Bei De’Longhi heißt die Maschine La Specialista Touch EC9455.M EX:2, Farbe Silber, Untertitel „One Touch, 10 Getränke“. In der deutschen Shop-Kategorie La Specialista Touch steht genau dieses eine Gerät. Die ganze Reihe La Specialista umfasst dort zehn Artikel in fünf Modellen, teils in mehreren Farben: Arte, Arte Evo, Opera, Maestro und Touch.
Unsere Preisbox nennt ca. 549,97 Euro. Der Amazon-Katalog führte am 7. September 2026 549,00 Euro. Im De’Longhi-Shop kostete sie am 25. September 2026 ebenfalls 549,00 Euro, als Aktion 22 Prozent unter dem Originalpreis von 699,90 Euro; als niedrigsten Preis der letzten 30 Tage wies der Shop 599,00 Euro aus. Ein Erscheinungsdatum steht auf der Produktseite nicht, in ihren eingebetteten Daten ist der 1. Juni 2025 als Verfügbarkeitsbeginn hinterlegt.
Gebaut ist die Touch für Espresso und Milchgetränke aus frisch gemahlenen Bohnen und für Cold Brew. Das Mahlwerk sitzt im Gehäuse. In unserem Siebträger-Vergleich ist sie eine von zwei Maschinen der La-Specialista-Reihe, neben der günstigeren Arte. Von den beiden ist sie nach unserer Einschätzung auch die mit den meisten Einstellungen, die man verstehen muss, bevor der erste Espresso gelingt.
Aufbau: Behälter oben links, Display in der Mitte
Auf dem Produktfoto sitzt der Bohnenbehälter oben links auf dem silbernen Gehäuse, darunter liegt eine Nische, ihrer Lage nach der Mahlauslauf, an den du den Siebträger drückst. In der Mitte, über der Brühgruppe, sitzt das Farbdisplay, rechts steht die Dampflanze ab. Unten schließt die Abtropfschale mit Gitter ab.
Das Display ist ein 3,5-Zoll-TFT mit Touch-Bedienung. Im Gehäuse arbeitet ein Thermoblock, die Leistung des Geräts gibt die Anleitung mit 1.450 W an 220 bis 240 V an, als Druck nennt sie 15 bar (1,5 MPa). Der Wassertank fasst 1,8 l, ist abnehmbar und hat eine Wasserstandsanzeige. In den Bohnenbehälter passen 180 g.
Bei den Maßen widersprechen sich die Quellen. Die Anleitung nennt 323 × 460 × 400 mm (Länge, Tiefe, Höhe), die Produktseite 319 × 367 × 400 mm ohne Achsangabe, der Amazon-Katalog ca. 31,9 × 36,7 × 40 cm. Bei Breite und Höhe liegen die Angaben beieinander, bei der Tiefe klaffen gut 9 cm. Ob die 46 cm der Anleitung etwa den eingesetzten Siebträger mitzählen, lässt sich aus den Unterlagen nicht ablesen. Wir würden mit 46 cm Tiefe planen. Das Gewicht liegt bei 10,5 kg laut Anleitung, 10,4 laut Produktseite und rund 10,8 kg laut Amazon.
Weil das Gerät Wärme an die Umgebung abgibt, verlangt De’Longhi zu Seiten- und Rückwand mindestens 3 cm Abstand und über der Maschine mindestens 15 cm. Unter einem Hängeschrank heißt das: mindestens 55 cm lichte Höhe.
Unter den Auslauf passen laut Produktseite Tassen bis 120 mm Höhe. Ein Datenfeld derselben Seite nennt 114 mm. Wer hohe Latte-Macchiato-Gläser hat, misst deshalb besser nach.
Voreingestellt sind laut De’Longhi 10 Rezepte: Espresso, Americano, Long Black, Cold Brew, Cappuccino, Latte, Latte Macchiato, Flat White, heiße Milch und heißes Wasser. Americano und Long Black unterscheiden sich nur in der Reihenfolge, beim Americano kommt erst der Kaffee und dann das Wasser aus dem separaten Heißwasserauslauf, beim Long Black umgekehrt. Ein einfacher Espresso läuft in den Stufen 20, 35 und 50 ml und lässt sich von ca. 20 bis 110 ml programmieren. Eigene Getränke mit selbst gewählten Mahl-, Brüh- und Schaumparametern legst du laut Anleitung bis zu 9 an. Heißes Wasser gibt die Maschine in den Stufen 150, 250 und 350 ml aus, programmierbar von ca. 25 bis 420 ml.
Im Detail: Thermoblock, 15 Mahlgrade und was Bean Adapt tut
Ein Thermoblock hält keinen Kessel voll heißem Wasser vor. Er erhitzt das Wasser im Durchlauf durch einen beheizten Metallblock, deshalb ist er schnell bereit und braucht wenig Platz. Der Nachteil der Bauart ist die Temperatur: Ohne Regelung schwankt sie während des Bezugs. De’Longhi setzt laut Produktseite eine aktive Temperaturregelung dagegen, in den Seitendaten als PID Temperature Control geführt. Vier Brühtemperaturprofile stehen zur Wahl, und die Anleitung hält selbst fest, dass eine Temperaturänderung bei Longdrinks den größten Effekt hat.
Zu den 15 bar: Espresso wird üblicherweise mit rund 9 bar am Kaffeemehl beschrieben. Eine Druckangabe im Datenblatt einer Siebträgermaschine meint in aller Regel die Pumpe, also das, was sie höchstens schafft, und nicht den Druck, der beim Bezug im Sieb anliegt.
Das Mahlwerk ist ein Kegelmahlwerk, laut De’Longhi USA in Italien gefertigt. Das gilt für das Mahlwerk, nicht für die Maschine: Als Herkunftsland des ganzen Geräts ist im Datenfeld der deutschen Produktseite China hinterlegt. Den Mahlgrad stellst du mechanisch am Wahlschalter A3 am Bohnenbehälter ein, 15 Positionen von fein bis grob, und zwar nur bei laufendem Mahlwerk. Gemahlen wird direkt in den Siebträger: Du drückst ihn gegen den Mahlauslauf, bis es klickt, lässt los, und der Mahlvorgang startet und stoppt von selbst. Wie lange, legst du je Sieb in Schritten von 0,5 Sekunden fest.
Danach tampst du mit dem Tamper C9. Er zeigt beim Andrücken -2, -1, OK, +1 oder +2. Liegt zu viel Pulver im Sieb, nimmst du den Überschuss mit dem Dose-Adjust-Tool C10 ab. De’Longhi USA nennt als Obergrenze eine Dosis von 20 g. Die Menge der Preinfusion wählst du im Getränkemenü zwischen kurz und lang.
Bean Adapt ist der Teil, bei dem Werbung und Anleitung auseinanderlaufen. Die Produktseite schreibt, die Technik optimiere automatisch Mahlgrad, Dosierung und Temperatur. Die Anleitung beschreibt einen geführten Vorgang von etwa 10 Minuten: Du gibst die Kaffeesorte an (100 % Arabica oder Speciality, oder eine Mischung aus Arabica und Robusta) und die Röstfarbe (hell, mittel, mitteldunkel, dunkel), stellst den Wahlschalter A3 selbst auf 9 und startest den Bezug. Die Maschine analysiert den Espresso, meldet OK, zu schnell oder zu langsam und sagt dir, was du ändern sollst. Nach 2 Versuchen lässt sich das Ergebnis speichern, bis zu 6 Bohnenprofile. Unsere Lesart: Die Maschine bewertet und rät, drehen musst du.
Wie schafft die Touch Cold Brew in unter fünf Minuten?
Mit kaltem oder raumtemperiertem Wasser und einer längeren Infusionszeit statt Hitze, so beschreibt es die Anleitung. Laut De’Longhi USA umgeht das Wasser dabei den Thermoblock. Die fünf Minuten gelten nach der Fußnote der Produktseite für ein Cold-Brew-Rezept als Einzelportion.
Einen eigenen Auslauf gibt es nicht. Du mahlst und tampst wie für Espresso und setzt den Siebträger an die Brühgruppe. Die Mengen: einfach 90, 110 oder 130 ml, doppelt 150, 180 oder 220 ml, frei programmierbar zwischen ca. 90 und 220 ml. Ins Glas gehören laut Anleitung 3 Eiswürfel für einen einfachen und 5 für einen doppelten.
Die Vorbereitung ist der Haken. Vor Cold-Extraction-Getränken muss der Wassertank geleert, ausgespült und mit frischem Wasser gefüllt werden, und De’Longhi empfiehlt vorab eine kalte Spülung. Kommt der Cold Brew warm heraus, war laut Problemlösung kurz vorher ein Heißgetränk dran, dann hilft die Kühlspülung, die die Maschine vorschlägt. Espresso am Morgen und Cold Brew direkt danach aus demselben Tank ist also nicht der vorgesehene Ablauf.
Zur Einordnung: Beim klassischen Ansatz aus unserem Ratgeber Cold Brew selber machen zieht grobes Pulver 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank. Mit der Maschine teilt das Verfahren das kalte Wasser, die Kontaktzeit liegt bei der Touch um mehr als das Hundertfache darunter.
Milch: Auto LatteArt in Stellung A oder M
Die Dampflanze heißt bei De’Longhi Auto LatteArt und hat zwei Stellungen. In A schäumt sie automatisch nach der gewählten Schaumstufe, in M arbeitest du von Hand wie an einer normalen Lanze. Die Produktseite nennt 5 Schaumstufen und 4 Milchtemperatureinstellungen, die Anleitung zeigt bei der Temperatur nur die Wahl min, med und hoch.
Die Lanze ist als Cool-Touch-Dampflanze gebaut, De’Longhi begründet das mit sicherer Handhabung und leichterer Reinigung. Drehst du sie nach dem Aufschäumen zurück auf OFF, gibt die Düse eine kleine Menge heißes Wasser und Dampf ab und reinigt so den inneren Dampfkreislauf. Ein Milchkrug liegt bei.
Zubehör im Karton und was De’Longhi offenlässt
Die Anleitung listet als Lieferumfang: Siebträger, 1-Tassen-Sieb, 2-Tassen-Sieb, Dosing Funnel, Halter für kleine Tasse mit Abtropfschale und Gitter, Anpressmatte, Tamper, Dose-Adjust-Tool, Milchkrug, Reinigungsnadel für die Dampflanze, Reinigungsbürste, Wasserhärte-Teststreifen und Entkalker. Sie schränkt selbst ein, dass Art und Anzahl je nach Modell abweichen können.
Beide Siebe sind laut Datenfeld einwandig. Einwandige Siebe bauen den Druck nur über das Kaffeemehl auf, der Mahlgrad muss also passen. Ein doppelwandiges Drucksieb, das Fehler beim Mahlgrad ausgleicht, steht nicht im Lieferumfang der Anleitung. Als optionales Reinigungszubehör empfiehlt De’Longhi ECO MULTICLEAN (EAN 8004399333307).
Gesammelt, was in keiner der Unterlagen steht: der Durchmesser des Siebträgers (wichtig, wenn du einen anderen Tamper, ein bodenloses Sieb oder eine Waage mit Dosierring kaufen willst), die Brühtemperatur in Grad, die Milchtemperatur in Grad, der Druck am Kaffeemehl und bei Cold Extraction, der Werkstoff von Gehäuse, Siebträger, Sieben und Brühgruppe (Amazon führt „Metall“ nur im Titel und als Farbe), Durchmesser und Material der Mahlkegel, die Dampfleistung und ob Brühen und Dampf gleichzeitig gehen, die Lautstärke, das Fassungsvermögen von Milchkrug und Abtropfschale, ein Entkalkungsintervall in Wochen oder Tassen, eine sichtbare Aufheizzeit, die Kabellänge und wie lange es Ersatzteile gibt. Die Seitendaten führen außerdem einen Wasserfilter vom Typ Charcoal als möglich, eine Artikelnummer dazu findet sich weder in der Anleitung noch im Lieferumfang.
Reinigung, Wasser und Entkalken
Ins Gerät gehört nur frisches Wasser, kein Sprudelwasser und kein destilliertes. Für heiß zubereitete Getränke muss das Wasser im Tank laut Sicherheitsheft mindestens alle 3 Tage gewechselt werden. Den Tank selbst reinigst du etwa einmal im Monat mit warmem Wasser von ca. 40 °C, bei Bedarf mit einem sauberen, nicht scheuernden Tuch, und achtest dabei auf den Bereich des Wasserstandsensors.
Die täglichen Handgriffe laut Anleitung: Siebe immer mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen und unter reichlich fließendem Wasser ausspülen. Von der Dampfdüse nach jedem Gebrauch alle Milchrückstände mit einem weichen, feuchten Tuch entfernen, abkühlen lassen und das Loch mit der Reinigungsnadel freimachen. Den Brühkopf nach der Zubereitung mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen, Vorsicht bei heißen Teilen. Den Bohnenbehälter mit einem sauberen, trockenen, weichen Tuch reinigen, den Befestigungsbereich des Mahlwerks und den Coffee Funnel mit der mitgelieferten Bürste.
Die Abtropfschale hat eine Füllstandsanzeige. Bevor sie aus der Tassenschale herausragt, muss die Schale geleert werden, sonst läuft Wasser über und kann Gerät und Arbeitsfläche beschädigen.
In die Spülmaschine dürfen laut der Tabelle in der Anleitung: die Abtropfschale mit Tassengitter und Halter für kleine Tasse, das runde Dosierzubehör (der Abbildung nach das Dose-Adjust-Tool) und der Milchkrug. Nicht hinein dürfen das Gerät, der Bohnenbehälter, der Wassertank, der Siebträger mit den Sieben und der Tamper mit Anpressmatte.
Die Maschine selbst tauchst du beim Reinigen niemals in Wasser, es ist ein Elektrogerät. Vor dem Reinigen der Außenseite ausschalten, Stecker ziehen, abkühlen lassen. Lösungsmittel, Scheuermittel und Alkohol sind tabu, ebenso Metallgegenstände gegen Verkrustungen, weil sie Metall- und Kunststoffflächen zerkratzen. Für das Gehäuse sieht die Tabelle ein Tuch oder ECO MULTICLEAN vor.
Entkalkt wird nach Wasserhärte. Die misst du mit dem beiliegenden Teststreifen, nach etwa einer Minute zeigt er 1 bis 4 rote Quadrate, und diese Stufe stellst du ein. Ist es so weit, meldet das Display einen Alarm. Du füllst Entkalker bis Markierung A und Wasser bis Markierung B in den Tank und stellst einen Behälter mit mindestens 1,5 l unter Brüheinheit, Heißwasserauslauf und Dampflanze. Das Entkalken dauert ca. 20 Minuten, danach folgt ein Spülvorgang mit vollem Tank. Die Anleitung besteht auf De’Longhi-Entkalker. Was das für die Garantie bedeutet, steht in den Fragen unten.
Was kommt sonst infrage?
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| DeLonghi La Specialista Touch EC9455 (dieses Gerät) | Mahlwerk, Auto LatteArt und Cold Extraction in einem Gehäuse | ca. 549,97 € | 8,8 | du Milchgetränke per Automatik und gelegentlich Cold Brew willst, ohne eine Mühle daneben zu stellen |
| DeLonghi La Specialista Arte EC9155 | Dampflanze nur von Hand, kein Display, 3 Getränke laut De’Longhi | ca. 369,00 € | 8,6 | du Milch selbst schäumen lernen willst und Cold Brew nicht brauchst |
| Gaggia Classic Evo Pro | kein Mahlwerk, 58-mm-Siebträger | ca. 499,52 € | 9,4 | du schon eine Espressomühle hast oder sie getrennt aussuchen willst |
| Sage Barista Touch | laut Sage 30 Mahlgrade, 54-mm-Siebträger, ThermoJet-Heizung | ca. 971,54 € | 8,7 | dir feinere Mahlgradschritte und ein genanntes Siebmaß den Aufpreis wert sind |
Die Preise sind die Richtwerte aus unseren Preisboxen, die Wertung ist unsere redaktionelle Einstufung und kein Messwert. Die technischen Angaben stammen von den Herstellern der jeweiligen Maschine, zur Arte von De’Longhis Seite und Unterlagen für die EC9155.MB, das Modell hinter unserer Preisbox.
Wann die Touch passt und wann eine andere Maschine
Den Ausschlag gibt die Milch. Wer jeden Tag Cappuccino oder Latte trinkt und das Aufschäumen nicht lernen will, bekommt mit Stellung A die Automatik, die der Arte fehlt. Wer ohnehin selbst schäumen will, zahlt bei der Touch für eine Funktion, die er nicht nutzt: Die La Specialista Arte kostet in unserem Katalog rund 181 Euro weniger, hat ebenfalls 180 g Bohnenbehälter, dafür nur 8 statt 15 Mahlgradeinstellungen (15 hat erst die Nachfolgerin EC9155.MB EX:2), 1,7 statt 1,8 l Tank, 3 statt 4 Temperaturstufen und kein Display.
Cold Brew gibt die Touch nur glasweise aus. Wer an heißen Tagen ein einzelnes Glas will, spart sich damit den Ansatz über Nacht. Wer Cold Brew literweise trinkt und eine Karaffe für mehrere Tage will, bleibt beim Kühlschrank-Verfahren aus dem Ratgeber.
Hast du schon eine gute Espressomühle, ist das eingebaute Mahlwerk Ballast. Dann würden wir zur Gaggia Classic Evo Pro greifen, die bei uns rund 50 Euro weniger kostet und einen 58-mm-Siebträger hat. Ohne Mühle rechnet sich das nicht: Gaggia und eine Eureka Mignon Specialita zusammen kommen nach unseren Preisboxen auf 931,42 Euro. Passt keine der Maschinen aus der Tabelle, grenzt der Kaffeemaschinen-Finder die Auswahl nach deinen Angaben ein.
Die falsche Anschaffung ist die Touch für jede gewerbliche Umgebung. Das Sicherheitsheft bestimmt sie ausschließlich für den Hausgebrauch und schließt ausdrücklich aus: Räume, die als Küchen für das Personal von Geschäften, Büros und anderen Arbeitsbereichen eingerichtet sind, landwirtschaftliche touristische Einrichtungen, Hotels, Zimmervermietungen, Motels und sonstige Übernachtungsbetriebe. Für die Teeküche im Büro oder das Frühstück in der Pension kommt sie damit nicht infrage.



