Die Dinamica Plus ECAM370.70.B ist ein schwarzer Kaffeevollautomat von De’Longhi mit LatteCrema-Milchkaraffe und einem 3,5 Zoll großen Touchdisplay. Bei Amazon kostet sie ca. 599 Euro (Stand September 2026, abgerufen am 7. September), und im Datenfeld für das Erscheinungsdatum steht der 9. März 2021. Bei uns ist sie unter den Kaffeevollautomaten einsortiert.
Im deutschen Shop von De’Longhi taucht sie nicht mehr auf. Ihre deutsche Produktadresse lieferte am 25. September 2026 nur eine Fehlerseite, geführt wird die 370.70.B noch auf der englischsprachigen Seite von De’Longhi, mit Produkt- und Supportseite. Unter Dinamica Plus stehen im deutschen Shop drei andere Geräte: ECAM380.85.SB, ECAM380.95.TB und ECAM382.70.B.
Wir hatten die Maschine nicht in der Hand und haben keinen Kaffee aus ihr getrunken. Was hier steht, kommt aus der deutschen Bedienungsanleitung für die Baureihe ECAM37X.70 (28 Seiten), aus dem Sicherheitsheft, das De’Longhi für alle seine Kaffeemaschinen herausgibt, aus dem Schweizer Energieetikett, der internationalen Produktseite und dem Amazon-Katalog.
Hat die 370.70 eine App-Steuerung?
Nach den Unterlagen von De’Longhi nicht. Die Produktseite der ECAM370.70.B verortet Rezepte und Profile am Display („via display“), und in den eingebetteten Produktdaten fehlt das Feld für Konnektivität. Von App-Steuerung spricht nur der Amazon-Titel.
Selbst dort bleibt es beim Titel. In den fünf Aufzählungspunkten, die Amazon darunter zeigt, taucht keine App auf.
Etwas verwirrend ist ein Detail in der Anleitung. Auf den 28 Seiten kommen App, Kopplung oder Smartphone nicht vor, trotzdem stehen dort ein Frequenzbereich von 2400 bis 2483,5 MHz und eine maximale Übertragungsleistung von 10 mW. Das ist das 2,4-GHz-Band, in dem Bluetooth und WLAN funken. Die Anleitung gilt allerdings für die ganze Baureihe ECAM37X.70 und nicht nur für die 370.70.B, die Funkdaten beweisen also nicht, dass genau dieses Gerät ein Funkmodul hat.
Unsere Einschätzung: Wer die 370.70.B kauft, plant mit dem Display und nicht mit dem Handy. De’Longhi bewirbt zwei Schwestermodelle mit App, deren Nummer sich nur in der Endung unterscheidet; welche das sind, steht in den Fragen unten.
Display, Tasten und Getränke
Unter dem Touchdisplay sitzen vier Tasten, in der Anleitung C1 bis C4. Das Bohnensymbol wählt das Aroma, „my“ öffnet das Menü für eigene Getränke, das Zahnrad führt in die Geräteeinstellungen, die Tasse bestimmt die Menge. Das Getränk selbst tippst du auf dem Display an. Dort erscheinen auch die Alarme für Entkalkung, Reinigung des Milchbehälters und Filterwechsel. Auf dem Produktfoto steckt die Karaffe links vorn, gleich neben dem Kaffeeauslauf.
De’Longhi gibt 12 Rezepte an, 6 davon per One Touch. Die Anleitung listet als Kaffeegetränke Espresso, Kaffee, Long, Doppio+ und 2X Espresso, dazu acht mit Milch: Cappuccino, Cappuccino+, Cappuccino Mix, Latte Macchiato, Caffelatte, Flat White, Espresso Macchiato und heiße Milch. Heißwasser und die Kanne Kaffee kommen hinzu. Zusammen sind das 15 Einträge, De’Longhi zählt 12.
Zwei Tassen gleichzeitig gehen nur beim Espresso. Während der erste Espresso läuft, drückst du 2X.
Vor jedem Bezug stellst du Aroma und Menge ein. Das Aroma hat fünf Stufen, X-MILD, MILD, MITTEL, KRÄFTIG und X-KRÄFTIG, dazu die Einstellung für vorgemahlenen Kaffee; die Menge hat vier, von SMALL bis X-LARGE. Nach der Ausgabe springt beides auf den Standard zurück. Wer seinen Cappuccino jeden Morgen gleich will, speichert ihn über my: Bei Milchgetränken speicherst du erst das Kaffeearoma, danach Milch- und Kaffeemenge getrennt. Jedes Getränk lässt sich im Menü einzeln auf Werkseinstellung zurücksetzen.
Die Werksmengen laut Tabelle der Anleitung: Espresso 40 ml, programmierbar von 20 bis 180 ml. Kaffee 180 ml (100 bis 240 ml), Long 160 ml (115 bis 250 ml), Doppio+ 120 ml (80 bis 180 ml). Heißwasser läuft mit 250 ml und lässt sich zwischen 20 und 420 ml einstellen.
Zur Technik nennt die Anleitung 1450 W bei 220 bis 240 V und 50 bis 60 Hz, einen Wassertank mit 1,8 l und höchstens 300 g im Bohnenbehälter. Das Netzkabel misst 1750 mm, es ist abnehmbar und steckt hinten, wo auch der Hauptschalter sitzt. Beim Einschalten heizt die Maschine vor und spült, und diesen Vorgang kannst du nicht abbrechen. Beim Ausschalten spült sie noch einmal, sofern Kaffee zubereitet wurde. Den Hauptschalter drückst du laut Anleitung nie, solange das Gerät eingeschaltet ist.
Im Detail: Mahlwerk, Mahlgrad und die 19 bar
Die Anleitung zeigt am Drehknopf A5 lediglich eine Skala mit den Ziffern 7, 5, 3 und 1 und Zwischenmarken. Stufenzahl, Bauart und Werkstoff stehen dort nicht, und dass das Mahlwerk aus Stahl sei, belegt keine Quelle von De’Longhi. Von einem 13-stufigen Kegelmahlwerk spricht allein der Amazon-Katalog.
Wie verstellt wird, regelt die Anleitung dafür genau. Nur bei laufendem Mahlwerk, in der Anfangsphase eines Bezugs. Läuft der Kaffee zu langsam, eine Position nach rechts Richtung 7; soll er kräftiger werden und mehr Crema haben, eine Position nach links Richtung 1. Nie mehr als eine Position auf einmal, und bewerten erst nach mindestens 2 Kaffees. Ab Werk ist der Mahlgrad voreingestellt, zumindest anfangs brauchst du ihn nicht anzufassen. In welcher Reihenfolge man Mahlgrad, Menge und Aroma angeht, erklärt unser Ratgeber Kaffeevollautomat einstellen.
In den Behälter kommen laut Sicherheitsheft ausschließlich geröstete Bohnen. Grüne, karamellisierte oder kandierte Bohnen schließt die Anleitung aus, sie können am Mahlwerk ankleben und es beschädigen. Wird der Kaffee dünn und hat wenig Crema, empfiehlt die Problemlösung Kaffee für Espressomaschinen.
Bleiben die 19 bar, als 1,9 MPa in den technischen Daten. Espresso wird üblicherweise mit etwa 9 bar am Kaffeemehl gebrüht. Eine Druckangabe im Datenblatt beschreibt den Höchstdruck der Pumpe. Welcher Druck im Kaffeebett tatsächlich ansteht, ergibt sich aus dem Widerstand des verdichteten Pulvers: Feines Mehl bremst das Wasser, der Druck steigt, grobes lässt es schneller durch. Über die Extraktion verraten die 19 bar deshalb wenig, eher etwas über die Reserve der Pumpe.
LatteCrema-Karaffe: Schaum einstellen, spülen, zerlegen
Die Karaffe ist zugleich der Milchbehälter. Laut Anleitung besteht sie aus dem Milchschaumregler mit CLEAN-Funktion, dem Deckel, dem Behälter, dem Milchansaugrohr und dem verstellbaren Milchausgaberohr. Du drückst sie fest auf die Düse A8, bis ein Signalton kommt, und ziehst das Ausgaberohr zur Tasse herunter. Jeder Strich an der Seite entspricht ungefähr 100 ml Milch, über die MAX-Linie füllst du nicht.
De’Longhi nennt die Technik LatteCrema Hot und bewirbt die Karaffe als selbstreinigend. Den Schaum regelst du trotzdem von Hand (wie Milchschaum überhaupt entsteht, erklärt der Ratgeber Milch aufschäumen). Das Display empfiehlt eine Position, gedreht wird am Knopf auf dem Deckel, der drei Stellungen hat: KEIN SCHAUM für heiße Milch und Caffelatte, SEHR WENIG SCHAUM für Latte Macchiato und Flat White, SEHR VIEL SCHAUM für die Cappuccino-Varianten, Espresso Macchiato und aufgeschäumte Milch.
Nach jedem Milchgetränk meldet das Display DREHKNOPF AUF CLEAN DREHEN. Drehst du, reinigt die Maschine mit Dampf und Heißwasser selbst, die Milch darf dabei in der Karaffe bleiben. Für mehrere Milchgetränke hintereinander drückst du bei der Meldung Esc und reinigst erst nach dem letzten. Danach darf die Karaffe höchstens 2 Tage in den Kühlschrank. War sie leer oder länger als 30 Minuten draußen, muss sie zerlegt und von allen Rückständen befreit werden.
Zerlegt wird ohnehin alle zwei Tage. Deckel ab, Ausgabe- und Ansaugrohr heraus, den Regler auf INSERT drehen und herausziehen, dann alles mit heißem Wasser und mildem Spülmittel reinigen; einen verstopften Kanal befreit ein Zahnstocher. Alle Teile der Karaffe dürfen in den Geschirrspüler, aber nur in den oberen Korb. Die Düse A8 an der Maschine wischst du nach jeder Milchzubereitung mit einem Schwamm ab und nimmst dabei Milchreste von den Dichtungen.
Für Haushalte mit Milchallergie steht im Sicherheitsheft ein Satz, den man kennen sollte: „Die in der mitgelieferten Bedienungsanleitung angegebenen Reinigungssysteme garantieren nicht die vollständige Beseitigung von Allergenen.“ Und bei mehreren Cappuccinos in Folge wird der Tassenrost aus Metall heiß, anfassen sollst du ihn dann nur vorn.
Pflege, Entkalken und laufende Kosten
Chemische Zusatzstoffe braucht die Reinigung laut De’Longhi keine. Tabu sind nach Anleitung Lösungs- und Scheuermittel und Alkohol, das Sicherheitsheft ergänzt alkalische Reiniger und brennbare Flüssigkeiten und rät zu einem weichen Tuch, gegebenenfalls mit neutralem Reinigungsmittel. Verkrustungen gehst du nicht mit Metallgegenständen an, und zum Reinigen wird die Maschine nie in Flüssigkeit getaucht. Von den Bestandteilen der Maschine selbst dürfen laut Anleitung nur zwei in den Geschirrspüler, der Rost der Abtropfschale und der Milchbehälter.
Die Brühgruppe kommt mindestens einmal im Monat heraus, das Sicherheitsheft sagt alle 30 Tage. Nur bei ausgeschalteter Maschine: Wassertank herausnehmen, Serviceklappe rechts öffnen, die beiden farbigen Entriegelungstasten nach innen drücken und die Gruppe gleichzeitig herausziehen. Sie liegt dann etwa fünf Minuten in Wasser und wird unter dem Hahn abgespült. Auf dem Blatt stehen dazu in Großbuchstaben „NUR MIT WASSER AUSSPÜLEN“, „KEINE REINIGUNGSMITTEL“ und „KEIN GESCHIRRSPÜLER“. Zurück kommt sie mit festem Druck auf die Aufschrift PUSH, bis sie einrastet; danach müssen die farbigen Tasten nach außen ragen. Geht sie schwer hinein, drückst du vorher die zwei Hebel.
Den Kaffeesatzbehälter leerst du, wenn die Maschine es meldet, spätestens aber 72 Stunden nach der ersten Zubereitung, denn auch dann kommt die Meldung. Diese Zählung funktioniert nur, wenn du nie über den Hauptschalter ausschaltest. Laut den Produktdaten der Herstellerseite fasst der Behälter 14 Portionen. Die Abtropfschale ziehst du bei eingeschalteter Maschine heraus und leerst dabei jedes Mal auch den Satzbehälter, sonst droht eine Verstopfung; der Pinsel hat für den Satz einen Schaber. Fällig ist die Schale, bevor der rote Schwimmer aus dem Tassenrost ragt.
Etwa einmal im Monat kommen Geräteinneres und Tank dran. Das Innere reinigst du ausgeschaltet und vom Netz getrennt mit Pinsel, Schwamm oder Staubsauger. Den Tank wischst du mit einem feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel aus, auch nach jedem Filterwechsel, und mit eingesetztem Filter lässt du danach ca. 100 ml Heißwasser ab. Das Wasser im Tank wechselst du mindestens alle 3 Tage.
Nach einer Pause von mehr als 3 bis 4 Tagen verlangt die Anleitung 2 bis 3 Spülvorgänge und einige Sekunden Heißwasser; Wasser im Satzbehälter ist danach normal. Das Sicherheitsheft geht weiter: Bei mehr als 3 Tagen Stillstand wird der Tank geleert, und beim Wiedereinschalten schüttest du ein Heißwasser und einen heißen Kaffee weg.
Die Entkalkungsaufforderung kommt nach einer Betriebszeit, die sich nach der eingestellten Wasserhärte richtet. Ab Werk steht die Maschine auf Härtegrad 4, sehr hartes Wasser. Mit dem beiliegenden Reaktionsstreifen misst du dein Leitungswasser, ein bis vier rote Quadrate entsprechen den vier Stufen, und De’Longhi rät, das so bald wie möglich zu tun. Wie du deine Wasserhärte sonst erfährst, steht im Ratgeber Wasserhärte und Kaffee.
Ein Durchgang dauert etwa 45 Minuten, wie der Entkalker dosiert wird, steht in den Fragen unten. Unter die Ausläufe gehört ein Gefäß mit mindestens 2 l, denn aus Heißwasser- und Kaffeeauslauf kommt heißes, säurehaltiges Wasser. Nach etwa 25 Minuten ist die eigentliche Entkalkung vorbei, der Rest sind Spülgänge. Per Esc lässt sich die Aufforderung verschieben, sie erscheint dann bei jedem Einschalten neu. Fordert die Maschine zwei Zyklen kurz hintereinander, ist das laut Anleitung normal. Verschütteten Entkalker wischst du sofort weg, er kann empfindliche Oberflächen beschädigen.
Zugelassen ist ausschließlich Entkalker von De’Longhi. Der De’Longhi EcoDecalk steht in unserer Preisbox bei ca. 7,98 Euro für eine 500-ml-Flasche mit 5 Anwendungen, das sind ca. 1,60 Euro pro Anwendung. Eine Jahressumme lässt sich daraus nicht bilden, weil De’Longhi das Intervall weder in Litern noch in Bezügen beziffert.
Im Zubehör der Anleitung liegen ein Reaktionsstreifen für die Wasserhärte, ein Messlöffel, Entkalker, ein Reinigungspinsel, ein Heißwasserauslauf und das Netzkabel. Den Wasserfilter führt sie mit dem Zusatz „bei einigen Modellen“ und empfiehlt, ihn einzusetzen. Er hält laut Anleitung zwei Monate bei normalem Gebrauch und höchstens drei Wochen, wenn die Maschine steht, und ist bei den autorisierten Kundendienstzentren erhältlich. Der De’Longhi Wasserfilter DLSC002 ist laut Amazon-Katalog für ECAM-Geräte gedacht, die US-Seite von De’Longhi führt „alle ECAM“. Bei ca. 7,49 Euro in unserer Preisbox und sechs Filtern pro Jahr kommst du bei Dauernutzung auf ca. 44,94 Euro pro Jahr. Allgemeine Schritte zur Pflege fasst der Ratgeber Kaffeevollautomat entkalken und reinigen zusammen.
Was De’Longhi offenlässt
Diese Angaben suchen Käufer beim Vergleich, und sie fehlen in Anleitung, Sicherheitsheft und Produktseite. Wir sammeln sie an einer Stelle, statt sie zu schätzen:
- Bauart der Pumpe und Druck am Kaffeemehl
- Milchschaumtemperatur in Grad Celsius
- Aufheizzeit und Lautstärke in Dezibel
- das Fassungsvermögen der Karaffe über die 100-ml-Striche hinaus
- ob sich der Bohnenbehälter abnehmen lässt und auf welcher Seite der Wassertank herauskommt
- Gehäusematerial und Herstellungsland
- ob Wasserfilter und Kaffeekanne bei der ECAM370.70.B im Karton liegen
- welche Abschaltzeit ab Werk eingestellt ist
- Zahl der Benutzerprofile und Funkstandard
- ob helle Filterröstungen oder sehr ölige Bohnen geeignet sind
- Ersatzteilverfügbarkeit, eine UVP und EU-Verbrauchswerte
Was sonst infrage kommt
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| DeLonghi Dinamica Plus 370.70 (dieses) | 12 Rezepte, Karaffe dockt an die Düse an und darf in den Kühlschrank | ca. 599 € | 8,6 | du sie günstiger bekommst als die 380.95 |
| DeLonghi Dinamica Plus 380.95 | 24 statt 12 Getränke, Tank und Leistung laut De’Longhi gleich | ca. 589 € | 8,7 | du Cortado oder Galão trinkst oder einfach den niedrigeren Preis nimmst |
| Philips LatteGo 5500 | Milchsystem aus zwei Teilen ohne Schläuche, zum Spülen abnehmbar | ca. 515 € | 8,7 | du den Milchbehälter nach dem Cappuccino lieber abnimmst und abspülst |
| Jura E8 | Brüheinheit fest verbaut, Reinigung per Tablette statt Herausnehmen | ca. 1.049 € | 9,4 | du die Brühgruppe nie selbst in die Hand nehmen willst |
Die Preise sind Richtwerte aus unseren Preisboxen, für die 370.70 vom 7. September 2026, und keine Tagespreise. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus Anleitungen und Datenblättern; an keinem der vier Geräte haben wir etwas gemessen.
Wann die 370.70, wann eine der anderen?
Am Preis hängt viel, denn die günstigere Schwester hat mehr Getränke. Zu den Milchrezepten der 370.70 kommen bei der Dinamica Plus 380.95 laut De’Longhi unter anderem Cortado, Galão und Café au Lait hinzu, Tank und Leistung sind gleich. Zur 370.70 würden wir erst greifen, wenn ihr Preis unter die 589 Euro der 380.95 aus unserer Preisbox fällt.
Dann die Frage, wie viel Pflege dir das Milchsystem wert ist. Was die Karaffe der 370.70 an Pflege verlangt, steht oben. Die Philips LatteGo 5500 hat laut Philips einen Milchbehälter aus zwei Teilen ohne Schläuche, den du nach dem Gebrauch abnimmst und unter fließendem Wasser oder im Geschirrspüler reinigst. Philips gibt für die Reinigung weniger als 10 Sekunden an und für den Behälter laut Anleitung 250 ml. Sie kostet in unserer Preisbox rund 84 Euro weniger als die 370.70.
Die Jura E8 dreht es um. Ihre Brüheinheit ist fest verbaut und wird laut Jura-Anleitung nach 180 Zubereitungen oder 80 Einschaltspülungen per Tablette gereinigt, die Milch kommt über einen Schlauch aus einem externen Behälter, und gespült wird das Milchsystem 15 Minuten nach einem Milchgetränk automatisch. Für die Jura E8 zahlst du 450 Euro mehr als für die 370.70, und dieser Aufpreis lohnt sich aus unserer Sicht vor allem für jemanden, den das monatliche Herausnehmen der Brühgruppe wirklich stört.
Zur Stellfläche nennt die Anleitung 240 x 440 x 360 mm (Breite, Tiefe, Höhe) und 10 kg. In den Produktdaten der Herstellerseite stehen 236 x 429 x 348 ohne Einheit und 11,93 kg, exakt das Verpackungsgewicht, der Amazon-Katalog kommt umgerechnet auf rund 9,5 kg. Das Sicherheitsheft verlangt 3 cm Luft zu Seitenwänden und Rückwand und 15 cm nach oben. Mit den Werten der Anleitung heißt das: 30 cm Breite, 47 cm Tiefe und 51 cm bis zur Unterkante des Hängeschranks. Die Arbeitsfläche muss mehr als 850 mm über dem Boden liegen, im Betrieb gehört die Maschine nicht in einen Schrank, und aufstellen sollst du sie nicht in der Nähe von Wasserhahn oder Spülbecken. Angeschlossen wird sie an eine geerdete Steckdose mit mindestens 10 A, die jederzeit zugänglich bleibt.
Für Gäste hat sie zwei Wege, zwei Espressi gleichzeitig und die Kannen-Funktion, deren Mengen in den Fragen unten stehen. Unter den höhenverstellbaren Auslauf passen laut Produktdaten Tassen bis 133 mm.
Und wer eine App will, kommt mit keiner der beiden günstigeren Alternativen weiter. Die 380.95 hat laut Datenblatt keine Funkverbindung, im Datenfeld Konnektivität steht No; die LatteGo 5500 lässt sich laut Philips nicht per App steuern, die HomeID-App liefert nur Infos und Rezepte. Von den vier Geräten der Tabelle hat nur die Jura E8 laut Hersteller eine App-Anbindung, J.O.E. über das separat erhältliche Wi-Fi Connect.
Für wen geeignet?
Das Sicherheitsheft bestimmt die Maschine ausschließlich für den Hausgebrauch und schließt Personalküchen, landwirtschaftliche touristische Einrichtungen, Hotels, Zimmervermietungen, Motels und Übernachtungsbetriebe aus. Die Kaffeeecke im Büro und das Frühstück in der Pension fallen damit heraus.
Auch für das unbeheizte Wochenendhaus ist sie nicht gedacht: Laut Heft gehört sie in Innenräume ohne extreme Temperaturen, geschützt vor Sonne und Feuchtigkeit, nicht in einen Raum, in dem es friert, und nicht höher als 2000 m über dem Meer.
Familien finden im selben Heft zwei Regeln, die nicht zusammenpassen. Ein Abschnitt für europäische Märkte erlaubt die Nutzung ab 8 Jahren unter Aufsicht oder nach Einweisung, Reinigung und Wartung nur durch Kinder über 8 und nur beaufsichtigt, und Gerät und Kabel sollen für Kinder unter 8 unerreichbar sein; spielen darf kein Kind damit. An anderer Stelle heißt es ohne Einschränkung, das Gerät dürfe nicht von Kindern benutzt werden. Wir würden uns an den strengeren Satz halten.

