Starbucks bezeichnet den Espresso Roast als Grundlage seines Caffè Latte, also als die Bohne, aus der Starbucks den Espresso für seine Milchgetränke zieht. Im Handel gibt es ihn als ganze Bohne, bei Amazon im Viererpack mit 4 x 450 Gramm für ca. 58,24 Euro (Stand September 2026).
Wir haben keinen dieser Beutel geöffnet und keine Tasse davon getrunken. Was hier über Röstung, Herkunft und Geschmack steht, stammt von Starbucks selbst: von der Packung, aus dem Amazon-Text und von der deutschen Produktseite. Die gibt es in dieser Form nicht mehr, wir zitieren sie deshalb aus einer Kopie im Internet Archive vom 9. Dezember 2023. Die Einordnung der Röstung und die Kosten pro Tasse sind dagegen unsere Ableitung und unsere Rechnung, und an den jeweiligen Stellen steht das auch so da.
Vier Beutel, 1,8 Kilo: was der Preis wirklich bedeutet
Die 58,24 Euro gelten für den ganzen Pack. Umgerechnet sind das rund 14,56 Euro je Beutel und rund 32,36 Euro pro Kilo. Erst der Kilopreis macht die Bohne mit dem Rest unseres Katalogs vergleichbar, denn dort kommen fast alle Sorten im Kilobeutel.
Die Jacobs Krönung Caffè Crema, die Dallmayr Crema d’Oro und die Melitta-Bohnen der BellaCrema-Reihe liegen zwischen 15,29 und 17,99 Euro pro Kilo, also ungefähr bei der Hälfte. Was bei uns pro Kilo noch mehr kostet als der Espresso Roast, sind Single-Origin-Kaffees mit genanntem Anbauland, zwei davon stehen in der Tabelle weiter unten. In unserer Wertung erreicht der Espresso Roast 8,0 Punkte. Das ist der zweitniedrigste Wert der Kategorie, nach unten zieht ihn die Teilnote für Preis-Leistung mit 6,5.
Was auf dem Beutel steht und was Starbucks dazu schreibt
Das Katalogfoto zeigt vier gleiche Beutel, dunkel mit violettem Muster und grünem Etikett. Auf dem Etikett stehen „Dark Roast“, „Rich and caramelly notes“, „Whole Bean“ und „100% Arabica“, neben dem Röstgrad ein Kreis mit „Intensity 11“. Solche Intensitätsstufen sind keine genormte Größe, jede Marke legt ihre Skala selbst fest: Segafredo gibt die Intermezzo mit 12 von 13 an, Jacobs und Dallmayr zählen bei ihren Crema-Bohnen bis 10. Mit der Zahl einer anderen Marke lässt sich die 11 von Starbucks deshalb nicht vergleichen. Am unteren Rand ist die Verkehrsbezeichnung mehrsprachig gedruckt, unter anderem auf Französisch, Deutsch und Italienisch.
Die archivierte Produktseite ordnet die Bohne als Dark Roast ein, am dunkleren Ende des Röstspektrums, mit einer vollen, robusten Textur und kräftigen Aromen. Als Geschmacksnoten nennt Starbucks vollmundige und karamellige Noten, der Amazon-Text spricht von einem intensiven, karamellig-süßen Kaffee.
Die Mischung besteht laut Starbucks aus Kaffees aus Lateinamerika und Asien/Pazifik. Der ganze Blend ist Arabica, 100 Prozent laut Beutel und Amazon-Text. Auf der Übersichtsseite von Starbucks at Home beschreibt Starbucks die beiden Regionen allgemein und ohne Bezug auf diese Sorte: Kaffees aus Lateinamerika hätten eine nussige, schokoladige und würzige Note, solche aus Asien-Pazifik kräftige Aromen mit kräuteriger, erdiger Note.
Im Detail: Was eine dunkle Röstung mit der Bohne macht
Beim Rösten zerfallen die Chlorogensäuren der Rohbohne, und je länger die Röstung läuft, desto weiter geht dieser Abbau. Eine Röstung am dunklen Ende bringt deshalb weniger Säure in die Tasse und mehr Röstbitterstoffe. Gleichzeitig verliert die Bohne Wasser und Masse, während ihr Volumen wächst. Sie wird spröder und bricht in der Mühle leichter, auf derselben Stufe landest du mit ihr also feiner als mit einer hellen Röstung. Wer an einer Espressomühle die Sorte wechselt, stellt deshalb meist nach.
Warum Starbucks gerade diese Röstung für Milchgetränke vorsieht, folgt aus derselben Chemie. Milch puffert Säure und deckt feine Aromen zu. Was sich in einem großen Latte gegen die Milch hält, sind Röststoffe und Bitterkeit, und davon hat eine dunkle Röstung mehr als eine helle. So leiten wir es aus der Röstchemie ab.
Die reine Arabica trennt den Espresso Roast von vielen italienisch geprägten Espressomischungen, die Robusta beimischen. Robusta enthält weniger Öle und Zucker, dafür mehr Chlorogensäure und rund doppelt so viel Koffein, und in einer Espressomischung sorgt er vor allem für eine dichtere, länger stehende Crema. Ein reiner Arabica-Blend verzichtet auf diese Stütze, auch wenn er so dunkel geröstet ist wie dieser.
Kann ich die Bohnen auch für Filterkaffee nehmen?
Ja. Starbucks führt auf der archivierten Produktseite sieben Brühmethoden auf, von Kaffeemaschine, Pour Over und Chemex über French Press und Espressokanne bis zu zwei Cold-Brew-Varianten, jede mit eigenem Mahlgrad und eigener Menge. Der Name klingt nach Siebträger, gedacht ist die Bohne nach Herstellerangabe aber für mehr als Espresso.
Die fünf heißen Methoden im Einzelnen, jeweils Kaffee auf Wasser (die Cold-Brew-Mengen stehen in den Fragen unten):
- Kaffeemaschine: mittelgrob, 10 g auf 180 ml
- Pour Over: fein, 10 g auf 180 ml
- French Press: grob, 10 g auf 180 ml
- Chemex: mittelgrob, 45 g auf 720 ml
- Espressokanne: mittelgrob, 15 g auf 160 ml
Drei der fünf Methoden laufen auf 10 Gramm für 180 Milliliter hinaus, ein Verhältnis von 1 zu 18, das Starbucks auch als Grundregel für eine Tasse angibt. Die Chemex bekommt mit 45 auf 720 etwas mehr Kaffee (1 zu 16), die Espressokanne mit 15 auf 160 deutlich mehr, knapp 1 zu 11. Bei der Kanne ergibt das Sinn, dort entsteht ein konzentrierter Kaffee.
Beim Pour Over mit feinem Mahlgrad würden wir vorsichtig einsteigen. Fein gemahlen und langsam durchlaufend löst das Wasser mehr aus dem Mehl, und bei einer Bohne mit viel Röstbitter kann das kippen. Die übrigen Stellschrauben sammelt der Ratgeber Kaffee schmeckt bitter oder sauer, die erste ist aber fast immer die Mühle: Wird die Tasse zu bitter, stellst du gröber.
Für Vollautomat und Siebträger fehlt eine Mengenangabe. Der Amazon-Text nennt beide ausdrücklich, den Siebträger nach dem Mahlen in einer Kaffeemühle, dazu noch einmal die French Press. Gramm und Mahlgrad für diese Maschinen stehen aber weder dort noch auf der archivierten Seite, die Stufe findest du also wie bei jeder neuen Bohne in kleinen Schritten, so wie es der Ratgeber zum Mahlgrad beschreibt. Wir rechnen unten mit 7 Gramm für einen einfachen und 14 Gramm für einen doppelten Espresso, das sind gängige Startwerte und keine Vorgabe von Starbucks.
Zum Wasser rät Starbucks allgemein, frisch und gefiltert zu brühen.
Was eine Tasse kostet
Mit Starbucks’ Grundregel von 10 Gramm pro Tasse reicht ein 450-Gramm-Beutel für 45 Tassen, der ganze Pack für 180. Jede davon kostet beim Amazon-Preis rund 32 Cent an Bohnen.
Mit der Menge ändert sich der Preis. Eine Füllung der Espressokanne mit 15 Gramm kommt auf rund 49 Cent, eine Chemex mit 45 Gramm auf rund 1,46 Euro, dafür sind es dann 720 Milliliter. Beim Espresso setzen wir die Startwerte von oben ein: rund 23 Cent für den einfachen, rund 45 Cent für den doppelten.
Die Mengen für andere Tassengrößen rechnet der Brüh-Rechner aus. Wer jeden Tag zwei doppelte Espressi zieht, verbraucht 28 Gramm am Tag und gut 10,2 Kilogramm im Jahr. Mit dem Espresso Roast sind das rund 331 Euro pro Jahr, Milch und Strom nicht mitgerechnet.
Was Starbucks offenlässt
Die deutsche Produktseite der Ganzen Bohne leitet heute auf die Übersicht von Starbucks at Home um, und dort stehen nur noch Produkte für Nespresso und Nescafé Dolce Gusto. Die Seiten für Österreich und die Schweiz listen die Sorte als ganze Bohne ebenfalls nicht mehr. In der archivierten Fassung, im Amazon-Katalog und auf starbucks.de haben wir nach diesen Angaben gesucht, ohne sie zu finden:
- die Packungsgröße; 450 Gramm und den Viererpack belegt nur der Amazon-Katalog, die archivierte Seite ist ohne Gewichtsangabe
- Röstdatum, Mindesthaltbarkeit und eine Lagerempfehlung
- ob die Beutel ein Aromaventil haben und wie sie sich nach dem Öffnen verschließen lassen
- Anbauländer und ihre Anteile im Blend
- der Röstort der Ware, die in Deutschland verkauft wird
- bis zu welcher Stufe die Intensitätsskala auf dem Etikett reicht
- der Koffeingehalt
- das Verfahren, mit dem die Decaf-Variante entkoffeiniert wird
- welchen Händler der Kaufknopf der archivierten Seite ansteuerte; er war als Widget ohne Amazon-Link eingebunden
Starbucks oder eine der drei anderen?
| Sorte | Röstung und Herkunft | Preis pro kg | Unsere Wertung | Nimm diese, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Starbucks Espresso Roast (diese) | Dark Roast laut Starbucks, 100 % Arabica aus Lateinamerika und Asien/Pazifik | ca. 32,36 € (58,24 € für 1,8 kg) | 8,0 | du gezielt das Espressoprofil von Starbucks für Latte und Cappuccino suchst |
| Segafredo Intermezzo | Dunkel geröstet, Robusta-betonte Mischung | ca. 17,19 € | 8,6 | du eine dunkle Espressoröstung willst, Robusta in der Mischung akzeptierst und beim Kilopreis sparen möchtest |
| 360 Grad Rundum Ehrlich Bio Honduras | Single Origin Honduras, laut Anbieter lang und schonend auf ein säurearmes Profil geröstet | ca. 35,59 € | 9,3 | du vor allem wenig Säure und ein genanntes Anbauland willst, aber nicht gezielt das Starbucks-Profil |
| Incapto Single Origin Kolumbien | 100 % Arabica, Single Origin aus Huila, laut Hersteller 84 SCA-Punkte | ca. 35,95 € | 9,0 | du bereit bist, gut 35 Euro pro Kilo zu zahlen, und eine konkrete Herkunft einem Markenprofil vorziehst |
Die Kilopreise geben den Amazon-Stand vom September 2026 wieder, beim Starbucks aus dem Packpreis umgerechnet. Die Wertung fasst unsere Einschätzung aus Herstellerangaben und Preisen zusammen; über den Geschmack in deiner Tasse sagt sie nichts.
Wann der Espresso Roast passt und wann eine andere Bohne
Am klarsten passt er, wenn du vor allem Latte und Cappuccino machst. Dafür hat Starbucks ihn vorgesehen, und gegen viel Milch ist eine dunkle Röstung aus den Gründen im Detailabschnitt die naheliegende Wahl.
Für Filterkaffee wird die Abwägung schwerer. Starbucks deckt die Filtermethoden zwar ab, aber wer den Handfilter wegen der Herkunftsnoten benutzt, bekommt mit einer Röstung am dunklen Ende eher Röstaromen als Herkunft. Dann würden wir zu einer Single-Origin-Bohne greifen, etwa zur Incapto Kolumbien.
Dann die Menge. Die 1,8 Kilo kommen auf einmal, und bei einer Tasse Filterkaffee am Tag reichen sie rund ein halbes Jahr, bei je einer Tasse am Samstag und am Sonntag gut anderthalb Jahre. Die Aufteilung in vier Beutel hilft dabei, doch wie alt die Bohnen beim Kauf schon sind, weißt du nicht. Bei zwei doppelten Espressi am Tag ist ein Beutel nach 16 Tagen leer und der Pack nach gut neun Wochen, dort stellt sich die Frage kaum.
Bleibt das Geld. Beim Verbrauch aus dem Kostenabschnitt, zwei doppelte Espressi täglich, kostet der Espresso Roast rund 155 Euro pro Jahr mehr als die Segafredo Intermezzo. Gegenüber der Bio Honduras spart er rund 33 Euro pro Jahr, gegenüber der Incapto rund 37 Euro pro Jahr.
Unsere Einschätzung: Wer den Espresso der Starbucks-Cafés zu Hause nachbauen will, kommt nach allem, was Starbucks selbst angibt, an dieser Bohne kaum vorbei. Für jeden anderen Grund findest du im Kaffeebohnen-Vergleich günstigere dunkle Röstungen und ähnlich teure Bohnen mit Anbauland, je ein Beispiel steht in der Tabelle oben.
Für wen geeignet?
Wer eine milde Röstung sucht, findet die Alternative bei Starbucks selbst: den Blonde Espresso Roast, laut starbucks.de „mild und sanft“ und als Alternative zum Signature Espresso Roast gedacht. Als ganze Bohne ist der Blonde in Deutschland bei Starbucks at Home aber ebenfalls verschwunden, in der Schweiz ist er dort die einzige verbliebene Sorte in dieser Form.
Ebenso wenig taugt der Espresso Roast für den Espresso am späten Abend, wenn du Koffein meidest. Für diesen Fall führt starbucks.de einen Decaf Espresso Roast und beschreibt ihn mit Noten von geröstetem Karamell und Kakao; bei Starbucks at Home ist er derzeit als Kapsel für Nespresso gelistet. Der Ratgeber zu entkoffeiniertem Kaffee erklärt die üblichen Verfahren und das Restkoffein.



