips (EP5447) rät, die Härte nach der Region einzustellen, das sichere die Leistung und eine längere Lebensdauer des Geräts und erspare allzu häufiges Entkalken. Bei De’Longhi (Magnifica Plus) erscheint der Entkalkungsalarm nach einer festgelegten Betriebszeit, die von der Härte abhängt.

Was Verkalkung am Kaffee verändert, beschreiben die Störungstabellen. Bei De’Longhi gehört der Kalk zu den vier Ursachen für „Der Kaffee ist nicht heiß“. Siemens (EQ600) nennt ein verkalktes Gerät bei stark schwankender Kaffee- und Milchschaumqualität und bei nicht erreichter Füllmenge. Bei Kaffee, der nur tropfenweise läuft, führen Nivona (System eventuell verkalkt) und Jura (Wasserhärte eventuell nicht richtig eingestellt) den Kalk als eine von mehreren Ursachen auf. Nach der Siemens-Anleitung des EQ6 plus erhöhen Kalkablagerungen den Energieverbrauch.

Die Härte des Wassers selbst kann den Geschmack ändern, schreibt Siemens: Der Kalkgehalt beeinflusse Aroma und Crema, und mit Wasserfilter schmeckten Kaffeegetränke geschmackvoller. Das ist eine Herstellerbehauptung ohne Messwert. Messung, Umrechnung und Studien zum Wasser stehen im Ratgeber Wasserhärte und Kaffee, wie ein Entkalkungsprogramm abläuft, im Ratgeber Kaffeevollautomat entkalken.

Die Skalen der Geräte decken sich nicht mit dem Gesetz. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz kennt drei Bereiche (§ 9: weich unter 1,5, mittel 1,5 bis 2,5, hart über 2,5 mmol Calciumcarbonat je Liter, das sind unter 8,4, 8,4 bis 14 und über 14 °dH). Siemens teilt in vier Stufen (1 bis 7, 8 bis 14, 15 bis 21, 22 bis 30 °dH), die Melitta Solo in vier andere (bis 10, 10 bis 15, 15 bis 20, über 20 °dH). Jura lässt 1 bis 30 °dH direkt eingeben, bei Philips liest du fünf Grade am Streifen ab, bei De’Longhi 1 bis 4 rote Quadrate. Stell deshalb den Wert aus der Skala deiner Anleitung ein. Beim Einsetzen des Filters stellt sich die Melitta Solo laut Review selbst auf Stufe 1.

Fehlerbilder nach den Störungstabellen der Hersteller

Die Zuordnungen gelten für die genannten Modelle und geben wieder, was die jeweilige Anleitung schreibt. Bei jeder Abhilfe am Mahlgrad gilt eine Position auf einmal, danach die Wartezeit aus der Tabelle weiter oben.

Symptom Ursache laut Hersteller Was die Anleitung rät
Kaffee ist zu sauer Siemens EQ6 plus und EQ600: Mahlgrad zu grob, oder die Sorte passt nicht feiner stellen; dunklere Röstung verwenden (EQ600 zusätzlich: Sorte mit höherem Robusta-Anteil)
Kaffee ist zu bitter Siemens: Mahlgrad zu fein, oder die Sorte passt nicht. Melitta-FAQ: möglicherweise zu feine Einstellung gröber stellen, bei Melitta während des Mahlvorgangs und erst nach mindestens 100 Bezügen; sonst Sorte wechseln
Kaffee schmeckt verbrannt Siemens: Brühtemperatur zu hoch, Mahlgrad zu fein, oder die Sorte passt nicht Brühtemperatur niedriger stellen, Mahlgrad gröber, Sorte wechseln
Keine oder kaum Crema Siemens: Sorte mit zu wenig Robusta, Bohnen nicht röstfrisch, Mahlgrad nicht auf die Bohnen abgestimmt. De’Longhi Magnifica Plus: Mahlgrad zu grob, Kaffee nicht für Espressomaschinen geeignet oder nicht frisch. Nivona („kein Schäumchen“): Brüheinheit verstopft, ungeeignete Sorte, Bohnen nicht röstfrisch Siemens: feiner stellen; De’Longhi: Mahlgrad nach der Anleitung einstellen; frischere Bohnen, andere Sorte; Nivona: Brüheinheit entnehmen und reinigen
Läuft zu schnell durch, wenig Crema Siemens gibt im Kapitel zum Mahlwerk nur die Richtung an feiner stellen
Kaffee läuft nur tropfenweise oder langsam Melitta Solo und CI Touch, De’Longhi Magnifica Plus und Magnifica S, Philips: Mahlgrad zu fein. Siemens: Abhilfe gröber. Jura E6 und E8: Kaffee zu fein gemahlen und verstopft das System, oder Wasserhärte eventuell nicht richtig eingestellt. Nivona: Mahlgrad zu fein (in derselben Zeile steht auch „zu grob“), System eventuell verkalkt, Pulverkaffee zu fein, zu viel Kaffeepulver, Brüheinheit oder Kaffeeausläufe verstopft. De’Longhi Magnifica S zusätzlich: Stärkeknopf zu weit Richtung MAX. Philips zusätzlich: Filter verstopft oder Brühgruppe schmutzig gröber stellen, Magnifica S: Stärkeknopf zurückdrehen, Härte prüfen, entkalken, Brühgruppe oder Brüheinheit reinigen
Kaffee ist wässrig oder dünn Philips: Brühgruppe schmutzig oder ungefettet, Mahlgrad zu grob, laufende Selbsteinstellung. Melitta-FAQ: Mahlgrad zu grob, oder Bohnen rutschen nicht nach (oft ölige Sorten). De’Longhi Magnifica Plus: dünn und wenig Crema bei zu grobem Mahlgrad, ungeeignetem oder altem Kaffee; „wässrig“ bei verstopftem Kaffeepulverschacht Brühgruppe reinigen und fetten, feiner stellen und 2 bis 3 Getränke abwarten (Melitta: während des Mahlvorgangs feiner, frühestens nach 100 Bezügen, sonst Bohnenbehälter mit feuchtem Tuch reinigen), Pulverschacht prüfen
Kaffeesatz nicht kompakt, zu nass Siemens: Mahlgrad (Richtung offen); EQ600 zusätzlich Bohnen zu ölig; EQ6 plus zusätzlich Kaffeepulver zu wenig Mahlgrad anders einstellen, ohne Richtungsangabe
Trockenes Kaffeepulver hinter dem Kaffeesatzbehälter Jura E6 und E8: Die Bohnen führen zu einem überdurchschnittlichen Volumen an gemahlenem Kaffee Kaffeestärke reduzieren oder Mahlgrad feiner stellen
Kaffee ist nicht heiß De’Longhi Magnifica Plus: Kreisläufe abgekühlt (2 bis 3 Minuten seit dem letzten Bezug), Temperaturstufe zu niedrig, Tassen kalt, Entkalkung nötig. Philips und Saeco: Milch senkt die Temperatur immer Spülvorgang vor dem Bezug, Tassen mit heißem Wasser vorwärmen, höhere Temperaturstufe (Philips: die höchste), entkalken

Bei fehlender Crema stehen sich zwei Positionen gegenüber. Siemens rät zu einer Sorte mit höherem Robusta-Anteil. Illy und Navarini (2011) nennen die Behauptung, Robusta sei für die Crema unverzichtbar, durch neuere Daten „substantially contradicted“: Die Gasphase der Crema entstehe beim Rösten, und reine Arabica bilde Crema. Dieselbe Arbeit führt aber drei Studien an, in denen Mischungen mit 80 Prozent Robusta mehr Schaumvolumen zeigten.

Der Mahlgrad steht in beiden Richtungen als Ursache (zu fein: tröpfelt, bitter, verbrannt; zu grob: sauer, wässrig, dünn), deshalb legt erst das Fehlerbild die Richtung der ersten Änderung fest. Ob sie die richtige war, zeigt sich erst nach den Bezügen aus der Wartezeit-Tabelle bei Schritt 4; die nächste Ursache aus der Tabelle probierst du erst danach.

Brühdruck: Pumpenangabe, Kaffeebett, Einstellbarkeit

Der Druck am Kaffeebett ist bei keinem der gelesenen Hersteller angegeben; bei der Melitta CI Touch und bei Saeco halten unsere Reviews ausdrücklich fest, dass er nicht veröffentlicht ist. Stattdessen steht in den Datenblättern und den technischen Daten der Anleitungen der Pumpendruck von 15 oder 19 bar. Nach unseren Reviews, die diese Angaben wiedergeben, haben 15 bar Philips, Jura, Melitta, Nivona, die De’Longhi Magnifica S, die Dinamica Plus 380.95 und der Siemens EQ600, 19 bar der Siemens EQ6 plus (TE657503DE), die Dinamica Plus 370.70, die Rivelia, der Tchibo Esperto mini und die Grundig. Jura (Anleitung der E8: „statisch max. 15 bar“), Siemens, Nivona und die Melitta CI Touch schreiben „statisch“ dazu, der Wert ist also ohne Durchfluss gemessen.

Die deutschen Anleitungen von 15 Geräten (Philips Serie 4300 für die LatteGo 5400 und Serie 4400/5500 für die LatteGo 5500, Saeco Xelsis, Siemens EQ6 plus und EQ600, De’Longhi Magnifica Plus, Magnifica S, beide Dinamica Plus und Rivelia, Jura E6 und E8, Melitta CI Touch und Solo, Nivona NICR 790) haben wir nach „Brühdruck“, „Druck einstellen“ und „Druck anpassen“ durchsucht. Es gab keinen Treffer. Bei der Saeco GranAroma stützen wir uns auf unser Review. Dallmayr führt den Brühdruck laut unserem Review dennoch unter den Stellschrauben beim Sortenwechsel auf.

Für Espresso aus Espressomaschinen gibt es dazu eine Studie, die Unterschiede zeigt. Andueza u. a. (2002, Journal of Agricultural and Food Chemistry 50(25), 7426 bis 7431) verglichen bei Arabica-Espresso 7, 9 und 11 atm und fanden Unterschiede in Schaum und Aromastoffen; bei 9 atm zeigten die Kaffees laut Abstract Schaumkonsistenz und einen hohen Anteil von Schlüsselaromastoffen mit Frische-, Frucht-, Malz- und Butternoten. Illy und Navarini (2011) schreiben, traditioneller Espresso brauche Geräte, die mit 9 ± 2 bar durchpressen. Unsere Einordnung: In den 15 durchsuchten Anleitungen ist weder ein Brühdruck angegeben noch eine Einstellmöglichkeit beschrieben, und die Zahl im Datenblatt nennt den Pumpendruck.

Welche Geräte sich wie einstellen lassen

Die Tabelle fasst zusammen, was Anleitungen und unsere Reviews zum Mahlwerk festhalten. Die Zeilen gelten nur für das genannte Modell. Die Wartezeit nach einer Änderung steht in der Tabelle bei Schritt 4.

Gerät Mahlgrad: Stufen und Lage Verstellen laut Anleitung
Philips LatteGo 5400 12 Stufen, Drehknopf im Bohnenbehälter nur beim Mahlen, eine Position
Philips LatteGo 5500 12 Stufen, Drehknopf im Bohnenbehälter wie 5400; Selbsteinstellung der Mahlmenge
Saeco Xelsis 12 Stufen, Drehknopf im Bohnenbehälter, je niedriger desto stärker nur beim Mahlen, eine Position; Selbsteinstellung nach Mahlgrad- oder Bohnenwechsel
Saeco GranAroma 12 Stufen nur während das Mahlwerk läuft, jeweils eine Position (laut Review)
Siemens EQ6 plus Drehwähler, gegen den Uhrzeigersinn feiner (hell geröstet), im Uhrzeigersinn gröber (dunkel geröstet) nur bei laufendem Mahlwerk
Siemens EQ600 Drehwähler mit 6 Stufen, Richtung wie EQ6 plus wie EQ6 plus
De’Longhi Magnifica Plus Drehknopf, Skala 7, 5, 3, 1 mit Zwischenmarken nur bei laufendem Mahlwerk in der Anfangsphase
De’Longhi Magnifica S Mahlgradknopf, Skala 7 bis 1; zusätzlich Drehknopf B6 für die Bohnenmenge laufendes Mahlwerk, eine Position
De’Longhi Dinamica Plus 370.70 Drehknopf A5, Skala 7 bis 1; Richtung 7 gröber laufendes Mahlwerk, eine Position
De’Longhi Dinamica Plus 380.95 Drehknopf A5, Skala 7 bis 1; Richtung 7 gröber wie 370.70
De’Longhi Rivelia 13 Mahlgradstufen, Bean Adapt empfiehlt (nur Espresso) nur bei laufendem Mahlwerk
Jura E6 7 Stufen, Drehknopf hinter einer Abdeckung hinter dem Bohnenbehälter Kriterium: gleichmäßiger Fluss, feine dichte Crema
Jura E8 7 Stufen, Lage wie E6 wie E6
Melitta CI Touch 5 Stufen, Hebel auf der Rückseite (rechts gröber, links feiner) Kriterium: gleichmäßiger Fluss, feine dichte Crema
Melitta Solo 5 Stufen laut Produktseite, Hebel hinter der rechten Seitenabdeckung erst nach etwa 1.000 Zubereitungen, unmittelbar nach Start eines Bezugs, nur solange die Mühle läuft
Nivona NICR 790 Schieberegler hinter der Service-Tür, links feiner, rechts gröber nur während die Mühle mahlt; möglichst mittlere Einstellung
Grundig KVA 6230 13 Stufen, Einstellknopf am Bohnenbehälter, größere Zahl gröber niemals bei stehendem Mahlwerk (laut Review)
Tchibo Esperto mini stufenlos, Regler im Bohnenbehälter, ab Werk Stufe 2 nur laufend (laut Review); Tchibo-Tipp: Stufe 2 für Caffè Crema, 1 für Espresso

Zwei Folgen aus der Lage der Steller sind unsere Einschätzung. Wer bei jeder neuen Sorte nachstellen will, kommt an der Melitta Solo nur mit abgezogener Seitenabdeckung und laufendem Bezug heran. Steht die CI Touch eng in einer Ecke, musst du sie zum Verstellen nach vorn ziehen, weil der Hebel hinten sitzt. Der Tchibo-Tipp steht auf der Produktseite im Abschnitt über Tchibo-Kaffees und lässt die Bohnensorte offen.

Weitere Geräte vergleicht die Bestenliste der Kaffeevollautomaten, die Übersicht steht unter Kaffeevollautomaten. Was bei Störungen am Gerät selbst anliegt, sammelt der Ratgeber Kaffeevollautomat Probleme.

Was offen bleibt

Einiges lässt sich aus den gelesenen Quellen nicht beantworten, und wir füllen die Lücken nicht auf.

Die Grundig-Anleitung antwortete am 12.10.2026 mit einem Zugriffsfehler (HTTP 403), ihre Angaben haben wir aus dem Review übernommen. Die Anleitungen sind modellspezifisch und teils älter, die gelesene Fassung der Melitta Solo ist von 2018-08. Bei einem Widerspruch zwischen diesem Ratgeber und deiner Anleitung gilt deine Anleitung.

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026· Redaktion TopKaffeeReviews · Wie wir arbeiten

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Häufige Fragen

Häufige Fragen

Gilt die Regel, den Mahlgrad nur bei laufendem Mahlwerk zu verstellen, für jedes Gerät?

Nein. Die Jura E8 aus der Generation 2018 schrieb vor, nur bei laufendem Mahlwerk zu verstellen, sonst drohten Schäden am Drehknopf Mahlgradeinstellung. In den Anleitungen der E8 von 2025 und der E6 von 2026 kommt dieser Satz nicht mehr vor. Maßgeblich ist die Anleitung deines Geräts, im Zweifel fragst du den Service des Herstellers.

Wie viel Kaffeepulver mahlt mein Vollautomat pro Bezug, und was heißt das für das Verhältnis?

Das hängt vom Gerät. Rechnet man mit 30 ml im Becher und setzt 1 ml gleich 1 g (unsere Rechnung, keine Herstellerangabe), ergeben 11 g bei Nivona etwa 1:2,7, 7 g etwa 1:4,3 und 16 g bei Jura etwa 1:1,9. Für den Pulverschacht mit gemahlenem Kaffee nennt Siemens (EQ6 plus, Störungstabelle) 2 gestrichene Messlöffel, De'Longhi (Magnifica Plus) höchstens 1 gestrichenen, die Philips LatteGo 5400 nimmt einen Messlöffel. Bei der Grundig sind es laut Review höchstens 12 g aus dem Pulverbehälter.

Wie heiß darf Kaffee in der Tasse sein?

Die IARC (WHO) stufte 2016 das Trinken sehr heißer Getränke als wahrscheinlich krebserregend für die Speiseröhre ein (Gruppe 2A). Als sehr heiß gelten Getränke, die mit mehr als 65 °C getrunken werden; die Studien stammten aus Regionen, in denen Tee oder Mate mit etwa 70 °C getrunken wird. Laut Pressemitteilung gilt die Grenze für jedes Getränk, also auch für Kaffee. Für das Kaffeetrinken an sich fand die Arbeitsgruppe keine schlüssigen Belege (Gruppe 3). Gemeint ist die Trinktemperatur, die Brühtemperatur der Maschine betrifft das nicht. Klotz u. a. (2020) nennen aus einer süddeutschen Studie 63 °C als bevorzugte Kaffeetemperatur und 67 °C als mittlere Schmerzschwelle.

Merkt man den Unterschied zwischen zwei Temperaturstufen?

Für Espresso gibt es dazu einen kleinen Versuch. Klotz, Winkler und Lachenmeier (2020) ließen 24 Verkoster im Dreieckstest nach ISO 4120 Espresso bei 80 und bei 93 °C vergleichen: 11 von 24 lagen richtig, das ist nicht signifikant. Bei 80 gegen 128 °C waren es 15 von 24, signifikant. Die Autoren nennen es Pilotexperimente, mit einer Mischung und einer Maschine (ECM Synchronika). Auf die Stufen eines Vollautomaten, die meist keine Gradzahl tragen, lässt sich das nicht übertragen.

Sagt die Farbe der Crema, ob ich richtig eingestellt habe?

Nur als grober Hinweis. Illy und Navarini (2011) beschreiben für Espresso aus Siebträgermaschinen: Eine blasse Crema deute auf Unterextraktion, wahrscheinlich durch zu groben Mahlgrad, zu kühles Wasser oder zu kurze Zeit. Sehr dunkle Crema mit weißem Fleck in der Mitte weise auf zu feines Mahlgut oder zu viel Menge, weißer Schaum mit großen Blasen auf zu heißes Wasser. Dieselben Autoren schreiben, solche Regeln beruhten auf fast einem Jahrhundert „trial and error“ und nicht auf reproduzierbaren Messungen. Für Vollautomaten ist das nicht belegt.

Was tun, wenn ölige Bohnen nicht ins Mahlwerk rutschen?

Siemens nennt in der Störungstabelle für Bohnen, die zu ölig sind und nicht ins Mahlwerk fallen, mehrere Schritte, darunter leicht klopfen, die Sorte wechseln und den Bohnenbehälter mit einem feuchten Tuch reinigen. Melitta führt ölige Bohnen als mögliche Ursache auf, wenn Bohnen nicht nachrutschen (FAQ, dazu das feuchte Tuch) oder das Mahlwerk nicht mahlt (Anleitung der CI Touch: „Kaffeebohnen zu ölig“).

Wie lange dürfen Bohnen im Bohnenbehälter bleiben?

Als Messwert nennt kein Hersteller eine Zahl für den Aromaverlust. Melitta rät in der Anleitung der CI Touch, nur so viele Bohnen einzufüllen, wie in den nächsten 3 bis 4 Tagen gebraucht werden. Siemens schreibt zum EQ6 plus mit Aromaschutzdeckel, die Bohnen könnten mehrere Tage im Behälter bleiben, ohne Aroma zu verlieren. Die Grundig soll den Behälter laut unserem Review nicht zur Aufbewahrung nutzen. Bohnen, die nicht mehr röstfrisch sind, führen Siemens und Nivona als Ursache für fehlende Crema an.

Darf ich Mineralwasser in den Tank füllen?

Nivona rät in der FAQ davon ab, weil auch Mineralwasser Calcium und Magnesium enthalte. Empfohlen werden Leitungswasser, regelmäßiges Entkalken und der CLARIS-Filter. Siemens verlangt in der Anleitung täglich frisches, kaltes Trinkwasser ohne Kohlensäure.