Offiziell heißt diese Mühle bei Porlex Kaffeemühle II Mini, auf der englischen Seite des Herstellers PORLEX MINI COFFEE GRINDER II. In Japan steht sie mit 9.130 Yen inklusive Steuer in der Preisliste des Herstellers, bei uns liegt der Richtwert bei ca. 69 Euro laut unserer Preisbox. Ein Abrufdatum können wir dazu nicht angeben, denn für die ASIN B082L26FLX enthält unser Amazon-Export keinen Datensatz: kein Katalogtext, keine Maße, kein Preisstand. Jede Angabe zum Gerät stammt deshalb vom Hersteller selbst: von der Produktseite, aus der Bedienungsanleitung als PDF, von der Seite der Professional-Reihe und aus der japanischen Preisliste.
Fünf Teile, gesteckt statt geschraubt
Auf dem Produktfoto ist der Korpus ein schlanker, runder Zylinder. Oben sitzt eine gekröpfte Kurbel mit schwarzem Knauf, um die Mitte läuft ein schwarzes Band. Dem Foto nach ist das der Kurbelhalter, den Porlex dem Mini II beilegt.
Deckel, Körper und Auffangbehälter stecken ineinander, statt sich zu verschrauben. Porlex zieht daraus selbst zwei Konsequenzen und schreibt beide auf die Produktseite: Weil kein Gewinde die Teile zusammenzieht, sitzt die Passung beim einen Exemplar strammer und beim anderen lockerer, und abgezogen wie aufgesetzt werden die Teile leicht drehend und langsam.
Zum Reinigen zerfällt die Mühle in fünf Teile, die die Anleitung einzeln aufzählt: Körper, Außenkegel, Innenkegel, Innenkegel-Basis und Einstellschraube. Die Feder im Inneren des Körpers bleibt, wo sie ist, dafür steht ein eigener Satz in der Anleitung. Beim Zusammensetzen kann genau eine Sache schiefgehen: Der Außenkegel hat drei Nuten, im Körper sitzen drei Nasen, und die müssen ineinandergreifen. Steht der Kegel daneben, dreht er beim Kurbeln leer mit und nimmt Schaden. Die Achse dagegen dreht absichtlich mit, weil die Kurbel laut Porlex dann leichter läuft.
Zum Werkstoff sagt der Hersteller genau eine Sache, und die betrifft das Mahlwerk. Der Kegel ist aus Porzellan, nimmt kein Wasser auf und lässt sich deshalb abwaschen. Rost und Metallgeruch schließt Porlex für ihn aus, abnutzen soll er sich laut Hersteller kaum. Auf dem Foto glänzt der Korpus metallisch. Welches Metall das ist, bleibt offen.
Im Detail: 37 Mikrometer je Klick
Die Mahlgradverstellung läuft über eine Einstellschraube, und die rastet. Porlex beziffert diese Rastung mit 16 Klicks je Umdrehung und im Mittel 37 Mikrometern je Klick, die Schraube selbst beschreibt der Hersteller als gut greifbar geformt. Die dritte Zahl steht auf der Seite der Professional-Reihe, wo der Hersteller die Kaffeemühle II mit 18 Stufen einordnet. Das Mahlwerk selbst hat Porlex nach eigener Darstellung so entwickelt, dass es unabhängig von Röstgrad und gewünschtem Mahlgrad effizient arbeitet.
Eine volle Umdrehung schiebt die Kegel um rund 0,59 Millimeter auseinander, die 18 Stufen zusammen um knapp 0,67 Millimeter. Der ganze Bereich von fein bis grob ist damit eine und eine achtel Umdrehung lang. Raste, Klick und Stufe behandeln wir dabei als dasselbe, weil Porlex allen dreien dieselben 37 Mikrometer zugrunde legt. Die Ausgangszahlen stammen vom Hersteller, die Multiplikation von uns.
Den Nullpunkt musst du nicht raten. Die Anleitung beschreibt ihn als den Zustand, in dem sich die Achse gerade noch mit dem Finger drehen lässt. Von dort wird es im Uhrzeigersinn feiner und gegen den Uhrzeigersinn gröber, und beim Drehen rastet die Schraube laut Anleitung hör- und fühlbar ein. Wer eine gefundene Einstellung wiederfinden will, zählt mit, um wie viele Klicks er von der Null aus zurückgedreht hat. Eine Notiz auf dem Handy ersetzt hier die Skala, die andere Mühlen außen am Gehäuse tragen.
Warum die Schrittweite überhaupt zählt, hängt an der Zubereitung und nicht an der Mühle. Im Handfilter zieht die Schwerkraft das Wasser über Minuten durch ein locker liegendes Bett, ein Klick mehr oder weniger verschiebt die Durchlaufzeit dort kaum. Im Siebträger drückt eine Pumpe das Wasser in 25 bis 30 Sekunden durch eine fest gepresste Scheibe, und derselbe Klick kann den Bezug um Sekunden verändern. Feine Rasterungen bauen Hersteller deshalb für Espressomühlen. Der Ratgeber Mahlgrad einstellen beschreibt, wie du dich systematisch an eine Einstellung herantastest.
Taugt der Mini II für Espresso?
Der Hersteller sagt dazu nichts. Espresso taucht bei Porlex an einer einzigen Stelle auf, und die gehört der Mini Professional: Nur sie lässt sich bis 9 Klicks unter die Null hinaus zudrehen, und genau diesen Bereich empfiehlt der Hersteller für feine Mahlgrade wie Espresso.
Die Professional-Seite stellt die Zahlen beider Modelle nebeneinander, und der Abstand ist deutlich: 36 Klicks je Umdrehung statt 16, im Mittel 28 Mikrometer je Klick statt 37, 60 Stufen statt 18. Der Verstellweg der Professional kommt damit auf rund 1,68 Millimeter, also auf zweieinhalbmal so weit wie beim Mini II. Auch bei der Bohnengröße trennt die beiden etwas: bis etwa 10,5 Millimeter Durchmesser dort, bis etwa 9 Millimeter hier. Auf der japanischen Preisliste kostet die Mini Professional 12.100 Yen gegenüber 9.130 Yen, ein Abstand von 2.970 Yen.
Wer eine Mühle sucht, die Handfilter und Siebträger bedient, landet in unserem Katalog eine Klasse höher: Timemore beziffert die Chestnut C3 ESP Pro mit 0,0233 Millimetern je Klick, führt Espresso ausdrücklich als vorgesehene Zubereitung und kostet ca. 92 Euro, rund 23 Euro mehr als der Porlex.
Zwanzig Gramm, zwei Tassen
Die Füllmenge beziffert Porlex mit rund 20 Gramm Bohnen und rechnet sie auf der Produktseite in etwa zwei Portionen um, in der Anleitung in etwa zwei Kaffeetassen. Dicker als etwa 9 Millimeter dürfen die Bohnen dabei nicht sein, das ist die Grenze, die der Hersteller für die Kaffeemühle II zieht.
Der Ablauf steht Schritt für Schritt im Merkblatt. Deckel abnehmen, die gewünschte Menge einfüllen, Deckel aufsetzen. Die Kurbel hältst du waagerecht, drückst sie leicht nach unten und mahlst langsam im Uhrzeigersinn. Das Pulver fällt in den Auffangbehälter, den du abziehst und direkt über dem Filter ausleerst. Ohne den Behälter steht der Körper aufrecht auf dem Tisch, und der Hersteller rät, ihn dann auf einen kleinen Teller zu setzen, weil vom Mahlwerk noch Pulver nachfallen kann.
Unser Brüh-Rechner rechnet vor, was 20 Gramm im Alltag bedeuten. Vier Tassen Filterkaffee zu je 125 Millilitern brauchen in der Standardstärke rund 31 Gramm Kaffee, also zwei Füllungen hintereinander. Eine French Press mit einem Liter kommt auf rund 67 Gramm und damit auf vier. Für eine einzelne AeroPress-Tasse reichen knapp 9 Gramm, da bleibt im Trichter reichlich Platz.
Waschen, trocknen, und was verboten ist
Den Keramikkegel bürstest du. Als Werkzeug schlägt die Anleitung eine kleine Bürste vor, zum Beispiel eine Zahnbürste. Die übrigen Teile empfiehlt Porlex mit einem weichen Schwamm unter Wasser zu waschen, und danach folgt ein Satz, den man leicht überliest: Nach dem Waschen gut trocknen lassen, bevor die Mühle wieder benutzt wird.
Für die Kurbel steht eine eigene Regel daneben. Sie darf nicht lange im Wasser liegen, sonst rostet sie, und nach dem Waschen wird sie trocken gewischt.
Fünf Dinge untersagt die Anleitung ausdrücklich, und sie stehen dort als Aufzählung beieinander: Scheuermittel und Metallschwämme, weil beide die Teile zerkratzen, Auskochen zur Desinfektion, die Spülmaschine und die Mikrowelle. Übrig bleibt die Handwäsche, und die ist bei fünf Einzelteilen kein Fünf-Sekunden-Job. Dass sich überhaupt alles zerlegen lässt, ist bei Porlex ein Verkaufsargument: Der Hersteller wirbt damit, dass sich sämtliche Teile bis zum Keramikkegel abnehmen und waschen lassen und sich deshalb kein Pulver der vorherigen Füllung beimischt. Was sich in einer Mühle über die Monate festsetzt, erklärt der Ratgeber Kaffeemühle reinigen.
Was Porlex nicht angibt
Gebündelt, damit es einmal vollständig dasteht. Höhe, Durchmesser und Gewicht der Mühle stehen auf keiner Seite von porlex.co.jp und in keinem Hersteller-PDF. Weil die Maße fehlen, rechnen wir auch kein Fassungsvermögen für den Auffangbehälter aus, und ein Packmaß für den Rucksack lässt sich vorab nicht bestimmen. Offen bleiben ebenso die Werkstoffe aller Teile außerhalb des Mahlwerks, der Durchmesser des Kegels, mögliche Farbvarianten, eine Modell- oder Artikelnummer und der Verpackungsinhalt jenseits des Kurbelhalters.
Zum Betrieb fehlt die zweite Hälfte. Mahldauer je Füllung, Kraftaufwand an der Kurbel und Laufgeräusch beziffert Porlex nirgends, Messwerte zur Partikelverteilung oder zum Feinanteil ebenso wenig, und wie viel Sturz, Kälte oder Feuchte die Mühle verträgt, steht in keiner Unterlage. Nachgemessen haben wir davon nichts. Zwei Auskünfte fehlen dir außerdem beim Kauf: Eine Garantiezusage veröffentlicht Porlex an keiner Stelle, und einen deutschen Vertrieb, einen Importeur oder eine deutsche Preisempfehlung führt der Hersteller ebenfalls nirgendwo auf.
Was sonst infrage kommt
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm diese, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Porlex Mini II (diese) | Keramikkegel, bezifferte Rastung mit 18 Stufen | ca. 69 € | 8,3 | dir eine bezifferte Rastung wichtiger ist als Stahl im Mahlwerk |
| 1Zpresso Q Air | Kegel aus Edelstahl, innenliegende Verstellung, 365 g | ca. 69 € | 8,5 | du auf jedes Gramm im Gepäck achtest |
| Hario Mini Slim Plus | ebenfalls Keramikkegel, laut Hario 24 Gramm je Füllung, Behälter aus Methacrylharz | ca. 31 € | 7,6 | die Mühle unter 35 Euro bleiben soll |
| Comandante C40 MK4 | Kegel aus Nitro-Rex-Sonderstahl, 49 Ersatzteilpositionen beim Hersteller | ca. 237 € | 9,4 | du täglich mehrere Tassen zu Hause mahlst |
Die Preisspalte zeigt die Richtwerte unserer vier Preisboxen im September 2026, beim Porlex ohne Katalog-Abrufdatum aus dem oben genannten Grund. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einstufung nach Verarbeitung, Leistung, Handhabung und Preis-Leistung. Wie gleichmäßig die vier Mühlen wirklich mahlen, haben wir nicht gemessen, und vergleichbare Messwerte liegen uns auch nicht vor; dafür taugt die Tabelle also nicht.
Wann der Mini II passt und wann eine andere Mühle
Fünf Fragen entscheiden das, und die erste ist die Menge. Eine Füllung deckt zwei Tassen, für die große Kanne kurbelst du mehrfach hintereinander, jedes Mal mit Nachfüllen und Abnehmen des Deckels. Ab drei Füllungen am Stück würden wir zu einer Elektromühle raten oder zu einer Handmühle mit größerem Trichter.
Die zweite ist die Wiederholbarkeit. Die Rastung ist beziffert, gezählt wird trotzdem im Kopf: Die Anleitung führt über die Null und über die Zahl der Klicks, die du von dort zurückdrehst. Wer zwischen Handfilter und French Press hin und her wechselt, zählt jedes Mal mit und notiert sich die Zahl. Wem das zu fummelig ist, sucht eine Mühle mit Skalenring am Gehäuse.
Die dritte ist die Bohnengröße, und sie fällt erst beim Einkauf auf. Ob deine Sorte unter der 9-Millimeter-Grenze bleibt, siehst du in der Tüte. Wer regelmäßig auffällig große Bohnen kauft, ist bei der Mini Professional besser aufgehoben.
Die vierte ist das Reinigungsritual. Fünf Teile von Hand waschen und danach vollständig trocknen, das ist der Ablauf, den der Hersteller vorgibt, und er lässt sich nicht abkürzen. Wer eine Mühle sucht, die er nach dem Campingwochenende in den Geschirrkorb stellt, ist hier falsch.
Und dann das Geld. 69 Euro stehen gegen ca. 31 Euro für die Hario Mini Slim Plus und ca. 237 Euro für die Comandante C40 MK4. Die rund 38 Euro Abstand nach unten kaufen dir die bezifferte Rastung, der Sprung nach oben kostet rund 168 Euro, und die Comandante kostet damit mehr als das Dreifache des Porlex. Welche Bauarten es sonst gibt und woran du sie unterscheidest, sortiert unsere Handmühlen-Kaufberatung; wer noch zwischen Hand und Motor schwankt, klärt das in wenigen Fragen im Kaffee-Finder.
Hersteller, Platzierung, Ersatzteile
Zehn Handmühlen liegen in unserer Handmühlen-Übersicht nebeneinander, der Mini II steht dort mit 8,3 auf Platz sieben. Wie wir die acht bestbewerteten davon sortieren, steht in der Bestenliste Handmühlen 2026. Laufende Kosten hat die Mühle keine, es gibt weder Filter noch Entkalker nachzukaufen.
Laut Hersteller baut Porlex die Mahlwerke selbst. Das Unternehmen entwickelt seit 1978 Haushaltsprodukte in Japan, die Keramikkegel entstehen im eigenen Haus, gefertigt wird in einer eigenen Fabrik in Kirishima in der Präfektur Kagoshima. Wie die Wettbewerber in dieser Preisklasse fertigen, haben wir nicht geprüft. Auf derselben Produktseite führt Porlex einen Sonderpreis der Erfinderpreise der Region Kyushu 2020 auf, den Preis des Ministers für Bildung, Kultur und Wissenschaft.
Eine Gruppe greift hier trotzdem daneben: alle, die Verschleißteile mit Artikelnummer im europäischen Handel nachbestellen wollen. Porlex gibt Einzelteile ab, der Weg dorthin führt über das Kontaktformular des Herstellers, dessen Büro in Minoo in der Präfektur Osaka sitzt. Was ein einzelnes Teil kostet und wie lange es aus Japan unterwegs ist, erfährst du dort erst auf Anfrage. Nach einzeln bestellbaren Verschleißteilen suchst du deshalb besser bei der Comandante C40 MK4: Der Shop ihres Herstellers führt 49 Ersatzteilpositionen, ein Ersatz-Mahlwerk steht allerdings auch dort nicht in der Liste.



