Die Opus ist Fellows elektrische Kegelmühle für alle Zubereitungen vom Espresso bis zum Cold Brew. Fellow nennt sie fein genug für echten 9-bar-Espresso, und darin unterscheidet sie sich von Fellows Ode: Die ist laut Hersteller für gebrühten Kaffee gebaut und für Espresso ungeeignet. Bei Amazon kostet die Opus ca. 230 Euro (Stand September 2026).
Gebaut ist sie fürs Einzeldosieren. Die Anleitung rät, keine Bohnen in der Opus aufzubewahren und sie erst unmittelbar vor dem Mahlen einzufüllen.
Welche Opus bekommst du bei Amazon?
Die erste Generation. Das Amazon-Angebot beschreibt 40-mm-Kegel aus Edelstahl und „41+“ Einstellungen, und das sind die Daten der ursprünglichen Opus. Die Opus 2 hat 48-mm-Kegel, und Fellow beschreibt für sie ein stufenloses Drehrad mit 48 Einstellungen, also eine Verstellung ohne Rasten.
Fellow verkauft in den USA inzwischen die Opus 2 als Nachfolger. Die alte Produktadresse leitet dorthin um, und die erste Generation führt der US-Shop nur noch aufbereitet, unter dem Namen „Opus - RF“ für 199,95 US-Dollar. Ob und wann die Opus 2 in Deutschland in den Handel kommt, ließ sich nicht klären, weil Fellows europäischer Shop hinter einem Passwort liegt.
Zuordnen lässt sich das Gerät über zwei Angaben. Amazon führt die Teilenummer „Opus White“ in der Farbe Mattweiß, das deutschsprachige EU-Handbuch die Modellnummer APAAEU mit dem Produktnamen „Opus Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk“. Entworfen wurde die Mühle in San Francisco, hergestellt wird sie in China.
Aufbau: ein Zylinder über dem Magnetbecher
Auf dem Produktfoto steht ein runder Korpus auf einer flachen Bodenplatte, auf der vorn rechts der Einschaltknopf sitzt. Das oberste Band trägt die Mahlgradskala mit einer Markierung in der Mitte. Den blauen Innenring zeigt das Foto nicht, er liegt nach Fellows Beschreibung unter dem Bohnenbehälter. Das Pulver fällt in einen Auffangbehälter mit Ausgießtülle, den ein Magnet in Position hält. Laut Amazon-Beschreibung fallen die Bohnen auf direktem Weg vom Behälter zum Auslauf, was Pulverreste verringern soll.
Beim Material bleibt Fellow bei einer Sammelangabe: Kunststoffe aus ABS, PC und PP, Mahlkegel aus Edelstahl. PFAS und Teflon enthält die Opus nach Herstellerangabe nicht, und alle Materialien im Mahlgutweg seien lebensmittelecht und von der US-Behörde FDA zugelassen.
Die Außenmaße stehen im EU-Handbuch: 210 Millimeter lang, 129 breit, 268 hoch, bei 2,27 Kilogramm. Die frühere US-Produktseite rundet das Gewicht auf 2,3 Kilogramm. Das EU-Modell läuft an 220 bis 240 Volt und nimmt 150 Watt auf.
Der Deckel des Bohnenbehälters hat eine zweite Aufgabe. Umgedreht zeigt er Fächer für 20 und 40 Gramm Bohnen, randvoll gefüllt fasst er 100 Gramm, und hochgeklappt gibt er laut Amazon-Text den Blick auf eine Mahlanleitung frei. Für den Behälter selbst stehen zwei Werte im Raum: 100 Gramm Mahlkapazität im EU-Handbuch, 110 Gramm auf der früheren US-Seite.
Fellows Gear Guide listet als Lieferumfang die Mühle, den Behälterdeckel, den Auffangbehälter samt Einsatz für die Siebträger-Dosierung, ein Sicherheitshandbuch mit Gebrauchsanleitung und ein „Get to Know You Guide“. In dieser Liste fehlt eine Bürste, obwohl die Anleitung für Kegel und Auslaufschacht eine Bürste vorsieht.
Im Detail: 41 Rasten und der blaue Innenring
Gemahlen wird mit sechsschneidigen 40-mm-Kegeln aus Edelstahl, die Fellow C6-40 Burly Burrs nennt. Sie drehen mit 350 Umdrehungen pro Minute, der Motor bringt laut Hersteller 6 Newtonmeter Drehmoment auf. Die Kegel seien für die Lebensdauer des Produkts ausgelegt, heißt es bei Fellow, Verschleiß sei aber natürlich.
Der Außenring trägt die Ziffern 1 bis 11, wobei 1 die feinste Einstellung ist. Jeder Ziffernabstand ist in vier Viertelschritte gerastet. Zehn Abstände mal vier, dazu die Ausgangsstellung: So kommen die 41 Einstellungen zustande, die in der Anleitung stehen. Ein Rastschritt bewegt den Kegel laut Fellow um 50 Mikrometer in der Höhe.
Das Plus hinter der 41 steht für den blauen Innenring unter dem Bohnenbehälter. Eine Raste dort entspricht zwei Dritteln einer Viertelstufe, also einem Sechstel einer Ziffer, und in jede Richtung hat der Ring sechs Rasten. Zusammen mit dem Außenring kommt Fellow so auf Schritte von 16,7 Mikrometern. Außerdem erreicht der Außenring damit die Stellungen 0 (eine Ziffer feiner als 1) und 12 (eine Ziffer gröber als 11).
Nebenbei verstellen lässt sich der Innenring nicht. Fellows Ablauf: Behälter leeren, Außenring auf 6 stellen, den Bohnenbehälter gegen den Uhrzeigersinn abnehmen, die Laschen des blauen Rings drücken, den Außenring drehen, loslassen, Behälter wieder einsetzen. Weil der Innenring den Nullpunkt des Außenrings versetzt (sonst gäbe es die Stellungen 0 und 12 nicht), verschiebt jede Korrektur die gesamte Skala. Das ist unsere Ableitung aus Fellows Beschreibung, und sie hat eine praktische Folge: Stellst du den Innenring für Espresso feiner, wird auch die Filtereinstellung, die du dir gemerkt hast, um denselben Betrag feiner.
Gedacht ist der Ring außerdem als Verschleißausgleich. Mahlen abgenutzte Kegel gröber, sieht Fellow vor, ihn schrittweise feiner zu drehen, und zwar ohne Werkzeug.
Mahlgrad, Dosis und Zeitautomatik nach Anleitung
Die deutsche Kurzanleitung enthält eine Tabelle mit Mahlgradbereichen. Die Balken liegen im PDF nur als Grafik vor, wir haben sie abgelesen:
- Espresso: 1 bis 2
- Prismo: 2 bis 3
- AeroPress: 2 bis 5
- Pour-Over: 5 bis 9
- Cupping und elektrische Kaffeemaschine: etwa 7 bis 9
- French Press: 8 bis 10
- Cold Brew: 10 bis 11
Für dunklere Röstungen rät Fellow zu einer höheren Zahl innerhalb des Bereichs. Schmeckt der Kaffee sauer, stellst du laut Anleitung etwas feiner, ist er bitter, etwas gröber. Wie du einen Mahlgrad Schritt für Schritt einkreist, erklärt unser Ratgeber Mahlgrad einstellen.
Für Espresso bleiben damit am Außenring fünf Raststellungen: 1; 1,25; 1,5; 1,75 und 2. Zwischen der feinsten und der gröbsten liegen rechnerisch 200 Mikrometer Kegelweg. Trifft keine der fünf Rasten den passenden Wert, bleibt nur der Innenring mit dem Ablauf, der oben beschrieben ist. Wir würden die Opus deshalb niemandem als Espressomühle empfehlen, der jede Woche eine neue Bohne einstellt.
Die Dosierempfehlungen der Anleitung, jeweils mit dem Verhältnis von Kaffee zu Wasser: 18 Gramm für einen Espresso bei 1:2, 20 Gramm für den Prismo bei 1:2,5, 25 Gramm für die AeroPress bei 1:15, 20 Gramm Pour-Over für eine Person und 40 für zwei bei 1:16, 60 Gramm French Press für drei bei 1:14 und 80 Gramm Cold Brew bei 1:8. Die größte Dosis der Tabelle sind 100 Gramm für 12 Tassen. Unsere Rechnung dazu: Aus 18 Gramm Pulver werden bei 1:2 rund 36 Gramm Espresso, und 60 Gramm für die French Press brauchen bei 1:14 etwa 840 Gramm Wasser. Andere Mengen rechnet der Brüh-Rechner durch.
Gestartet wird über eine einzige Taste mit Zeitautomatik. Einmal kurz drücken mahlt 30 Sekunden, zweimal 60, dreimal 90, eine Sekunde halten zwei Minuten, und ein weiterer Druck stoppt vorzeitig. Wie viel Gramm in 30 Sekunden durchlaufen, beziffert Fellow für diese Generation nicht; für die Opus 2 nennt der Hersteller etwa 9 Sekunden pro Espresso-Shot. Beim Einzeldosieren ist das in unserer Lesart zweitrangig: Du mahlst die abgewogene Menge durch, bis der Behälter leer ist, die Zeitstufe muss also nur lang genug sein.
Daneben beschreibt Fellow einen manuellen Modus. Aktiviert wird er, indem du den Stecker ziehst und die Taste gedrückt hältst, während du ihn wieder einsteckst; drei kurze Pieptöne bestätigen das. Steckst du ohne gedrückte Taste ein, piept die Opus einmal und ist zurück im Normalbetrieb.
Siebträger und Nachrüstkegel
Direkt in den Siebträger mahlt die Opus über den mitgelieferten Siebträger-Dosierbecher. Er kommt als Einsatz in den Auffangbehälter und macht ihn laut Anleitung mit 54- und 58-mm-Siebträgern kompatibel. Die Anleitung zeigt den Ablauf vom Aufsetzen des Siebträgers auf den Becher bis zum Abklopfen und Tampen.
Einen Einsatz für 51 Millimeter oder andere Durchmesser haben wir bei Fellow nicht gefunden. Hast du eine Maschine mit kleinerem Sieb, mahlst du in den Auffangbehälter und füllst von dort um. Bevor du zu einem Dosierbecher eines Drittanbieters greifst: Das Sicherheitshandbuch warnt, Zubehör, das Fellow weder empfiehlt noch verkauft, könne zu Bränden, Stromschlägen oder Verletzungen führen.
Bei den Kegeln erwähnt Fellow neben den Standardkegeln C6-40 einen Nachrüstsatz namens „Opus 40 DLC Brew Burrs“ und erklärt in seinen FAQ auch dessen Einbau. Im US-Shop war der Satz bei unserer Recherche im September 2026 allerdings nicht gelistet. Mit der Ode teilt die Opus keine Teile, laut Fellow passen die Komponenten der einen Mühle nicht an die andere.
Die Opus oder eine der drei anderen?
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm diese, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Fellow Opus (diese) | 40-mm-Kegel, 41 Rasten plus Innenring, 100-g-Behälter fürs Einzeldosieren | ca. 230 € | 8,6 | du jede Portion abwiegst und zwischen Espresso und Filter wechselst |
| Baratza Encore ESP | ebenfalls 40-mm-Kegel, Stufen 1 bis 20 nur für Espresso, 300-g-Trichter, kein Timer | ca. 179,95 € | 9,0 | du vor allem Espresso fein einstellen und Bohnen im Trichter lagern willst |
| Baratza Virtuoso+ | 40-mm-Kegel, Timer mit 0,1 s Auflösung, 300-g-Bohnenbehälter | ca. 229,95 € | 9,0 | du Filter oder French Press per Zeit statt per Waage dosierst |
| Eureka Mignon Specialita | 55-mm-Flachscheiben, stufenlose Verstellung, Touch-Display | ca. 431,90 € | 9,4 | du täglich mehrere Espressi am Siebträger ziehst und fast das doppelte Budget hast |
Die Preise sind unsere Richtwerte zum Stand September 2026, die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung auf Basis der Herstellerdaten. Wie die vier Mühlen mahlen, zeigt die Tabelle nicht, keine davon stand bei uns auf dem Tisch.
Wann die Opus passt und wann eine andere Mühle
Der Wechsel zwischen Espresso und Filter ist an der Opus eine Drehung am Außenring, von 1 bis 2 für Espresso auf 5 bis 9 für Pour-Over. Solange du den Innenring nicht anfasst, bleiben beide gemerkten Werte gültig. Weitere Kegel- und Scheibenmühlen findest du in unserer Übersicht der elektrischen Kaffeemühlen.
Machst du hauptsächlich Espresso und wechselst oft die Bohne, ist die Baratza Encore ESP in unserem Vergleich die bequemere Wahl. Ihre Skala reserviert die Stufen 1 bis 20 für Espresso, viermal so viele Raststellungen, wie die Opus zwischen 1 und 2 hat.
Wer die Menge lieber über die Zeit steuert, findet bei der Baratza Virtuoso+ einen Timer mit einer Auflösung von einer Zehntelsekunde, bei praktisch gleichem Preis. Die feste Zeitautomatik der Opus in 30-Sekunden-Schritten ersetzt so einen Timer nicht.
Die Eureka Mignon Specialita kostet 201,90 Euro mehr. In unserer Einschätzung lohnt sich das nur, wenn Espresso am Siebträger deine tägliche Hauptsache ist und du selten auf Filter umstellst.
Bleibt die Büroküche. Nach unserer Lesart erlischt dort die Garantie: Das Handbuch nennt nur den Hausgebrauch als bestimmungsgemäß und knüpft an jede andere Verwendung den Garantieverlust. Dazu kommen die Pflichtpausen zwischen zwei Mahlvorgängen, die Zahlen stehen in den FAQ unten.
Reinigung nach Handbuch
Vor jeder Reinigung ziehst du den Netzstecker, und die Teile müssen stillstehen. Fellow empfiehlt, das leere Mahlwerk vorher 10 Sekunden laufen zu lassen. Für das Gerät selbst gilt: „Reinigen Sie das Mahlwerk nur von außen mit einem feuchten Tuch.“ Gehäuse und Bohnenbehälter wischst du mit einem weichen, feuchten Tuch ab, den Auffangbehälter ebenso, und ihn wischst du danach trocken.
Bei täglicher Nutzung sollen die Kegel mindestens alle drei Monate gereinigt werden, mit Reinigungstabletten oder einer harten Bürste. Für die Bürste baust du die Kegel aus. Der Außenkegel ist fest in einen Kunststoffträger mit Drahtgriff eingegossen und löst sich per Drehverriegelung; weiter zerlegen sollst du ihn nicht, und Fellow warnt, die Mahlgrate seien scharf. Den Kaffeestaub bürstest du vorsichtig ab und setzt die Kegel wieder ein. Im Handbuch heißt es dazu: „Tauchen Sie das Mahlwerk nicht in Wasser ein. Die Grate dürfen NICHT mit Wasser gewaschen werden.“
Mit Reinigungstabletten, Fellow nennt als Beispiel Urnex Grindz, lässt du zuerst 10 bis 20 Sekunden Bohnen durchlaufen, stellst den Mahlgrad auf 11, mahlst die Tabletten und danach etwa 30 Gramm Kaffee. Der Ratgeber Kaffeemühle reinigen vergleicht, wie oft andere Mühlentypen eine Grundreinigung brauchen.
Ausgeschlossen sind laut Handbuch Scheuerschwämme, scharfe Chemikalien und chemische Sprühreiniger. Kein Teil der Mühle darf in die Spülmaschine.
Aufstellung, Garantieausschlüsse und offene Punkte
Zum Standort verlangt das Sicherheitshandbuch eine trockene, flache Fläche, die nicht an der Kante der Arbeitsplatte liegt, weil die Vibration das Gerät bewegen kann. Betrieben werden soll die Opus weder im Freien noch in der Nähe explosiver oder entflammbarer Dämpfe, und sie darf nicht mit anderen Wärmequellen in Berührung kommen, etwa Gas- oder Elektrobrennern, Ofen oder Mikrowelle. Im Sockel und im Auffangbehälter sitzt je ein Neodym-Magnet, zu magnetempfindlichen Gegenständen verlangt Fellow mindestens 10 Zentimeter Abstand.
Die Garantie schließt laut Handbuch aus: Schäden durch Unfälle, unsachgemäßen Gebrauch oder Fehler bei eigenen Reparaturen, den Betrieb mit falscher Stromart oder Spannung, das Nichteinhalten der Reinigungsanweisungen, das Missachten der Warn- und Sicherheitshinweise und das Mahlen von etwas anderem als ganzen gerösteten Kaffeebohnen oder Reinigungstabletten. Wer den Sockel öffnet, verliert die Garantie ebenfalls. Darin sitzen laut Handbuch keine Teile, die du selbst warten kannst.
Gesammelt, was Fellow für die erste Opus nicht beziffert oder nirgends erklärt: die Lautstärke in Dezibel (die Anleitung verspricht nur, schnell und leise zu mahlen), das Jahr der Markteinführung, die Werkstoffe einzelner Teile über die Sammelangabe hinaus, Fassungsvermögen und Material des Auffangbehälters, den Totraum in Gramm, wo Fellow nur von geringer Rückhaltung spricht, das Funktionsprinzip der Antistatik, Preis und Verfügbarkeit in einem europäischen Fellow-Shop, die Ersatzteilversorgung in der EU, eine Garantieverlängerung für EU-Käufer, die Kabellänge des EU-Modells (die US-Seite nennt 1 Meter) und eine Mahlgradempfehlung für türkischen Kaffee oder die Mokkakanne.



