Siebträger-Kaufberatung 2026: So findest du deine Maschine
Ratgeber

Siebträger-Kaufberatung 2026: So findest du deine Maschine

Die kurze Antwort: Entscheide vor dem Preisvergleich über Mahlwerk und Milchschaum und kläre den Siebdurchmesser, denn daran hängen Bauart und Gesamtkosten. Die 15 bar auf dem Karton sind ein Pumpenwert; für das Kaffeebett nennt die historische SCAA-Definition, die das SCA-Magazin 25 zitiert, 9 bis 10 Atmosphären (rund 9,1 bis 10,1 bar). In unserem Katalog reichen die Preisboxen von ca. 123,99 bis ca. 1.187,29 Euro, der Median liegt bei 489,00 Euro, und 8 von 17 Siebträgern haben ein Mahlwerk.

Sechs Fragen, bevor du Preise vergleichst

Zur Reihenfolge: Mahlwerk und Heizsystem lassen sich nach dem Kauf nicht tauschen, Tamper, Waage und Abklopfbehälter schon.

  1. Soll das Mahlwerk in der Maschine stecken oder getrennt stehen? Ein eingebautes spart ein Gerät auf der Arbeitsplatte, du ersetzt es aber nur zusammen mit der Maschine. Eine getrennte Mühle kostet extra und lässt sich unabhängig tauschen: Elf der 14 elektrischen Mühlen in unserem Katalog nennen eine Siebträger-Lösung, ihre Preisboxen liegen zwischen ca. 87,99 und ca. 639,00 Euro.
  2. Brauchst du Milchschaum direkt nach dem Espresso? Ein Einkreiser kann laut La Marzocco nicht zugleich brühen und dampfen, ein Dualboiler schon. Wer nach jedem Espresso Milch schäumt, entscheidet damit auch über die Bauart.
  3. Druckfilter oder einwandiges Sieb? Die Siebart bestimmt, wie viel Arbeit am Mahlgrad auf dich zukommt.
  4. Welcher Siebdurchmesser gilt? Tamper, Siebe und die Halter der Mühlen richten sich danach, und ein einheitliches Maß haben wir nicht gefunden.
  5. Passt der Einsatzort zur Zweckbestimmung? Ob Büro oder Pension erlaubt sind, legt jeder Hersteller je Modell fest.
  6. Was kostet das ganze Paket? Zur Maschine kommen je nach Modell eine Mühle, Tamper, Waage und Abklopfbehälter, dazu laufend Kaffee.

Heizsysteme: Katalog, Herstellerangaben, offene Fragen

Unser Katalog umfasst 17 Siebträger mit umgeschriebenem Review und keinen Zweikreiser mit Wärmetauscher; die Angaben zu dieser Klasse stammen unten allein von La Marzocco. Bei den beiden Ninja-Modellen steht das Heizsystem in keiner der von uns geprüften Herstellerunterlagen. Die übrigen 15 heizen nach ihren Reviews so: vier mit Thermoblock, zwei mit Thermocoil, drei mit ThermoJet, fünf als Einkreiser und eine als Dualboiler.

Maschine Heizsystem Mahlwerk Siebträger laut Hersteller Preis laut Preisbox
De’Longhi Dedica EC685 Thermoblock nein kein Durchmesser angegeben ca. 123,99 Euro
De’Longhi Classic EM450 Thermoblock nein kein Durchmesser angegeben ca. 127,00 Euro
De’Longhi La Specialista Arte Thermoblock ja kein Durchmesser angegeben ca. 369,00 Euro
Sage Barista Express Impress Thermocoil ja 54 mm ca. 379,00 Euro
Ninja Luxe Premier nicht veröffentlicht ja nicht veröffentlicht ca. 381,43 Euro
Ninja Luxe Pro nicht veröffentlicht ja nicht veröffentlicht ca. 386,85 Euro
Sage Barista Pro ThermoJet ja 54 mm ca. 474,01 Euro
Sage Bambino Plus ThermoJet nein 54 mm ca. 479,90 Euro
Lelit Anna PL41TEM Einkreiser nein 57,35 mm (Amazon-Angebotstext), LELIT57-Gruppe ca. 489,00 Euro
Sage Barista Express Thermocoil ja 54 mm ca. 489,00 Euro
Gaggia Classic Evo Pro Einkreiser nein 58 mm ca. 499,52 Euro
De’Longhi La Specialista Touch Thermoblock ja kein Durchmesser angegeben ca. 549,97 Euro
Lelit Victoria Einkreiser nein LELIT58-Gruppe ca. 799,00 Euro
Rancilio Silvia Einkreiser nein 58-mm-Tamper im Katalog, kein Gruppenmaß ca. 829,00 Euro
Gaggia Classic UP Einkreiser nein 58 mm ca. 950,89 Euro
Sage Barista Touch ThermoJet ja 54 mm ca. 971,54 Euro
Lelit Elizabeth Dualboiler nein LELIT58-Gruppe ca. 1.187,29 Euro

Die Preisboxen stammen nicht vom selben Tag: Bei einem Teil der Maschinen nennen die Reviews einen Stand, bei den übrigen nur die Preisbox, und die Classic UP steht laut ihrem Review mit dem Stand Juli 2026 in der Box, die Classic Evo Pro mit dem Stand September 2026.

Ein Einkreiser hat nach La Marzocco einen Kessel mit einer Heizung, aus dem das Wasser für Espresso und Dampf kommt. Beides zugleich geht nicht. Nach dem Espresso muss der Kessel für den Dampf aufheizen, und das Wasservolumen darin sinkt. Vor dem nächsten Espresso muss die Temperatur wieder abgesenkt und das Wasservolumen wieder gesteigert werden; beschleunigen lässt sich das laut La Marzocco durch flushen, also durch Ablassen von heißem Wasser. Dass es dabei keine konstante Temperaturstabilität gebe, schreibt La Marzocco, ein Hersteller, der selbst Dualboiler baut und das Dualboilersystem auf 1970 (GS-Serie) datiert.

Der Zweikreiser hat ebenfalls einen Boiler mit einer Heizung, aber zwei Wasserkreisläufe. Die Kesseltemperatur liegt laut La Marzocco konstant bei etwa 120 °C, das Frischwasser läuft durch ein Röhrchensystem im Kessel zur Brühgruppe. Brühgruppe und Dampflanze können gleichzeitig laufen. Nach langer Pause kann die Maschine überhitzen, deshalb empfiehlt der Hersteller vor jedem Bezug einen cooling flush.

Beim Dualboiler heizen zwei Kessel getrennt: ein großer mit 120 °C für den Dampf und ein kleiner mit 90 bis 95 °C für den Kaffee, so La Marzocco. Der Hersteller nennt beim Dualboilersystem mit gesättigter Brühgruppe eine Temperaturstabilität von unter 0,6 °C, besonders in Verbindung mit isoliertem Edelstahl und einer elektronischen Steuerung (PID). Ob die Zahl für ein Haushaltsmodell gilt, sagt die Quelle nicht. Die Lelit Elizabeth, bei uns der einzige Dualboiler, hat nach unserem Review einen Kaffeekessel aus Messing mit 300 ml (ab Werk 95 °C) und einen Dampfkessel aus Edelstahl 316L mit 600 ml (ab Werk 135 °C). Der Lelit-Shop gibt als Aufheizzeit weniger als 15 Minuten an.

De’Longhi schreibt auf der österreichischen Seite, die Thermoblock-Heizung der Dedica Style und der Dedica Arte erreiche die Extraktionstemperatur in gerade einmal 40 Sekunden. Für die Dedica Maestro Plus wirbt der Hersteller mit einem Advanced Thermoblock, der aktiv regelt, und die Seite der Classic EM450 verspricht eine schnelle Aufheizzeit und eine höhere Temperaturstabilität.

Sage setzt auf zwei andere Systeme. Barista Express und Impress heizen mit Thermocoil und PID, die Express hält ab Werk 93 °C. Beim ThermoJet der Barista Pro soll die Extraktionstemperatur laut Sage nach 3 Sekunden stehen; die Zeit gilt der Extraktionstemperatur, nicht der Dampfbereitschaft. Dazu wirbt Sage mit bis zu 32 Prozent weniger Energie als bei einem Thermoblock; die Fußnote der Produktseite stützt das auf interne Benchmark-Tests ab November 2022.

Zeiten bis zur Betriebsbereitschaft stehen nur bei einigen Herstellern. Für die Anna nennt die Anleitung laut unserem Review ungefähr 3 Minuten, der Lelit-Shop weniger als 10 Minuten; das englische Datenblatt der Victoria spricht von wenigen Minuten. Die Anleitung der Gaggia Classic E24 verlangt statt einer Zeitangabe: Siebträger einsetzen, etwa 150 ml Wasser durchlaufen lassen und einige Minuten warten, bis die Maschine mit eingesetztem Siebträger die richtige Temperatur erreicht. Die Silvia ist laut unserem Review bereit, wenn die orange Heizlampe ausgeht.

Wer hält die Temperatur besser? Die Hersteller antworten gegensätzlich. De’Longhi sieht die höhere Temperaturstabilität beim Thermoblock, La Marzocco vermisst sie bei Einkreiser und Zweikreiser, Gaggia begründet den Messingkessel der Evo Pro mit mehr Wärmespeicherung, Lelit die zwei Kessel der Elizabeth. Unabhängige Messungen an Haushaltsmaschinen haben wir nicht gefunden.

Für die Lelit Anna, einen Einkreiser mit PID, steht in unserem Review nach der Anleitung (von uns nicht selbst geöffnet) eine mögliche Abweichung der Kesseltemperatur vom Sollwert von +/- 10/12 Grad, und zwar beim Aufheizen, beim Bezug und bei der Heißwasserentnahme. Eine Rangfolge der Bauarten nach Temperaturstabilität lassen die Quellen nicht zu, wir stellen deshalb keine auf. Belegt sind die Unterschiede im Ablauf, also gleichzeitig oder nacheinander und wie lange du auf den Kessel wartest.

Die 15 bar auf dem Karton und der Druck am Kaffeebett

Wie sich der Druck einer Vibrationspumpe verhält, zeigt der Katalog des Pumpenherstellers CEME zu seinen Ulka-Modellen (mindestens aus dem Jahr 2008). Aufgetragen ist der Druck über dem Durchfluss, gemessen mit Wasser bei 20 °C. Der höchste Druck liegt bei Durchfluss null an, also bei geschlossenem Auslass, und fällt mit steigendem Durchfluss bis auf 0 bar. Aus dem Diagramm gelesen (eine Näherung): Das Modell E5, die 15-bar-Klasse, kommt bei Durchfluss null auf rund 13,7 bis 16,6 bar und liegt bei etwa 200 cc/min noch bei rund 8,5 bis 12 bar. Das Modell E4 erreicht bei Durchfluss null rund 17 bis 21,5 bar.

Bei den Ulka-Pumpen ist die Katalogzahl demnach der Höchstdruck ohne Durchfluss, und die 20-bar-Klasse (E4) und die 15-bar-Klasse (E5) sind getrennte Modelle mit eigenen Kennlinien. Was am Kaffeebett ankommt, legen zusätzlich der Widerstand des Kaffeebetts und bei manchen Maschinen ein Überdruckventil fest.

Quelle Angabe zum Druck Art der Angabe
SCAA, historische Definition (SCA, 25 Magazine, Ausgabe 3) 9 bis 10 Atmosphären, rund 9,1 bis 10,1 bar Definition eines Fachverbands, keine Norm für Haushaltsmaschinen
Espresso-Umfrage der Barista Guild of America 2017 Mittel 8,5 bar, häufigste Antwort 9 bar Selbstauskunft von 275 Baristas, 76 Prozent davon aus den USA
Sage Barista Express 9 bar bei der Extraktion, die 15-Bar-Pumpe ermöglicht es Hersteller, Produktseite
Gaggia Classic UP 9 bar beim Brühen, 15 bar nominal Hersteller, Produktseite; bei der Classic E24 nur 15 bar nominal
Lelit Victoria 8 bis 10 bar bei der Extraktion als Idealwert, Pumpendruck 15 bar Hersteller, Anleitung
De’Longhi Dedica EC685 nur Pumpendruck 15 bar Hersteller, Produktdaten
Andueza u. a. 2002 Arabica-Espresso bei 7, 9 und 11 atm verglichen Studie

Andueza, Maeztu, Dean, de Peña, Bello und Cid (2002, Journal of Agricultural and Food Chemistry) nennen den Wasserdruck einen der wichtigsten Einflussfaktoren, zu dem es wenige Studien gebe. Der Espresso bei 9 atm zeigte konsistenten Schaum und einen hohen Anteil an Schlüsselaromen, die mit Frische und fruchtigen, malzigen und buttrigen Noten verbunden sind. Die Proben bei 7 und 9 atm ließen sich in der Hauptkomponentenanalyse von denen bei 11 atm trennen. Belegt ist nur das Profil bei 9 atm und die Trennung von 7 und 9 atm gegen 11 atm; eine Überlegenheit höheren Drucks zeigt das Abstract nicht.

Wir würden die Pumpenzahl nicht als Qualitätsmerkmal lesen. Eine Zahl für den Druck am Sieb finden wir bei Sage (9 bar), bei Gaggia nur für die Classic UP (9 bar beim Brühen) und bei Lelit als Idealwert (8 bis 10 bar).

Temperatur, Dosis und Zeit: Quellen nebeneinander

Für fast jede Zahl gibt es mehrere Empfehlungen. Die Spanne bei der Wassertemperatur reicht von 88 °C bei Lelit bis 96,1 °C bei der SCAA.

Quelle Wassertemperatur Art der Angabe
SCAA, historische Definition 90,5 bis 96,1 °C (195 bis 205 °F) Definition eines Fachverbands
Espresso-Umfrage der Barista Guild of America 2017 Mittel 200,3 °F, rund 93,5 °C Selbstauskunft von Baristas
La Marzocco 90 bis 95 °C als Idealwert für die Extraktion Hersteller von Profimaschinen
Sage Barista Express 93 °C ab Werk, geregelt per PID Hersteller, Produktseite und Anleitung
Lelit Victoria 88 bis 92 °C beim Brühen Hersteller, Anleitung
Lelit Elizabeth und Lelit Anna ab Werk 95 °C Kesseltemperatur laut unseren Reviews
De’Longhi Dedica EC685 drei Stufen ohne Gradzahl Hersteller, Anleitung
Gaggia Classic Evo Pro kein Sollwert in Grad, kein PID genannt Hersteller ohne Angabe; Thermostat nach unserem Review
Rancilio Silvia Thermostat, kein Sollwert in Grad Hersteller, Produktseite

Die Zahl auf dem Display ist nicht immer das Wasser in der Tasse. De’Longhi schreibt, die dreistufige Brühtemperatur der Dedica beziehe sich auf das Wasser im Thermoblock und weiche von der Temperatur des Getränks in der Tasse ab, und bei Lelit steht die 95 °C für die Kesseltemperatur. Die Angaben lassen sich als Bereich lesen, nicht als Messwert am Sieb, und die Werkseinstellung als Ausgangspunkt (93 °C bei Sage, 95 °C Kesseltemperatur bei Lelit).

Quelle Dosis (Doppelter) Getränk Zeit
SCAA, historische Definition 14 bis 18 g 50 bis 70 ml (2 x 25 bis 35 ml) 20 bis 30 s
Espresso-Umfrage der Barista Guild of America 2017 18 bis 20 g im Mittel 36,5 g, Verhältnis im Mittel 1:2 (Antworten von 1:1,5 bis 1:2,5) 25 bis 30 s
Sage Barista Express ideale Dosis 18 g (Produktseite), laut Anleitung 16 bis 19 g für zwei Tassen voreingestellt ca. 60 ml für zwei Tassen (Anleitung) 25 bis 30 s Bezugsdauer, Ausgabe beginnt nach 8 bis 12 s (Anleitung)
Lelit Victoria Sieb für 2 Dosen 14 bis 18 g; Idealwert 7 g +/- 0,5 Idealwert 30 ml Idealwert 25 s
Gaggia Classic UP Sieb für 2 Tassen 18 g, Sieb für 1 Tasse bis 11 g keine Angabe keine Angabe
Rancilio Silvia Körbe 8/16 g und 14/18 g, Siebträger fasst Filter bis 21 g keine Angabe keine Angabe
Smrke u. a. 2024 20 g 40 g Bezugszeit wurde gemessen, nicht vorgegeben

Die Dosis gibt nach unserer Einschätzung der Korb vor: Die Körbe in der Tabelle reichen von 8 bis 18 g, und der Siebträger der Silvia nimmt Filter bis 21 g auf. Der Idealwert von Lelit (7 g für 30 ml) liegt in der Größe eines einfachen Espressos (SCAA: 7 bis 9 g für 25 bis 35 ml; Lelit nennt für das Sieb für zwei Dosen 14 bis 18 g). Die Umfrage meint dagegen Doppelte: 93 Prozent der Befragten bezeichnen ihren Espresso als Doppelten, und die meisten nutzen 18-g-Körbe. Das Verhältnis 1:2 ist laut dieser Umfrage der Durchschnitt, eine verbreitete Praxis und kein Standard. Smrke, Eiermann und Yeretzian arbeiteten für ihre Studie von 2024 mit 20 g Kaffee auf 40 g Getränk bei 9 bar. Bei der Zeit liegt die Mitte bei 25 bis 30 Sekunden. Als Ausgangspunkt bieten sich der Korb deiner Maschine und das Verhältnis 1:2 an, bei einem 18-g-Korb also 18 g auf 36 g; von dort änderst du in kleinen Schritten.

Druckfilter oder einwandiges Sieb

Gaggia liefert die Classic E24 ab Werk mit dem Druckfilter „Crema perfetta“ auf dem Siebträger, für eine oder zwei Tassen, und schreibt, er ermögliche Espresso mit Crema auch beim ersten Gebrauch. Die Anleitung verlangt, ihn nur zusammen mit dem Perlstrahl-Aufschäumer zu benutzen, sonst spritze der Kaffee heraus und es drohten Verbrennungen. Wer die herkömmlichen Siebe nutzt, entfernt Druckfilter und Aufschäumer. In den Druckfilter-Siebträger gehört laut Sicherheitsheft nur gemahlener Kaffee. Die Classic Evo Pro kostet in unserer Preisbox 499,52 Euro und liefert den Druckfilter trotzdem mit, dazu zwei herkömmliche Siebe.

Auch Sage führt in der Anleitung der Barista Express doppelwandige Siebe, die für bereits gemahlenen Kaffee gedacht sind; einwandige Siebe sind dort für frisch gemahlene ganze Bohnen vorgesehen. Eine Mühle brauchst du für den Anfang bei der Dedica laut unserem Review nicht: Sie führt nach den Produktdaten Druck- beziehungsweise Doppelwandsiebe, die vorgemahlenen Kaffee vorsehen, und ist ESE-Pad-kompatibel.

Unser Review der Gaggia Classic Evo Pro beschreibt die Folge so: Der Druckfilter baut den Widerstand selbst auf und macht den Anfang beim Mahlgrad leicht, die herkömmlichen Siebe verlangen den passenden Mahlgrad und einen sauberen Tamp. Auch mit Druckfilter gehört das Einstellen dazu, so unsere Einschätzung. Zu den Werkseinstellungen schreibt Stiftung Warentest in der Pressemitteilung zu ihrem Vergleich von 2021, nur wenige Maschinen hätten damit „den optimalen Espresso“ gebrüht, und Kaffeesommeliers gaben deshalb Einstelltipps je Gerät.

Mühle: was belegt ist

Der Mahlgrad bestimmt, wie schnell das Wasser durch den Kaffee läuft und wie viel sich löst. Andueza, de Peña und Cid (2003, Journal of Agricultural and Food Chemistry) verglichen drei Mahlgrade bei zwei Robusta-lastigen Mischungen (Arabica zu Robusta wie 20 zu 80, einmal mit 50 Prozent Torrefacto), weshalb sich ihr Ergebnis nicht auf Specialty-Arabica übertragen lässt: In beiden Mischungen nahm die Extraktion von Feststoffen, löslichen Stoffen und Aromastoffen umgekehrt zur Partikelgröße zu.

Cameron und Kollegen (2020, Matter) nennen Espresso das am stärksten schwankungsanfällige der verbreiteten Kaffeeformate. Unter der Annahme einer homogenen Durchströmung des Kaffeebetts sagt ihr Modell voraus, dass die Ausbeute mit gröberem Mahlgrad monoton sinkt. Im Experiment fanden sie dagegen ein Maximum: Bei sehr groben und bei feinen Einstellungen lag die Ausbeute niedriger. Sie deuten das als ungleichmäßige Durchströmung bei feinen Einstellungen, mit schlechter Reproduzierbarkeit und verschwendetem Rohstoff.

Smrke, Eiermann und Yeretzian (2024, Scientific Reports) schreiben dem Feinanteil eine Schlüsselrolle für den Durchfluss beim Espresso zu. Verschiedene Mahltechniken können bei gleicher mittlerer Korngröße unterschiedlich viel Feinanteil liefern (Partikel unter 100 Mikrometern), so das Abstract der Studie. Die Autoren mischten Feinanteil zu und fanden: Mehr davon senkt die Durchlässigkeit des Kaffeebetts, verringert den Durchfluss und verlängert die Bezugszeit. Haushaltsmühlen verglich die Studie nicht; der Aufbau war eine Arabica-Bohne, eine Mühle, 20 g Dosis, 9 bar, 40 g Getränk, eine professionelle Maschine, Tampern mit 20 kgF und zugesetzter Feinanteil.

Dazu passt die Faustregel, die Stiftung Warentest nennt (test 12/2019). Ist das Pulver zu fein, tröpfelt das Getränk zu langsam in die Tasse, es findet Überextraktion statt, und der Espresso schmeckt stark und bitter. Ist es zu grob, rinnt das Wasser so schnell durch, dass es zu wenig Aromastoffe löst: Der Espresso schmeckt sauer, ist zu hell, und die Crema verschwindet schnell. Cameron und Kollegen schränken die Regel ein, denn bei sehr feinen Einstellungen sinkt die Ausbeute wieder. Wir würden die Regel als erste Richtung nehmen und mit Zeit und Getränkemasse gegenprüfen. Wie du den Mahlgrad dann verstellst, steht im Ratgeber Mahlgrad einstellen.

Zur Bauart der Mühle: Stiftung Warentest prüfte für test 12/2019 15 Kaffeemühlen. Schlagmessermühlen könnten auch gut mahlen, heißt es dort, den passenden Mahlgrad zu finden sei aber aufwendig und dasselbe Ergebnis nur schwer zu wiederholen; der Mahlgrad lasse sich nur über die Mahldauer ändern. Für einen doppelten Espresso brauchten Messermühlen bis zu 70 Sekunden reine Mahlzeit, Mahlwerksmühlen 6 bis 18 Sekunden. Mahlwerksmühlen liefern „einmal richtig eingestellt“ jeden Tag den gleichen Mahlgrad, und fast alle Mühlen lieferten nach der Einstellung durch einen Barista besseres Pulver als nach der Gebrauchsanleitung. Gaggia zieht in der Anleitung der Classic E24 eine Mahlmühle der Messermühle vor, weil diese zu viel Pulver freisetze und unregelmäßig mahle.

Ein Nachteil der Mahlwerksmühlen ist der Totraum: Zwischen Mahlwerk und Auswurf bleibt immer ein Rest Pulver hängen, bis zu 3,9 g in einzelnen Mühlen, laut Stiftung Warentest genug für einen halben Espresso. Das erste Getränk besteht dann teils aus altem Pulver. Schlagmessermühlen haben keinen Totraum. Unsere Einschätzung: Ein Mahlwerk ist die verlässlichere Wahl.

Und vorgemahlener Kaffee? Nach dem Deutschen Kaffeeverband werden ganze Bohnen, die erst kurz vor dem Brühen frisch gemahlen werden, zum Beispiel für Siebträgermaschine oder Vollautomat verwendet, vorgemahlener Kaffee eigne sich für die Filterkaffeemaschine. Beim Mahlen gingen flüchtige Aromen verloren. Stiftung Warentest belegt auf der frei lesbaren Seite mit keiner Messung, was es schreibt: Gemahlen verfliege das Aroma innerhalb kürzester Zeit.

Lelit hält die Mühle für unverzichtbar, im Handbuch der Victoria steht „The grinder is a must“, und nach der Anleitung hängt die Hälfte des Ergebnisses davon ab, wie man die Maschine bedient. Gaggia empfiehlt dagegen in der Anleitung der Classic E24, bei Röstereien fein gemahlenen Kaffee zu bestellen, auch wenn der Kaffee im Idealfall erst kurz vor dem Gebrauch gemahlen wird. Frisch zu mahlen ist damit bei Lelit, Gaggia und dem Deutschen Kaffeeverband der Idealfall, und Stiftung Warentest nennt den schnellen Aromaverlust nach dem Mahlen; mit Druckfilter ist gemahlener Kaffee aber ein vom Hersteller vorgesehener Weg.

Mahlwerk eingebaut oder getrennt

Acht Maschinen im Katalog haben ein Mahlwerk: De’Longhi La Specialista Arte und Touch, die beiden Ninja Luxe sowie Sage Barista Express, Impress, Pro und Touch. Am günstigsten ist die Arte (ca. 369,00 Euro); ihr Review nennt weder die Bauart noch das Material des Mahlwerks. Unter den Maschinen, deren Review ein Kegelmahlwerk ausdrücklich nennt, ist nach den Preisboxen die Sage Barista Express Impress (ca. 379,00 Euro, 25 Stufen) die günstigste, die Ninja Luxe Premier folgt mit ca. 381,43 Euro. Der Hebel der Impress drückt das Mehl nach Sage mit 10 kg an und dreht dabei um 7 Grad, die Anleitung nennt für die Dosis 8 bis 11 g für eine und 16 bis 19 g für zwei Tassen. Mahlgrad und Bezugszeit stellst du selbst ein. Laut ihrem Review ist die Impress die falsche Wahl für zwei Gruppen: für alle, die bereits sicher tampern und die Puckhöhe selbst bestimmen wollen, und für alle, die schon eine gute Espressomühle besitzen und kein zweites Mahlwerk mitbezahlen wollen.

Bei den übrigen neun Maschinen stammt das Mehl aus einer getrennten Mühle oder aus der Packung. Von den 14 elektrischen Mühlen im Katalog nennen elf eine Siebträger-Lösung (Halter, Gabel oder Dosierbecher); bei der Caso Barista Crema, der Rommelsbacher EKM 200 und der Wilfa Svart Uniform+ mahlst du in einen Auffangbehälter und füllst um. Die elf im Überblick:

Mühle Mahlwerk Preis laut Preisbox
Rommelsbacher EKM 400 Kegelmahlwerk aus Edelstahl, 35 Stufen ca. 87,99 Euro
De’Longhi Dedica KG 520.M Kegelmahlwerk, 18 Stufen ca. 131,89 Euro
Graef CM800 Kegelmahlwerk, 40 Mahlgrade ca. 139,99 Euro
Sage Dose Control Pro Kegelmahlwerk, 60 Stufen, Zeitwähler 0 bis 50 s ca. 153,25 Euro
Graef CM820 Kegelmahlwerk, 40 Mahlgrade ca. 157,00 Euro
Baratza Encore ESP 40-mm-Kegelmahlwerk, 40 Raststufen ca. 179,95 Euro
Sage Smart Grinder Pro Kegelmahlwerk, 60 Stufen ca. 199,00 Euro
Baratza Virtuoso+ 40-mm-Kegelmahlwerk, 40 Raststufen ca. 229,95 Euro
Fellow Opus 40-mm-Kegelmahlwerk, 41 Raststufen ca. 230,00 Euro
Eureka Mignon Specialità 55-mm-Flachscheiben, stufenlos ca. 431,90 Euro
Eureka Libra 16CR 55-mm-Flachscheiben, stufenlos ca. 639,00 Euro

Die Eureka Mignon Specialità steht auf Platz 1 unserer Bestenliste Beste Mühlen 2026 (eine redaktionelle Wertung) und hat einen Touchscreen-Timer und einen 300-g-Bohnenbehälter. Die Libra 16CR dosiert dagegen nach Gewicht: Der Siebträger hängt in einer Gabel, die mitwiegt, und der Motor stoppt beim Zielgewicht (laut Eureka ±0,2 g). Die Graef CM820 ist laut ihrem Review bei Graef nicht mehr gelistet (Stand 25.09.2026), bei Amazon ist sie weiterhin gelistet. Die Stände der Preisboxen: Baratza Encore ESP und Virtuoso+, Eureka Mignon, Fellow Opus, Graef CM820 und Sage Dose Control Pro September 2026, Eureka Libra und De’Longhi KG520.M Juli 2026. Handmühlen im Katalog sind zum Beispiel die Timemore Chestnut C3 ESP Pro (ca. 91,99 Euro, 38-mm-Stahlkegel), die Timemore C5 ESP Pro (ca. 119 Euro, 42-mm-Kegel) und die 1Zpresso J-Ultra (ca. 199 Euro, 48-mm-Kegel). Die Auswahl erklärt der Ratgeber Handmühle kaufen, mehr zu elektrischen Mühlen der Ratgeber Kaffeemühle kaufen.

Siebdurchmesser: keine Norm gefunden, nur Herstellerangaben

Eine Norm für den Durchmesser von Siebträger und Sieb haben wir weder bei DIN, ISO oder EN noch sonst gefunden. Gaggia nennt für die Classic E24 und die Classic UP einen 58-mm-Siebträger aus Edelstahl, auf der Produktseite als „Professional“ bezeichnet. Lelit spricht bei Victoria und Elizabeth von der LELIT58 als commercial group (58,55 mm laut einem Lelit-Zubehörtext, so unser Review der Elizabeth); die Anna hat dagegen die LELIT57-Gruppe, nach dem Amazon-Angebotstext mit 57,35 mm, und ein 58-mm-Tamper ist laut unserem Review dafür zu breit. Rancilio nennt für die Silvia einen 58-mm-Tamper, aber kein Maß der Gruppe. Bei De’Longhi und Ninja steht in den von uns geprüften Herstellerunterlagen kein Durchmesser. Sage gibt bei Express, Impress, Pro, Bambino Plus und Touch 54 mm an.

Ein Maß von 51 mm taucht in keiner Herstellerangabe zu einer Katalogmaschine auf. Es steht nur im Zubehör: beim Vicloon-Tamper mit 51 mm (ca. 10,79 Euro, mit einer Silikonmatte für 58 mm), im GdHaHSP-Zubehörset und in der Maßtabelle des Tamperherstellers Motta, die De’Longhi bei 51 mm führt. Der Anbieter des Tampers schreibt „Bitte messen Sie Ihren Kaffeefilter vor der Bestellung“ und zugleich, die Basis sei für alle Arten von Espresso- und Kaffeemaschinen geeignet, was sich widerspricht. In Herstellerangaben und Zubehör begegnen uns damit 51, 54, 57 und 58 mm. 58 mm ist das Maß, das mehrere Hersteller für ihre als gewerblich bezeichneten Gruppen nennen. Wir würden am Sieb messen und nicht nach dem Namen der Maschine gehen. Der Tamperhersteller Motta empfiehlt, den Innendurchmesser des Siebkorbs zu messen und einen Millimeter abzuziehen; der Motta 8100/M (ca. 23,97 Euro) hat eine Basis aus Edelstahl mit 58 mm und einen Griff aus Echtholz.

Auch bei der Mühle, die direkt in den Siebträger mahlen soll, entscheidet die Anleitung und nicht ihr Name. Die Graef CM820 hat laut Review zwei Halter mit ca. 60 und 70 mm Durchmesser, und welcher Siebträger in welchen Halter gehört, ordnet Graef nicht zu. Bei der Sage Smart Grinder Pro liegen im Karton zwei Siebträger-Halter, einer für 50 bis 54 mm und einer für 58 mm. Die Dose Control Pro hat nach unserem Review ebenfalls Halter für 50 bis 54 und für 58 mm.

Beim Dosierbecher unterscheiden sich die Mühlen. Zur Baratza Encore ESP gehören ein Dosierbecher und ein 58-mm-Adapterring, mit denen sich der gemahlene Kaffee in einen Portafilter mit 54 oder 58 mm übertragen lässt; bei 54 mm wird der Ring vor dem Dosieren abgenommen, und für andere Durchmesser wie 51 mm nennt die Anleitung weder Becher noch Adapter. Für die Baratza Virtuoso+ nennt die Produktseite den Dosierbecher als kompatibel (für 58 mm mit Adapter), ob er beiliegt, sagt sie nicht. Bei der Fellow Opus macht ein mitgelieferter Siebträger-Dosierbecher den Auffangbehälter laut Anleitung mit 54- und 58-mm-Siebträgern kompatibel.

Dampf und Milch: die Betriebsregeln

Zur Technik des Schäumens steht mehr im Ratgeber Milch aufschäumen; hier stehen die Betriebsregeln aus den Herstellerunterlagen.

Gaggia erlaubt bei der Classic E24 Dampf höchstens 60 Sekunden am Stück, weil ein längerer Bezug den Kessel ganz leeren könne. Wer danach sofort einen weiteren Kaffee zubereiten will, senkt die Kesseltemperatur, indem er Heißwasser an der Brühgruppe ausgibt, sonst könne der Kaffee verbrannt schmecken.

Bei der La Specialista Touch lässt De’Longhi offen, ob gleichzeitig gebrüht und gedampft werden kann; für die Thermoblock-Modelle Dedica EC685, EC695 und EC785 verlangt die Anleitung dagegen eine Abkühlpause, die für diese Modelle gilt und nicht für alle Thermoblöcke. Bei diesen drei blinken nach dem Dampf beide Kontrolllampen, wenn der Kessel für den Espresso abkühlen muss. Dann stellst du einen Behälter unter den Milchaufschäumer, öffnest den Dampfknopf und lässt Heißwasser laufen, bis die Lampen den abgekühlten Kessel anzeigen. Für aufgeschäumte Milch nennt die Anleitung einen Idealwert von 60 °C und höchstens 60 Sekunden Dampf.

Sage verlangt bei der Barista Pro und der Impress, den Siebträger vor dem Aufschäumen aus dem Brühkopf zu nehmen. Kalk oder eine verstopfte Dampflanze können ihn nach der Anleitung der Pro drehen oder lösen. Während des Brühens darf er nicht entfernt werden, denn die Maschine steht laut Anleitung dann unter Druck.

Parallel brühen und dampfen beschreibt Lelit für die Elizabeth ausdrücklich. Bei mehreren Milchgetränken nacheinander planst du die vorgeschriebenen Pausen von Gaggia Classic und Dedica ein und liest bei jedem anderen Modell in der Anleitung nach.

Haushalt oder Büro

Das Sicherheitsheft von Gaggia, das auf den Produktseiten beider Classic-Modelle verlinkt ist, bestimmt die Maschine nur für den normalen Hausgebrauch und nicht für Personalküchen von Läden, Büros, Bauernhöfen oder anderen Arbeitsumgebungen. Das Sicherheitsheft der La Specialista Touch schließt laut unserem Review Räume aus, die als Küchen für das Personal von Geschäften, Büros und anderen Arbeitsbereichen eingerichtet sind, außerdem landwirtschaftliche touristische Einrichtungen, Hotels, Zimmervermietungen, Motels und sonstige Übernachtungsbetriebe.

Lelit beschreibt die Victoria dagegen als für den Hausgebrauch konstruiert und für den dauerhaften professionellen Einsatz ungeeignet. Als Einsatzorte nennt die Anleitung nach unserem Review den Haushalt und ähnliche Bereiche: Personalküchen in Läden, Büros und anderen Arbeitsumgebungen, Bauernhäuser, Gäste in Hotels, Motels und anderen Wohnumgebungen sowie Frühstückspensionen. Rancilio führt die Silvia im Katalog Home Line 2020 mit der Empfehlung „Recommended for home and office“. Wer für ein Team oder eine Pension kauft, liest nach unserer Einschätzung vor dem Kauf das Sicherheitsheft des konkreten Modells im Wortlaut. Ein Hersteller zählt Büros zum Haushalt, ein anderer schließt sie aus.

Was es kostet

Das Preisband des Katalogs lässt sich ohne Wertung beschreiben: Zwischen 127,00 und 369,00 Euro steht keine Maschine, zehn der 17 liegen zwischen 369,00 und 549,97 Euro. Eine Einstiegsklasse zwischen 150 und 250 Euro hat der Katalog nicht. Auch eine Mitte als beste Wahl lassen unsere Noten nicht zu. Die mittlere redaktionelle Gesamtnote beträgt 8,05 für die zwei Maschinen unter 300 Euro, 8,70 für die zehn zwischen 300 und 700 Euro und 8,96 für die fünf darüber. Die Noten stammen aus Datenblättern und Anleitungen, und zwei bis zehn Geräte je Gruppe sind keine Statistik. Wir behaupten deshalb weder einen Sweet Spot noch eine Preisgrenze, ab der Espresso richtig wird.

Wie teuer die ganze Zusammenstellung wird, hängt an der Mühle. Unsere Rechnung aus den Katalogwerten:

Zusammenstellung Rechnung Summe Anteil der Maschine
Gaggia Classic Evo Pro, Baratza Encore ESP, Tamper, Waage, Abklopfbehälter 499,52 + 179,95 + 74,95 754,42 Euro 66 Prozent
Gaggia Classic Evo Pro und Rommelsbacher EKM 400, ohne Zubehör (reine Preisrechnung: Der EKM-Halter ist laut Anleitung für etwa 60 mm ausgelegt, die Passung zum 58-mm-Siebträger bleibt offen) 499,52 + 87,99 587,51 Euro 85 Prozent
Sage Barista Express Impress, Waage, Abklopfbehälter (Mahlwerk und Tamper eingebaut) 379,00 + 29,99 + 20,99 429,98 Euro 88 Prozent
Lelit Victoria und Eureka Mignon Specialità, ohne Zubehör 799,00 + 431,90 1.230,90 Euro 65 Prozent

Die 74,95 Euro Zubehör ergeben sich aus dem Motta-Tamper mit 23,97 Euro, der Maestri-House-Waage mit 29,99 Euro und dem De’Longhi-Abklopfbehälter DLSC084 mit 20,99 Euro. Die Waage gehört in der Umfrage von 2017 zur Routine: Unter den 275 befragten Baristas messen 82 Prozent die Ausbeute nach Gewicht. Tauschst du den Motta gegen den Vicloon-Tamper (10,79 Euro), sind es 61,77 Euro. Mit Motta-Tamper, Bagail-Waage (39,99 Euro, 3.000 g Tragkraft) und MHW-Box (27,99 Euro, 1,2 Liter) sind es 91,95 Euro. Unter 80 Euro bleibst du mit Tamper, 0,1-g-Waage und Abklopfbehälter also nur bei den günstigen Kombinationen. Die Anteile der Maschine reichen in unserer Tabelle von 65 bis 88 Prozent, eine feste Aufteilung lässt sich daraus nicht ableiten.

Die laufenden Kosten rechnen wir mit 18 g Kaffee je Espresso (Sage nennt 18 g als ideale Dosis, das Sieb der Gaggia Classic UP fasst 18 g, die Umfrage liegt bei 18 bis 20 g). Die 23 Kaffeebohnen im Katalog kosten laut Preisbox 13,63 bis 35,95 Euro je Kilogramm, der Median liegt bei 18,58 Euro. Das ergibt 24,5 Cent je Espresso für die günstigste Sorte, 33,4 Cent für den Median und 64,7 Cent für die teuerste. Bei 14 g, der unteren SCAA-Dosis für den Doppelten, sind es 19,1 Cent für die günstigste Sorte.

Der Technikanteil ergibt sich aus dem Kaufpreis geteilt durch 3.650 Espressi (fünf Jahre mal 365 Tage mal zwei am Tag). Ein 400-Euro-Gerät kommt auf 11 Cent je Tasse. Mit den Katalogpreisen sind es 3,4 Cent bei der Dedica EC685, 13,4 Cent bei der Sage Barista Express, 13,7 Cent bei der Gaggia Classic Evo Pro, 21,9 Cent bei der Lelit Victoria und 32,5 Cent bei der Elizabeth. Zwei Espressi mit je 18 g verbrauchen in fünf Jahren 65,7 kg Kaffee, das sind 895 Euro für die günstigste und 2.362 Euro für die teuerste Sorte. 14 der 17 Maschinen im Katalog kosten weniger als diese 895 Euro.

Entkalken und Blei

Hohe Mengen Blei können Siebträger-Espressomaschinen nach dem Entkalken freigeben, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (Stand 07.05.2025), und rät, die Maschine danach gut zu spülen. Stiftung Warentest fand für test 12/2021 bei zwei von sieben geprüften Siebträgern nach dem Entkalken zu viel Blei in der Tasse, bei der Severin KA 5995 Espresa Plus für 156 Euro und der Solis Barista Gran Gusto für 400 Euro (Modelle von 2021, siehe unten), Urteil mangelhaft. Auch der Aufwand unterscheidet sich: Das Entkalkprogramm der Solis dauert 75 Minuten, die Sage-Maschine im Vergleich war in 17 Minuten entkalkt, und bei Solis und Graef bestand beim Entkalken Verbrühungsgefahr.

Das gehört vor den Kauf: womit entkalkt wird und wie lange das dauert. Die Gaggia Classic Evo Pro entkalkst du nach der Produktseite manuell, ein Programm fehlt, und die Classic UP hat ebenfalls keines. Das Entkalken je Maschinentyp beschreibt der Ratgeber Entkalken, die Frage, wie hartes Wasser mit der Maschine zusammenhängt, der Ratgeber Wasserhärte und Kaffee.

Fehlerbilder: Symptom, Ursache, Abhilfe

Ursachen stehen hier nur, wo eine Quelle sie nennt. Die Einzelheiten stehen in den Abschnitten oben.

Symptom Ursache laut Quelle Was du änderst
Der Tamper passt nicht in den Korb Der Durchmesser weicht ab, bei der Lelit Anna ist ein 58-mm-Tamper laut unserem Review zu breit Innendurchmesser des Korbs messen und einen Millimeter abziehen (Motta)
Der Kaffee spritzt aus dem Sieb Druckfilter ohne Perlstrahl-Aufschäumer (Gaggia) Aufschäumer einsetzen oder auf ein herkömmliches Sieb wechseln
Der Espresso schmeckt nach dem Milchschäumen verbrannt Nach Gaggia kann der Kaffee so schmecken, wenn der Kessel nach dem Dampf zu heiß bleibt Heißwasser an der Brühgruppe ausgeben
Der Bezug tröpfelt, der Espresso schmeckt stark und bitter Pulver zu fein (Stiftung Warentest, test 12/2019) gröber mahlen, danach Zeit und Getränkemasse prüfen
Der Bezug rinnt durch, der Espresso schmeckt sauer und ist zu hell Pulver zu grob (Stiftung Warentest, test 12/2019) feiner mahlen, danach Zeit und Getränkemasse prüfen

Weitere Störungen an der Technik sammelt der Ratgeber Siebträger Probleme.

Was Fremdtests über Siebträger sagen

Stiftung Warentest prüfte zuletzt in test 12/2021 (online 17.11.2021) sieben Einstiegsmodelle für 156 bis 455 Euro: De’Longhi Dedica EC785, Graef Espresso Salita, Krups Virtuoso XP442C, Sage The Bambino Plus, Severin KA 5995 Espresa Plus, Smeg ECF01BLEU und Solis Barista Gran Gusto. Vier Modelle schnitten gut ab, Testsieger ist laut Pressemitteilung die Krups-Maschine für 169 Euro, zusammen mit einer Smeg-Maschine für 350 Euro. Die Sage Bambino Plus aus dieser Liste führen wir im Katalog. Auf der Seite zu diesem Vergleich steht ein Vermerk vom 03.09.2025 zu einem Test des belgischen Partners Test Achats; einen neueren eigenen Siebträger-Test verzeichnet sie nach unserer Durchsicht im Oktober 2026 nicht.

Das ETM Testmagazin untersuchte im Heft 12/2024 (Nr. 232, veröffentlicht am 29. November 2024) 17 Siebträgermaschinen, davon nur vier mit Mahlwerk. Laut ETM Testmagazin 12/2024 ist in der Gruppe mit Mahlwerk (vier Geräte) die De’Longhi La Specialista Opera EC9555.M, die nicht zu unserem Katalog gehört, Testsieger mit „sehr gut“ (95,8 Prozent), so gibt es der Aggregator testberichte.de wieder.

Unsere Einschätzung: Eine Gesamtnote für die Maschine allein beantwortet die Frage nach dem Espresso in der Tasse nur zum Teil. Stiftung Warentest prüfte Mühlen (test 12/2019) und Siebträgermaschinen (test 12/2021) getrennt.

Was die Maschinen im Katalog unterscheiden

Wer ohne eigene Mühle anfangen will, hat im Katalog mehrere Wege. Die Dedica EC685 ist 149 mm breit laut De’Longhi, nach Herstellerangabe die schmalste Espressomaschine im eigenen Sortiment, und die Classic EM450 kostet 3,01 Euro mehr. Dazu kommen die acht Maschinen mit Mahlwerk und die Gaggia Classic Evo Pro, deren Druckfilter für gemahlenen Kaffee vorgesehen ist.

Mit Mahlwerk in der Maschine unterscheiden sich die Geräte an Dingen, die sich vor dem Kauf prüfen lassen. Das Mahlwerk der Barista Pro hat 40-mm-Kegel und 30 Stufen, das der Barista Express 16 Stufen, die La Specialista Touch ein Kegelmahlwerk mit 15 Stufen und eine aktive Temperaturregelung, die Arte 8 Stufen und einen 180-g-Bohnenbehälter. Die Barista Touch bringt einen Touchscreen und eine Milchautomatik mit einer Milchtemperatur von 40 bis 75 °C.

Bei den Einkreisern mit getrennter Mühle unterscheidet sich die Ausstattung: Die Gaggia Classic Evo Pro hat laut Gaggia Kessel und Gruppe aus bleifreiem Messing (Herstellerangabe, von uns nicht geprüft), die Classic UP zwei PID-Regler und eine Vorinfusion in drei Stufen, die Lelit Anna eine Kesseltemperatur, die sich von 80 bis 130 °C einstellen lässt, die Victoria eine Vorbrühung, die sich nur ein- oder ausschalten lässt, und die Silvia einen Thermostat statt PID.

Die Elizabeth, unser einziger Dualboiler, hat ein Manometer, dessen grüne Zone laut Review von 8 bis 12 bar reicht.

Die Übersicht aller Siebträger steht in der Kategorie Siebträger, die Gegenüberstellung in der Bestenliste Beste Siebträger 2026, die der Mühlen in der Bestenliste Beste Mühlen 2026. Der Kaffee-Finder stellt vier kurze Fragen zu Zubereitungsmethode, Budget, Komfort und Milchgetränken.

Ob statt eines Siebträgers ein Vollautomat besser zu dir passt, klärt der Ratgeber Vollautomat oder Siebträger. Welches Zubehör du zuerst brauchst, steht im Ratgeber Barista-Zubehör, und wie ein Bezug überhaupt gelingt, im Ratgeber Espresso zubereiten.

Was sich nicht belegen lässt

Für diesen Ratgeber haben wir nichts ausprobiert und nichts gemessen. Jede Zahl stammt aus den genannten Quellen oder ist aus Katalogwerten gerechnet. Was sich bei uns nicht belegen ließ, haben wir weggelassen. Dazu gehören eine Aufheizzeit in Minuten für Gaggia Classic Evo Pro und Classic UP, Rancilio Silvia und Sage Barista Express, ein Unterschied in Schaumqualität oder Kontrolle zwischen Aufsteck-Aufschäumer (Panarello) und nackter Dampflanze, ein Prozentanteil der Mühle am Ergebnis und die Behauptung, der Dampfdruck von Thermoblöcken reiche nur selten für Mikroschaum. Ebenso fehlt eine Herstellerangabe, welche Pumpe in welcher Haushaltsmaschine steckt; ob Maschinen mit 15 und mit 20 bar auf dem Karton dieselbe Pumpe haben, lässt sich daher nicht sagen. Zur Haltbarkeit von gemahlenem Kaffee für Espresso fanden wir keine Studie mit einer Zahl in Tagen; Anese, Manzocco und Nicoli (2006, Journal of Agricultural and Food Chemistry) untersuchten gemahlenen, dunkel gerösteten Kaffee nach dem Öffnen, ohne Tageszahl im Abstract und nicht für Espresso. Einen Preisvergleich mit dem Cappuccino im Café rechnen wir nicht, denn eine belastbare Durchschnittspreisangabe für Deutschland haben wir nicht gefunden.

Die Zahlen der Espresso-Italiano-Spezifikation (7 g, 25 ml, 25 s, 88 °C, 9 bar) fanden wir nur in Sekundärquellen und haben sie nicht verwendet. Die Anleitungen der Sage Dose Control Pro, der Lelit Anna, der Rommelsbacher EKM 400 und der De’Longhi KG520.M und das Lelit-Handbuch der Elizabeth von 2018 haben wir nicht selbst geöffnet; was oben aus ihnen steht, stammt aus den Reviews zu diesen Geräten. Dasselbe gilt für die Angaben zur Graef CM820, zur Baratza Virtuoso+, zur Fellow Opus und zur Eureka Libra 16CR. Das Ranking der ETM-Ausgabe 12/2024 kennen wir nur über den Aggregator testberichte.de; das PDF des Artikels haben wir nicht gelesen.

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026· Redaktion TopKaffeeReviews · Wie wir arbeiten

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Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie oft muss ich einen Siebträger entkalken?

Das legt jeder Hersteller selbst fest. Gaggia schreibt für die Classic E24 alle 2 Monate vor, erlaubt nur den eigenen Entkalker und warnt vor Essig. Bei der Sage Barista Express muss seltener entkalkt werden, wenn du den Wasserfilter nach drei Monaten oder 40 Litern wechselst; die Grenze beruht auf Wasserhärte 4 und darf bei Härte 2 auf 60 Liter steigen. Bei der De'Longhi EM450 meldet eine Kontrollleuchte den Bedarf. Lelit verlangt für die Elizabeth jährlich eine Entkalkung durch einen Techniker.

Wie spüle ich nach dem Entkalken, damit weniger Blei in die Tasse kommt?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, die Spülschritte des Herstellers zu wiederholen und bei der täglichen Inbetriebnahme vor der Zubereitung einen Spülschritt nur mit Wasser einzulegen. Das Blei könnte laut BfR durch säurehaltige Entkalkungsprodukte aus Metallbauteilen gelöst worden sein; woher es stammt, ist dem BfR nicht bekannt, Bauteile und gegebenenfalls Lötverbindungen können beitragen. Einen gesetzlich festgelegten Freisetzungsgrenzwert für Metalle gibt es in der EU laut BfR nicht, der Europarat empfiehlt für Blei 10 Mikrogramm je Kilogramm Lebensmittel. Die BfR-Untersuchung von 2013 prüfte acht Maschinen, darunter drei Siebträger, und ist wegen der geringen Probenzahl nicht repräsentativ.

Welche Ansprüche habe ich, wenn die Maschine einen Mangel zeigt?

Gegenüber dem Verkäufer gilt die gesetzliche Gewährleistung. Mängelansprüche beim Kauf einer beweglichen Sache verjähren im Regelfall nach zwei Jahren ab Ablieferung (§ 438 BGB). Kaufst du als Verbraucher bei einem Händler und zeigt sich innerhalb eines Jahres seit Gefahrübergang ein Mangel, wird vermutet, dass die Ware schon bei Gefahrübergang mangelhaft war (§ 477 BGB). Eine Herstellerzusage wie die zwei Jahre Garantie inklusive, die De'Longhi auf der Produktseite der Dedica Style nennt, kommt freiwillig hinzu und ersetzt die Gewährleistung nicht.

Wie viel Platz und Gewicht muss die Arbeitsplatte tragen?

Das schwankt stark. Rancilio gibt die Silvia mit 235 mm Breite, 340 mm Höhe, 290 mm Tiefe und 14 kg an, Gaggia die Classic Evo Pro mit 8,1 kg (bei den Maßen widersprechen sich die Gaggia-Seiten: 20 x 35,5 x 27 cm auf der englischen, 23 x 38 x 24 cm auf der deutschen), De'Longhi die Dedica mit 4,22 kg. Die Lelit Elizabeth wiegt laut Datenblatt 15,3 kg und ist 38 cm hoch; bei den übrigen Maßen widersprechen sich die Lelit-Quellen. Sage untersagt in der Anleitung der Barista Pro den Betrieb auf einer Abtropffläche der Spüle, auf Holz oder auf porösen Oberflächen.

Schaltet sich ein Siebträger von selbst ab?

Ja, wo unsere Reviews eine Zeit nennen: Sie schalten nach 5 bis 30 Minuten ohne Bedienung ab oder wechseln in Energiesparmodus oder Standby. Es sind 5 Minuten bei der Dedica EC685 und der La Specialista Touch, 9 bei der Classic EM450 und der Arte, 20 bei den Ninja Luxe und der Gaggia Classic Evo Pro, 30 bei den Sage Barista Express, Pro und Touch, der Lelit Victoria und Elizabeth, der Gaggia Classic UP und der Rancilio Silvia E. Die Silvia ohne Zusatz schaltet nicht ab. Rancilio führt die Abschaltung als Funktion, die nur in der EU verfügbar ist; die Katalogfußnote verweist auf die Verordnungen 1275/2008/EG und 801/2013/EU. Die Classic UP hat außerdem einen Weck-Timer in 15-Minuten-Schritten.

Mit wie viel Kraft tampere ich?

Nach Sage mit 10 bis 15 kg, so steht es in der Anleitung der Barista Express, die als Startwert beim Mahlgrad außerdem die Einstellung 8 empfiehlt. In der Espresso-Umfrage der Barista Guild of America von 2017 tampern die meisten Befragten mit 20 bis 30 Pfund, umgerechnet rund 9 bis 13,6 kg. Smrke und Kollegen setzten in ihrer Studie von 2024 20 kgF an. Ab welcher Kraft sich der Bezug ändert, sagt keine dieser Quellen.

Passt jede Mühle mit Siebträger-Option an meine Maschine?

Nein, ob ein Siebträger in den Halter passt, entscheidet die Anleitung der Mühle und nicht ihr Name. Die Rommelsbacher EKM 400 hat einen abnehmbaren Siebträgerhalter, der laut Anleitung für Siebträger von etwa 60 mm Durchmesser ausgelegt ist; ob ein 58- oder 54-mm-Siebträger sicher darin sitzt, nennt die Anleitung nicht, und für Pumpen-Espressomaschinen gelten laut Anleitung nur die Stufen 1 bis 5 von 35. Bei der De'Longhi KG520.M begrenzt die Anleitung den Regler für den Siebträger auf die Stufen 1 bis 6, darüber läuft er über, und eine belegte Passform für 58 mm haben wir nicht gefunden. Mit dem Halter der Sage Smart Grinder Pro sind höchstens 2 Shots möglich.