Die kurze Antwort: Für Cold Brew mahlst du 100 Gramm Kaffee extra grob, übergießt ihn mit 800 Millilitern kaltem Wasser (Ratio 1:8) und lässt ihn 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank ziehen. Das abgeseihte Konzentrat wird vor dem Trinken etwa im Verhältnis 1:1 mit Wasser, Milch oder Eis verdünnt.
Cold Brew ist kein Trend-Gimmick, sondern eine eigene Extraktionslogik: kaltes Wasser statt Hitze, dafür sehr viel Zeit. Das Ergebnis ist ein mildes, von Natur aus wenig bitteres Konzentrat, das sich pur, verdünnt oder in Milchgetränken einsetzen lässt, ganz ohne Spezialgerät. Diese Anleitung zeigt das Grundrezept, die richtige Verdünnung, den passenden Mahlgrad und den Unterschied zum klassischen Eiskaffee.
Cold Brew selber machen: das Grundrezept Schritt für Schritt
- 100 Gramm Kaffee extra grob mahlen, gröber als bei der French Press, etwa wie grober Splitt.
- Mit 800 Millilitern kaltem oder zimmerwarmem Wasser übergießen (Ratio 1:8), gründlich umrühren, damit der Kaffee vollständig benetzt ist.
- Gefäß abdecken und 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
- Durch ein feines Sieb oder ein Tuch abseihen, für ein klareres Ergebnis danach zusätzlich durch einen Papierfilter geben.
- Konzentrat in eine saubere, verschließbare Flasche füllen und gekühlt lagern.
Ein Glasgefäß mit weiter Öffnung erleichtert sowohl das Einfüllen des groben Mahlguts als auch das spätere Abseihen deutlich gegenüber einer engen Flasche.
Was braucht man für Cold Brew zu Hause?
Kein Spezialgerät, nur vier Dinge: ein großes Glasgefäß oder eine Kanne mit Deckel, eine Mühle mit extra grober Einstellung, ein feines Sieb oder Passiertuch zum Abseihen und eine verschließbare Flasche für das fertige Konzentrat. Eine Küchenwaage hilft, die Ratio 1:8 zuverlässig zu treffen, notfalls funktionieren aber auch ein Messbecher für Wasser und grobes Augenmaß bei der Kaffeemenge.
Wichtig ist vor allem die Mühle: Schlagmesser-Mühlen zerkleinern Bohnen ungleichmäßig und produzieren neben groben Stücken auch feinen Staub, der beim Abseihen durchs Sieb rutscht und das Konzentrat trüb macht. Ein Kegel- oder Scheibenmahlwerk liefert gleichmäßig grobes Mahlgut und damit ein klareres, saubereres Ergebnis.
Wie wird Cold Brew verdünnt?
Ungefähr im Verhältnis 1:1 mit kaltem Wasser, Milch oder Pflanzendrink, angepasst an den eigenen Geschmack. Das Konzentrat aus dem Grundrezept ist pur zu intensiv für die meisten, ein Verhältnis von 1 Teil Konzentrat zu 1 Teil Verdünnung über Eis ergibt ein ausgewogenes Getränk vergleichbar mit einem kräftigen Filterkaffee. Wer es milder mag, verdünnt bis 1:1,5, wer es intensiver mag, bleibt näher am puren Konzentrat. Ein praktischer Trick gegen wässrigen Nachgeschmack: Eiswürfel aus übrig gebliebenem Cold Brew statt aus normalem Wasser einfrieren, so verdünnt schmelzendes Eis das Getränk nicht zusätzlich.
Welcher Mahlgrad passt zu Cold Brew?
Extra grob, gröber als bei jeder anderen Methode. Die lange Ziehzeit von 12 bis 18 Stunden extrahiert auch aus grobem Mahlgut genug Aroma, feiner gemahlener Kaffee würde in dieser Zeit massiv überextrahieren und bitter schmecken. Extra grobes Mahlgut lässt sich außerdem deutlich leichter und klarer abseihen, feine Partikel würden das Sieb verstopfen und das Ergebnis trüben.
Wie lange ist Cold Brew haltbar?
Das Konzentrat hält sich in einer verschlossenen Flasche gekühlt etwa 1 bis 2 Wochen, deutlich länger als fertig aufgebrühter heißer Kaffee. Sobald verdünnt oder mit Milch gemischt wurde, sollte das fertige Getränk innerhalb von 1 bis 2 Tagen getrunken werden, weil Milch die Haltbarkeit begrenzt. Für den Vorrat lohnt es sich deshalb, nur das Konzentrat auf Halt zu produzieren und erst kurz vor dem Trinken zu verdünnen. Eine beschriftete Flasche mit Ansatzdatum hilft dabei, den Überblick zu behalten, gerade wenn mehrere Ansätze mit unterschiedlichem Alter im Kühlschrank stehen.
Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Eiskaffee?
Die Zubereitung, nicht nur die Temperatur. Cold Brew wird von Anfang an mit kaltem Wasser über viele Stunden extrahiert und kommt nie mit Hitze in Kontakt, das ergibt ein mild-süßliches Konzentrat mit von Natur aus wenig wahrnehmbarer Säure. Eiskaffee dagegen ist zunächst ganz normal heiß gebrühter Kaffee (oft Filterkaffee oder Espresso), der anschließend heruntergekühlt und über Eis serviert wird, teils mit Vanilleeis oder Sahne. Dadurch bleibt das typische Aroma des Heißaufgusses erhalten, inklusive der Säure und Bitterstoffe, die die kalte Extraktion beim Cold Brew gar nicht erst herauslöst.
| Merkmal | Cold Brew | Eiskaffee |
|---|---|---|
| Brühmethode | Kalt extrahiert, 12 bis 18 Stunden | Heiß gebrüht, danach gekühlt |
| Wasser | Kalt oder zimmerwarm | 92–96 °C beim Brühen |
| Geschmack | Mild, von Natur aus wenig Säure | Kräftiger, mit Säure und Bitterstoffen des Heißaufgusses |
| Zubereitungsdauer | 12 bis 18 Stunden | Wenige Minuten plus Abkühlzeit |
| Typische Basis | Cold-Brew-Konzentrat, verdünnt | Filterkaffee oder Espresso |
Cold Brew Variationen: vom Latte bis zum Tonic
Das Konzentrat ist die Basis für mehr als nur Cold Brew über Eis. Ein Cold Brew Latte entsteht aus einem Teil Konzentrat und zwei bis drei Teilen kalter Milch oder Hafermilch über Eis. Cold Brew Tonic mischt das Konzentrat mit Tonic Water statt Wasser, die Bitterstoffe des Tonics ergeben zusammen mit dem milden Kaffee ein spritziges, leicht bitter-süßes Getränk. Wer es süßer mag, ergänzt einen Schuss Vanille- oder Karamellsirup, das Konzentrat verträgt Aromen gut, ohne selbst dominant bitter zu wirken. Zum Experimentieren lässt sich beim Ansetzen auch eine Zimtstange oder etwas Kardamom mit ins Wasser geben, das Gewürz zieht gemeinsam mit dem Kaffee und ergibt ein leicht würziges Konzentrat ganz ohne Sirup.
Passendes Zubehör wie grob mahlende Mühlen und feine Abseih-Sets findest du im Vergleich der Filterkaffee & Pour-Over Geräte. Für heißen Kaffee mit ganz anderen Regeln bei Temperatur und Mahlgrad hilft die Anleitung zum Filterkaffee zubereiten, und Mengen für andere Methoden liefert der Brüh-Rechner direkt mit.
