Die Bambino Plus ist Sages kleine Siebträgermaschine ohne Mahlwerk, dafür mit einer Dampfdüse, die Milch selbstständig aufschäumt. Auf der deutschen Herstellerseite läuft sie als the Bambino Plus unter dem Produktcode BES500. Die Farbe gebürstetes Edelstahlgrau, die auch Amazon führt, hat die Nummer SES500BSS4EEU1, und als Hersteller steht im Amazon-Katalog BRG Appliances. Die Sage-Seite selbst trägt den Copyright-Vermerk von Breville Pty Limited.
Unser Richtwert liegt bei ca. 480 Euro laut unserer Preisbox (dort genau 479,90 Euro). Im eigenen Shop verlangt Sage 529,90 Euro (abgerufen am 1. Oktober 2026), also 50 Euro mehr, und zwar für sieben dort gelistete Farbvarianten denselben Betrag; vier davon waren beim Abruf ausverkauft. Unter den Farbnamen der Seite stehen etwa Trüffelschwarz, Meersalzfarben und Pflaumenblau. Der Amazon-Katalog führt für das Angebot als Datum den 16. Februar 2021.
Gehäuse, Maße, Anschluss
Als Fertigungsmaterial gibt Sage Edelstahl an, ohne das nach Bauteilen aufzuschlüsseln. Ausdrücklich aus Edelstahl ist der 54-mm-Siebträger.
Bei den Maßen passen die Quellen nicht zusammen. Sage schreibt 30,3 x 18,8 x 36,2 cm und beschriftet das als Breite, Tiefe, Höhe. Im Amazon-Katalog steht die Maschine mit rund 19,5 cm Breite, 32,0 cm Länge und 31,0 cm Höhe. Das Produktfoto zeigt sie von vorn, und die Front ist dort deutlich schmaler als hoch. Das spricht dafür, dass die knapp 19 cm nach vorn zeigen und die gut 30 cm in die Tiefe gehen, belegen lässt es sich mit den Herstellerangaben aber nicht. Wir würden deshalb in der Breite mit 30,3 cm planen, in der Tiefe mit dem größeren Amazon-Wert von 32,0 cm und in der Höhe mit den 36,2 cm von Sage.
Der abnehmbare Wassertank fasst 1,9 Liter und sitzt hinten; laut Anleitung muss er bündig an der Rückwand anliegen. Darunter, auf der Rückseite, steckt das Reinigungswerkzeug für die Dampfdüse. Vorn liegt die Abtropfschale mit einer Anzeige für die maximale Füllmenge, auf ihr sitzt der Temperatursensor für die Milchkanne, und über der Schale verspricht Sage extra Platz für hohe Tassen.
Elektrisch braucht die Maschine 220 bis 240 V bei 50 bis 60 Hz und nimmt 1300 bis 1600 W auf. An 230 V entsprechen 1600 W knapp 7 Ampere. Als zusätzliche Schutzmaßnahme empfiehlt die Anleitung einen Schutz- oder Sicherheitsschalter, ideal mit einer Nennleistung von maximal 30 mA, und verweist für die Beratung an einen Elektriker. Ausgeschaltet wird die Bambino Plus über zwei Tasten gleichzeitig, die für eine Tasse und die Dampf-Taste.
Wartung ist bei Sage klar verteilt: Außer der Reinigung sollen sämtliche Wartungsarbeiten von einer autorisierten Sage-Kundendienststelle erledigt werden, und alles, was die Anleitung nicht beschreibt, gehört laut Sage in ein Service Center. Ein beschädigtes Gerät, Kabel oder einen beschädigten Stecker sollst du nicht weiter benutzen, sondern dorthin zur Prüfung schicken.
Was Sage nicht angibt
Durchgesehen haben wir die deutsche Produktseite samt der Datenliste, die dort hinter einem Aufklapper liegt, die aktuelle Kurzanleitung in der Fassung L25, die ältere Fassung G22 und den Amazon-Katalogeintrag. In keiner dieser Quellen stehen:
- die Brühtemperatur in Grad und ob sie sich verstellen lässt
- die Bauart der Pumpe und ob ein 3-Wege-Magnetventil verbaut ist (Sage erwähnt es weder als vorhanden noch als fehlend)
- Dampfleistung, Dampftemperatur und die Zeit bis zur Dampfbereitschaft
- die Lautstärke in Dezibel und die Kabellänge
- das Volumen der Abtropfschale und die nutzbare Höhe für hohe Tassen
- der Werkstoff von Tamper, Tank und Abtropfschale
- der Stromverbrauch in Kilowattstunden, pro Bezug oder pro Jahr, auch nicht zur 32-%-Angabe weiter unten
- die Leistungsaufnahme im Stromsparmodus und wann er einsetzt
- ob der Wasserfilter das Entkalkungsintervall verlängert
- wie viele Reinigungstabletten und wie viel Entkalkungspulver im Karton liegen
- das Herstellungsland
Auch ein Gewicht fehlt bei Sage. Der Amazon-Katalog führt 14,66 Pfund, umgerechnet rund 6,7 kg, ohne zu sagen, ob mit oder ohne Verpackung.
Im Detail: ThermoJet, PID und zwei Druckangaben
ThermoJet heißt Sages Heizsystem, und laut Produktseite erreicht es die Extraktionstemperatur in 3 Sekunden. In drei Sekunden heizt man keinen Kessel auf. Die Zahl ergibt nur Sinn, wenn das Wasser auf dem Weg zum Brühkopf erhitzt wird, und die Anleitung spricht passend dazu von einer Heizspirale. So lesen wir die Angabe.
Ganz sauber benennt Sage das System allerdings nicht. Im Datenfeld Heizsystem derselben Produktseite steht fortgeschrittene ThermoCoil, im Feld Brühsystem und im Werbetext ThermoJet. An ThermoJet hängt auch die Energieangabe: bis zu 32 % weniger Energie als ein Thermoblock-Heizsystem, gestützt laut Haftungsausschluss auf interne Benchmark-Tests ab November 2022. Im Amazon-Text wird daraus ein um 32 % geringerer jährlicher Verbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Systemen, also ein anderer Maßstab: Ein Thermoblock ist eine bestimmte Bauart, unter herkömmliche Systeme fallen je nach Lesart auch Kesselmaschinen, die ihren Wasservorrat dauerhaft warm halten.
Die Temperatur hält ein PID-Regler. Er führt die Heizleistung der Zieltemperatur nach, statt den Heizer bloß an- und abzuschalten. Wenn das Wasser tatsächlich im Durchlauf erhitzt wird, hilft genau das dabei, dass zwei Bezüge hintereinander mit ähnlicher Temperatur durch das Mehl laufen. Die Anleitung weist außerdem darauf hin, dass die Oberfläche des Heizelements nach dem Gebrauch noch Restwärme abgibt und die Metalloberflächen im Betrieb heiß werden können.
Bei der Pumpe stehen auf der Produktseite zwei Zahlen: eine italienische 15-bar-Pumpe und 9 bar für die Extraktion. Fachlich beschreibt die größere Zahl, was die Pumpe höchstens aufbauen kann, die kleinere den Druck, der im Betrieb am Kaffeebett ankommt. Für den Vergleich zweier Maschinen taugt deshalb nur die zweite. Vor dem vollen Druck steht eine Preinfusion unter niedrigem Druck, die das Mehl anfeuchtet. Ihre Dauer bestimmst du selbst, wenn du willst: Du hältst die Taste für eine oder zwei Tassen gedrückt, bis die gewünschte Preinfusionszeit erreicht ist, und mit dem Loslassen beginnt die Extraktion.
Brauchst du zur Bambino Plus eine eigene Mühle?
Für die einwandigen Siebe ja. Ein Mahlwerk hat die Maschine nicht, und Sage rechnet auf der Produktseite mit 18 g frisch gemahlenem Kaffee. Ohne Mühle bleiben dir die doppelwandigen Siebe, die für Kaffeepulver aus der Packung vorgesehen sind.
Im Karton liegen vier Siebeinsätze: zwei einwandige und zwei doppelwandige, jeweils für eine und für zwei Tassen. Ab Werk steckt das einwandige Sieb für zwei Tassen im Siebträger. Als Füllmenge nennt die Anleitung 8 bis 11 g für eine Tasse und 16 bis 19 g für zwei, die 18 g der Produktseite liegen also im oberen Bereich des großen Siebs. Die doppelwandigen Einsätze regulieren den Druck, und zwar unabhängig von Mahlgrad, Dosierung, Tamperdruck oder Frischegrad. Das macht sie nachsichtig, nimmt dir aber genau die Stellschrauben, mit denen du bei frischen Bohnen arbeiten willst.
Nach dem Befüllen tamperst du mit ungefähr 10 bis 15 kg Druck. So steht es in der aktuellen Anleitung, Version L25, die Sage auf der deutschen Produktseite verlinkt; eine ältere Fassung (G22) verlangte noch 15 bis 20 kg. Danach streicht die beiliegende Razor-Dosierhilfe überschüssiges Mehl ab und bringt den Puck auf Höhe. Ob Mahlgrad und Menge stimmen, zeigt der Durchlauf: Laut Anleitung beginnt der Kaffee nach 8 bis 12 Sekunden zu fließen und läuft langsam wie warmer Honig. Kommt er deutlich früher, ist meist zu grob gemahlen, kommt er später, zu fein. Das Verhältnis von Mehl zu Tasse rechnet dir der Brüh-Rechner aus.
Ab Werk stoppt die Maschine bei ca. 30 ml für eine Tasse und ca. 60 ml für zwei. Hältst du beide Tassentasten zwei Sekunden lang, lernst du eine eigene Menge ein: Bezug per Tastendruck starten, im gewünschten Moment stoppen, die Maschine speichert den Wert. Über eine weitere Tastenkombination im ausgeschalteten Zustand geht es zurück auf die Werkseinstellung.
Wir würden zu dieser Maschine eine Mühle nehmen, die direkt in den Siebträger mahlt. Aus demselben Haus steht in unserem Katalog die Sage Dose Control Pro mit ca. 153 Euro. Laut Sage liegt ihr ein Siebträger-Einsatz für 50 bis 54 mm bei, dazu hat sie 60 Mahlgradeinstellungen. Unser Mühlen-Ratgeber erklärt, worauf es bei einer Espressomühle sonst ankommt. Beide Geräte zusammen kommen auf rund 633 Euro.
Milch schäumen mit Auto MilQ
Auto MilQ ist die Milchautomatik der Bambino Plus. Du füllst die mitgelieferte 480-ml-Kanne aus Edelstahl zwischen MIN- und MAX-Markierung, stellst sie auf den Temperatursensor, senkst die Dampfdüse ab und startest. Ist die gewählte Temperatur erreicht, hört die Maschine von selbst auf.
Gewählt wird in zwei Reihen mit je drei Stufen, Warm, Ideal oder Heiß für die Temperatur und Wenig, Mittel oder Viel für den Schaum. Beide Einstellungen bleiben gespeichert, bis du sie änderst. Sage verspricht Mikroschaum mit mindestens einer Million Bläschen pro Milliliter.
Eine Grenze zieht die Anleitung deutlich: Zum Aufschäumen soll nur die mitgelieferte Milchkanne aus Edelstahl verwendet werden, andere Behälter können laut Sage ein Risiko darstellen. Wer mehr Milch braucht, als zwischen MIN und MAX in diese Kanne passt, schäumt also in mehreren Durchgängen. Neben der Automatik lässt Sage auch manuelles Texturieren zu, dazu mehr in den Fragen unten.
Nach dem Schäumen senkst du die Düse wieder ab, dann reinigt sie sich automatisch mit Dampf. Bleibt sie oben, erscheint ein Hinweis über die Anzeigelichter. Beim Absenken kann heißer Dampf austreten, davor warnt die Anleitung eigens. Direkt nach der Dampffunktion spült das Gerät außerdem Wasser durch, das in der Abtropfschale landet. Dass beim Dampferzeugen ein Pumpgeräusch zu hören ist, gehört laut Sage zum normalen Betrieb.
Was kommt sonst infrage?
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Sage Bambino Plus (dieses) | ThermoJet mit PID, Milchautomatik auf Temperatursensor, kein Mahlwerk | ca. 480 € | 8,4 | die Maschine die Milch per Temperatursensor fertig schäumen soll und eine Espressomühle schon da ist oder mitgekauft wird |
| Sage Barista Express | Kegelmahlwerk mit 16 Stufen eingebaut, Milch von Hand über die Dampfdüse | ca. 489 € | 9,0 | du keine separate Mühle kaufen und keine zweite Stellfläche einplanen willst |
| Gaggia Classic Evo Pro | 58-mm-Siebträger, Messingkessel, 3-Wege-Magnetventil, Dampfdüse von Hand | ca. 500 € | 9,4 | du Milch ohnehin selbst schäumen willst und Zubehör im 58-mm-Maß suchst |
| Lelit Anna PL41TEM | Messingkessel mit am PID-Display verstellbarer Temperatur, Brühdruck-Manometer | ca. 489 € | 8,6 | du die Kesseltemperatur in Grad selbst einstellen und den Druck beim Bezug ablesen willst |
Die Preise sind die Richtwerte aus unseren Datenblättern, auf volle Euro gerundet, und sie stammen nicht alle vom selben Tag. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus Hersteller- und Katalogdaten, kein Messergebnis. Über Verfügbarkeit und Aktionspreise sagt die Tabelle nichts.
Wann die Bambino Plus, wann eine andere Maschine?
Die Milch entscheidet zuerst. Trinkst du fast nur Cappuccino oder Latte und willst das Aufschäumen nicht erst lernen, ist die Automatik der Grund, diese Maschine zu kaufen, und deshalb ist sie im Siebträger-Vergleich unser Einsteiger-Tipp. Führst du die Milch lieber selbst, bezahlst du hier für eine Funktion, die du kaum nutzt. Dann ist die Gaggia Classic Evo Pro die naheliegende Alternative, mit ca. 500 Euro in unserem Katalog rund 20 Euro teurer als die Bambino Plus.
Dann die Mühle. Steht noch keine in deiner Küche und willst du auch keine zweite Stellfläche opfern, wägst du gegen die Barista Express ab: ca. 489 Euro in unserem Katalog, rund 9 Euro über der Bambino Plus, dafür mit eingebauter Mühle. Die Rechnung dazu: Den ca. 489 Euro der Barista Express stehen die rund 633 Euro für Bambino Plus und Dose Control Pro gegenüber, und die beiden brauchen zwei Stellplätze.
Bei der Tassenzahl hilft zuerst der Tank. Wie viele Bezüge eine Füllung von 1,9 Litern hergibt, nennt Sage nicht. Nach unserer Einschätzung geht pro doppeltem Bezug mehr Wasser weg als die 60 ml in der Tasse, weil der Kaffeepuck einen Teil davon aufnimmt, und sobald du Milch schäumst, ziehen auch der Dampf und das Nachspülen danach aus demselben Vorrat. Rechnen lässt sich dagegen der Reinigungszyklus, den wir unten bei der Pflege beschreiben: Bei vier Bezügen am Tag meldet er sich ungefähr alle 50 Tage.
Für den Stellplatz verlangt die Anleitung eine stabile, hitze- und wasserbeständige, ebene, trockene Fläche, nicht am Rand der Arbeitsplatte und nicht auf oder in der Nähe einer Wärmequelle wie einer Herdplatte, einem Ofen oder einem Gasherd. Auf einem Spülbeckenabflussbrett soll die Maschine nicht stehen, und in einem Schrank oder einem anderen geschlossenen Bereich darf sie nicht laufen. Unter einem Hängeschrank brauchst du mehr als die 36,2 cm Höhe von Sage, dazu Platz an der Rückwand, denn dort hebst du den Tank heraus. Das Kabel rollst du laut Anleitung vor der Inbetriebnahme ganz aus, und es darf weder über die Kante der Arbeitsfläche hängen noch heiße Oberflächen berühren.
Die falsche Wahl ist die Bambino Plus für die Teeküche im Büro. Die Anleitung bestimmt das Gerät nur für den Hausgebrauch und ausschließlich für seinen Bestimmungszweck, schließt den Betrieb in fahrenden Fahrzeugen oder Booten und im Freien aus und warnt, Fehlgebrauch könne zu Verletzungen führen. Kinder ab 8 Jahren dürfen die Maschine laut Anleitung nur unter Beaufsichtigung benutzen oder wenn sie in die sichere Handhabung eingewiesen wurden und die Gefahren verstehen; dasselbe gilt für Personen mit eingeschränkten Fähigkeiten oder ohne Erfahrung. Gerät und Netzkabel gehören außerhalb der Reichweite von Kindern unter 8 Jahren.
Hartes Wasser heißt häufiger entkalken, die Intervalle stehen weiter unten. Destilliertes Wasser ist dabei keine Abkürzung: Sage verlangt kaltes Leitungswasser und rät von stark gefiltertem, entmineralisiertem oder destilliertem Wasser ab, weil es den Geschmack des Kaffees und die Funktionsweise der Espressomaschine beeinträchtigen kann.
Wer eine Temperatur in Grad selbst einstellen will (siehe die Liste bei Gehäuse und Maßen), nimmt die Lelit Anna PL41TEM mit am PID-Display einstellbarer Kesseltemperatur. Sie steht bei uns preisgleich mit der Barista Express bei ca. 489 Euro. Der Kaffeemaschinen-Finder sortiert nach Zubereitung und Budget, falls du noch zwischen Siebträger und Vollautomat schwankst.
Lieferumfang und laufende Kosten
Laut Produktseite liegen der Bambino Plus bei: der 54-mm-Siebträger, ein 54-mm-Tamper, die Razor-Dosierhilfe, ein Claro-Wasserfilter, die Milchkanne aus Edelstahl, die vier Filterkörbe, ein Reinigungswerkzeug und eine Reinigungsscheibe. Die Anleitung zählt zusätzlich den Wasserfilterhalter, Reinigungstabletten für Espressomaschinen und Entkalkungspulver auf. Für die erste Reinigung und die erste Entkalkung musst du also nichts nachkaufen. Vor dem ersten Kaffee füllst du den Tank bis MAX, stellst einen 500-ml-Behälter unter Siebträger und Dampfdüse und startest mit der Taste für eine Tasse den ersten Spülzyklus.
Als Zusatzkauf verkauft Sage auf derselben Seite die Knock Box 10 für 36,90 Euro und den Distribution Duo 54mm für 79,90 Euro. Bei Zubehör anderer Anbieter ist die Anleitung streng. Laut Anleitung sollst du nur die mitgelieferten Zubehörteile verwenden, und an anderer Stelle warnt sie, Zubehör, das nicht von Sage vertrieben oder empfohlen wird, könne zu Bränden, Stromschlägen oder Verletzungen führen. Dazu kommt das Format: 54 mm ist das Maß von Sage, Siebe und Tamper im 58-mm-Maß passen nicht. Und ohne einen der mitgelieferten Siebeinsätze Kaffee im Siebträger zuzubereiten, nennt die Anleitung ausdrücklich eine unsachgemäße Verwendung, die zu Verletzungen oder Schäden an den Oberflächen rund um die Maschine führen kann.
Für die laufenden Kosten rechnen wir hier mit Häufigkeiten. Der Wasserfilter kommt viermal im Jahr neu. Entkalken steht je nach Wasserhärte etwa vier- bis sechsmal im Jahr an, und bei zwei Bezügen am Tag kommt der Reinigungszyklus knapp viermal. Bei 18 g pro doppeltem Espresso reicht ein Kilo Bohnen für gut 55 Bezüge. Beim Kauf im Sage-Shop legt Sage laut Produktseite zwei Beutel Spezialitätenbohnen dazu und gewährt danach 20 % Rabatt auf Bohnen ohne Abonnement, es gelten die AGB; auch der Amazon-Text wirbt mit zwei Beuteln nach Kauf und Registrierung.
Reinigung, Entkalken, Pflege
Siebeinsätze und Siebträger sollen laut Anleitung direkt nach dem Gebrauch unter heißem Wasser gespült werden, damit keine Reste der Kaffeeöle bleiben. Das Innere des Brühkopfs und den inneren Sprühkopf wischst du mit einem feuchten Tuch ab. Regelmäßig lässt du heißes Wasser mit eingesetztem Sieb und Siebträger, aber ohne Kaffeepulver durchlaufen. Die Dampfdüse wischst du nach dem Aufschäumen sofort mit einem feuchten Tuch ab.
Die Abtropfschale leerst du nach jeder Verwendung oder wenn die Anzeige im Gitter nach oben steigt; Gitter und Schale reinigst du in warmem Seifenwasser. Das Gehäuse wischst du mit einem weichen, feuchten Tuch ab und polierst es mit einem weichen, trockenen nach. Scheuernde Reinigungsmittel, Topfreiniger oder Tücher sind tabu, weil sie das Gerät zerkratzen können. Ohne Ausnahme gilt der Satz aus der Anleitung: „Reinigen Sie keines der Teile oder Zubehör im Geschirrspüler.“
Eine verstopfte Dampfdüse bemerkt die Maschine während der Milchzubereitung selbst. Sie bricht dann sofort ab, das Licht der Dampf-Taste geht aus, und die Tasten für Milchtemperatur und Schaum blinken, bis die Düse gereinigt ist. Zuerst senkst du die Düse ab und hältst die Dampf-Taste fünf Sekunden gedrückt. Hilft das nicht, schraubst du den Aufsatz mit dem Reinigungswerkzeug ab, reinigst die Löcher damit, spülst den Aufsatz, wischst ihn mit einem sauberen, trockenen Tuch ab, schraubst ihn wieder an und reinigst die Düse danach mit Dampf. Mit demselben Werkzeug lassen sich auch blockierte Löcher im Siebeinsatz säubern.
Nach 200 Extraktionen seit der letzten Reinigung fordert die Maschine den Reinigungszyklus an, die Tasten für eine und zwei Tassen blinken dann abwechselnd. Du setzt die Reinigungsscheibe in den Siebeinsatz, legst eine Reinigungstablette darauf, rastest den Siebträger ein, leerst die Abtropfschale, stellst einen 2-l-Behälter unter Siebträger und Dampfdüse und füllst den Tank bis MAX. Fünf Sekunden auf beiden Tassentasten öffnen den Reinigungsmodus, ein weiterer Druck startet ihn. Ob das ein Rückspülen im Sinne einer Blindsieb-Spülung ist, lässt die Anleitung offen, sie spricht schlicht vom Reinigungszyklus. Vorzeitig startest du ihn im ausgeschalteten Zustand mit fünf Sekunden auf zwei Tassen und Dampf.
Kalk kann laut Anleitung den Wasserfluss, die Brühtemperatur, die Maschinenleistung und den Geschmack des Espressos beeinträchtigen. Fällig ist das Entkalken, wenn die Tasten für eine Tasse, zwei Tassen und Dampf 15 Sekunden lang abwechselnd leuchten. Sage empfiehlt, bei Wasserhärte 4 alle 90 Tage und bei Wasserhärte 6 alle 60 Tage zu entkalken, und lässt offen, in welcher Einheit diese Stufen gemeint sind. Für den Ablauf füllst du den Tank bis zur DESCALE-Markierung mit heißem Leitungswasser, löst das Entkalkungsmittel darin auf, stellst einen 2-l-Behälter unter Brühkopf und Dampfdüse, schaltest das Gerät aus und lässt es komplett auskühlen. Den Rest steuerst du über die Tasten für eine Tasse und Dampf, mit einer Pause zum Nachfüllen bis MAX, sobald das Entkalkungsmittel aufgebraucht ist.
Zwei Warnungen stehen dabei ausdrücklich in der Anleitung: Netzkabel, Netzstecker oder das Gerät selbst dürfen niemals in Wasser oder andere Flüssigkeiten getaucht werden, und während der Entkalkung soll der Wassertank unter keinen Umständen entfernt oder vollständig entleert werden. Wie oft und womit man einen Siebträger allgemein entkalkt, steht in unserem Ratgeber zum Entkalken.
Vor dem Reinigen, Transportieren oder Verstauen soll die Maschine ausgeschaltet, vom Stromnetz getrennt und abgekühlt sein. Zum Aufbewahren leerst du Tank und Abtropfschale, lässt alles sauber und trocken werden und stellst die Maschine aufrecht hin, ohne etwas daraufzustellen.



