Die De’Longhi Classic EM450 ist eine Siebträgermaschine mit Thermoblock und einem runden Manometer mitten in der Front. Ein Mahlwerk hat sie nicht, in den Siebträger kommt Espressopulver oder ein ESE-Pad. Die Milch schäumst du selbst an einer Dampfdüse auf, und für den Kaffee gibt es zwei Tasten: eine Tasse, zwei Tassen.
Was die EM450 ist und was sie kostet
De’Longhi verkauft sie als De’Longhi Classic, manuelle Espressomaschine, Modell EM450.M in der Farbe Metall. Unter dem Namen Classic steht auf delonghi.com nur diese eine Ausführung. Als Hersteller nennt die Bedienungsanleitung De’Longhi Appliances in Treviso.
Amazon nennt sie im Titel eine Siebträgermaschine „mit professionellem Milchaufschäumer“ und Vollmetallgehäuse. De’Longhi selbst formuliert nüchterner und spricht von einem einstellbaren Cappuccino-System. Gemeint ist dasselbe Bauteil, eine Dampfdüse mit Wahlring.
Unsere Preisbox steht bei ca. 127 Euro, so führte der Amazon-Katalog die Maschine am 7. September 2026. Im De’Longhi-Shop ist die EM450.M ebenfalls erhältlich, der Preis dort weicht vom Amazon-Katalog ab.
In unserem Siebträger-Vergleich ist sie nach der Dedica EC685 die zweitgünstigste von 17 Maschinen. Mit 7,8 Punkten hat sie dort zugleich die niedrigste Wertung. Vorgesehen ist sie laut Sicherheitsheft für Kaffee- und Milchgetränke, Getränke pflanzlichen Ursprungs und Heißwasser, und in den Tank gehört ausschließlich Wasser.
Gehäuse, Maße und Bedienfeld
Das Gehäuse besteht laut De’Longhi aus rostfreiem Edelstahl mit Chromelementen. Auch die Tassenablage ist nach den Produktdaten aus Edelstahl.
Produktseite und Anleitung nennen übereinstimmend 226 × 283 × 310 mm, die Anleitung ausdrücklich in der Reihenfolge Breite, Tiefe, Höhe. Auf dem Produktfoto stehen rechts der Drehknopf und die Dampfdüse über den Korpus hinaus, und ob die 226 mm diese beiden Teile einschließen, geht aus der Maßangabe nicht hervor. Die Zollwerte bei Amazon ergeben umgerechnet dieselben drei Zahlen.
Beim Gewicht gehen die Quellen auseinander. Die Anleitung nennt 4,1 kg, Amazon umgerechnet rund 4,44 kg, und die 5,502 im Datenfeld der Produktseite sind identisch mit dem Verpackungsgewicht. Der Karton misst 28,5 × 35,5 × 40,5 cm. Zum Umstellen greifst du laut Sicherheitsheft an die dafür vorgesehenen Stellen, nie an den Siebträger.
Der Wassertank fasst 1,7 Liter, lässt sich herausnehmen und hat Deckel und Griff. Die Tropfschale ist abnehmbar, eine rote Füllstandsanzeige zeigt, wie viel Wasser darin steht. Für die Tassenhöhe kursieren vier Zahlen: bis zu 13 cm im Produkttext von De’Longhi, 127 mm und 110 mm in zwei Datenfeldern derselben Seite, bei Amazon schließlich eine verstellbare Tropfschale für 100 bis 130 mm. Für ein hohes Latte-Glas würden wir mit der kleinsten Zahl planen, also mit 110 mm.
Am Bedienfeld sitzen laut Anleitung vier Tasten mit weißen Kontrollleuchten: Hauptschalter (ON/STANDBY), eine Tasse, zwei Tassen und Dampf. Auf ihnen stehen Symbole statt Beschriftung. Dazu kommen eine orangefarbene Leuchte fürs Entkalken und rechts der Drehknopf für Dampf oder Heißwasser; die Heißwasser-Taste, die Amazon aufzählt, gibt es nach der Anleitung nicht. Angeschlossen wird an 220 bis 240 Volt, die Leistungsaufnahme beträgt 1325 W, und die Steckdose muss geerdet sein und mindestens 10 A vertragen.
Was in den Herstellerunterlagen fehlt
Produktseite, Bedienungsanleitung, Sicherheitsheft und Energiedatenblatt lassen eine Reihe von Grunddaten offen. Geschätzt haben wir keine davon:
- Aufheizzeit in Sekunden oder Minuten; De’Longhi spricht nur von schneller Aufheizzeit
- Brühtemperatur in Grad
- Druck am Kaffeemehl, belegt sind allein die 15 bar der Pumpe
- Bauart der Pumpe
- wie viel Gramm Pulver ein Messlöffel fasst
- Durchmesser des Siebträgers
- ob die Siebe einwandig oder druckbeaufschlagt sind
- ein 3-Wege-Ventil, weder als vorhanden noch als fehlend
- Material von Siebträger, Griff, Tasten und Dampfdüse
- Dauer oder Einstellung einer Vorinfusion; das Wort Kaffeevorinfusion fällt nur im Abschnitt über das Manometer
- Material des Thermoblocks, Dampfmenge und Wartezeit bis zum Dampf
- Entkalkungsintervall in Wochen oder Litern
- eine Wasserhärte-Einstellung: Ein Datenfeld der Produktseite meldet sie, die Anleitung beschreibt keine
- welcher Wasserfilter passt; dass sich einer verwenden lässt, steht nur in einem Datenfeld der Produktseite
- Lautstärke in Dezibel und Kabellänge
- Herkunftsland und Marktstart
- Ersatzteilpreise und wie lange Teile lieferbar bleiben
Im Detail: Thermoblock, 15 bar und die Nadel im Manometer
Ein Thermoblock hält kein heißes Wasser vor. Die Pumpe schiebt Wasser aus dem Tank durch einen beheizten Block und erhitzt es im Durchlauf, statt einen ganzen Kessel aufzuheizen. Deshalb ist so eine Maschine in der Regel schneller bereit. De’Longhi schreibt der Technik eine schnelle Aufheizzeit und eine höhere Temperaturstabilität zu.
Die 15 bar aus der Anleitung sind der Druck, den die Pumpe aufbringt. Wie viel davon am Kaffeemehl ankommt, hängt vom Widerstand ab, den das Pulver im Sieb leistet. Fein gemahlen und angedrückt bremst es das Wasser, grob gemahlen lässt es das Wasser schnell durch.
Für das Pulver verlangt die Anleitung fein gemahlenen Kaffee speziell für Espresso, einen Messlöffel für eine Tasse und zwei für zwei Tassen. Alles Weitere regelst du über Mahlgrad und Andrücken, und genau dafür sitzt das Manometer in der Front.
Seine Skala hat drei Zonen: grau gepunktet, rot gepunktet und dazwischen einen Bereich, den die Anleitung „optimal“ nennt, ohne ausdrücklich zu sagen, dass die Nadel beim Espresso dort stehen soll. Im grauen Feld steht die Nadel beim Aufheizen, bei der Wasser- und Dampfabgabe, beim Spülen der Brüheinheit und während der Kaffeevorinfusion, das ist laut Anleitung normal. Auch dass sie beim Spülen in die mittlere Zone wandert, ist dort als normal beschrieben. Rot heißt zu hoher Druck im Gerät: Maschine vom Netz trennen, Dampfregler öffnen. Nach einem Bezug kann die Nadel auf den letzten Strichen stehen bleiben, und die Anleitung hält es für unbedenklich, schon vor dem vollständigen Druckabbau den nächsten Kaffee zu machen.
Die Ausgabe stoppt von selbst, und die Mengen lassen sich programmieren, bis höchstens 90 ml für eine Tasse und 160 ml für zwei. Eine Temperaturwahl ist in der Anleitung nicht vorgesehen, und das unterscheidet die EM450 von der Dedica EC685 aus demselben Haus, die laut De’Longhi drei Stufen hat. Welches Verhältnis von Pulver zu Wasser zu deiner Tasse passt, rechnet der Brüh-Rechner aus.
Kann die EM450 mehrere Cappuccinos hintereinander?
Ja, wenn du die Reihenfolge aus der Anleitung einhältst: erst alle Espressi beziehen, danach die Milch für alle Tassen aufschäumen. Dampf soll dabei nicht länger als 60 Sekunden am Stück laufen.
Hinter der Reihenfolge steckt das Heizelement. Nach dem Dampfbetrieb ist es zu heiß für Espresso, die Kontrollleuchten melden dann, dass es abkühlen muss, und du lässt über die Dampf- und Heißwasserausgabe Wasser ab, bis die richtige Espressotemperatur wieder erreicht ist. Daraus schließen wir, dass Kaffee und Dampf an derselben Heizung hängen. Wer zwischen Espresso und Milch hin und her wechselt, macht diesen Kühlschritt jedes Mal.
An der Düse sitzt ein Wahlring mit zwei Stellungen, CAPPUCCINO für Schaum und HOT MILK für heiße Milch ohne Schaum. Die Anleitung rechnet mit etwa 100 ml Milch pro Cappuccino, gekühlt auf ungefähr 5 °C, und nennt 60 °C als ideale Endtemperatur. Das Volumen verdoppelt sich dabei etwa. Für zwei Tassen auf einmal braucht das Kännchen nach unserer Rechnung also mindestens 400 ml Fassungsvermögen.
Zur Technik am Kännchen gibt es unseren Ratgeber Milch aufschäumen. Für die EM450 selbst warnt das Sicherheitsheft bei Dampf und Heißwasser vor Spritzern, mahnt bei verstopfter Dampflanze zur Vorsicht und weist darauf hin, dass die Tassenablage im Betrieb heiß werden kann. Heizelement und Außenteile können nach dem Gebrauch noch einige Minuten heiß bleiben.
Was kommt sonst infrage?
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| DeLonghi Classic EM450 (dieses Gerät) | Manometer, 1,7 l Tank, keine Temperaturwahl | ca. 127 € | 7,8 | du mit wenig Geld anfangen und den Druck beim Bezug sehen willst |
| DeLonghi Dedica EC685 | 149 mm breit, 1,1 l Tank, drei Temperaturstufen, Druck- bzw. Doppelwandsiebe | ca. 124 € | 8,3 | deine Stellfläche schmal ist oder du die Brühtemperatur wählen willst |
| DeLonghi La Specialista Arte EC9155 | eingebautes Mahlwerk, beim EC9155.MB laut De’Longhi 8 Mahlgradeinstellungen | ca. 369 € | 8,6 | du noch keine Espressomühle hast und keine separate kaufen willst |
| Gaggia Classic Evo Pro | Kessel aus bleifreiem Messing, 58-mm-Siebträger, 3-Wege-Magnetventil | ca. 500 € | 9,4 | du sicher beim Siebträger bleibst und eine eigene Mühle einplanst |
Die Preise sind die Richtwerte aus unseren Preisboxen, keine Tagespreise. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus Herstellerdaten und Konstruktion, gemessen wurde dafür nichts.
Wann die EM450 passt und wann eine andere
Zuerst der Platz. Das Sicherheitsheft verlangt mindestens 3 cm Abstand zu Seitenwänden und Rückwand und mindestens 15 cm Luft über der Maschine. Auf die Herstellermaße gerechnet sind das eine Nische von knapp 29 cm Breite, gut 31 cm Tiefe und 46 cm Höhe bis zur Unterkante des Hängeschranks. Die Arbeitsfläche muss höher als 850 mm über dem Boden liegen. Während des Betriebs darf die Maschine nicht in einem Schrank stehen, in der Nähe von Wasserhahn oder Spülbecken soll sie gar nicht stehen, und das Netzkabel darf nicht über scharfe Kanten oder heiße Flächen laufen.
Dann die Frage, wie oft du Espresso machst. Das Wasser im Tank soll nach demselben Heft mindestens alle 3 Tage gewechselt werden. Wer nur am Wochenende Kaffee macht, kippt also fast jedes Mal den Tank aus.
Zwischen Dedica EC685 und EM450 liegen in unserem Katalog rund 3 Euro, die Dedica ist die günstigere. Sie ist 77 mm schmaler, ihr Tank fasst 0,6 Liter weniger. Wegen der Drei-Tage-Regel spart dir der größere Tank der EM450 nur dann Nachfüllgänge, wenn ihr die 1,7 Liter in dieser Zeit auch verbraucht.
Die eigentliche Weiche ist die Mühle. Ohne Mahlwerk hängt jeder Espresso an deinem Pulver, und eine Espressomühle kommt zum Kaufpreis hinzu. Die La Specialista Arte EC9155 kostet in unserem Katalog rund 242 Euro mehr als die EM450 und hat das Mahlwerk eingebaut. Ob sich das rechnet, hängt am Preis der Mühle, die du sonst dazukaufen würdest; einen Überblick über Bauarten gibt der Mühlen-Guide.
Die Gaggia Classic Evo Pro liegt rund 373 Euro über der EM450, die Mühle nicht eingerechnet. Den Ausschlag gibt nach unserer Einschätzung ihr 58-mm-Siebträger: Mit diesem Maß wird Zubehör von Drittherstellern planbar.
Pads, Wasser und Entkalker
Neben Pulver nimmt die EM450 laut De’Longhi Pads nach dem ESE-Standard. Beim Wasser verlangt das Sicherheitsheft frisches Wasser und schließt Sprudelwasser und destilliertes Wasser aus.
Beim Entkalker legt sich die Anleitung fest: „Es ist wichtig, nur den De’Longhi-Entkalker zu verwenden.“ Ungeeignete Mittel oder ein falsches Vorgehen deckt laut Anleitung die Herstellergewährleistung nicht. Den De’Longhi-Entkalker führen wir als EcoDecalk, in unserer Preisbox steht er bei ca. 7,98 Euro. Wie oft du ihn brauchst, entscheidet die Entkalkungsleuchte.
Reinigung und Entkalken nach Anleitung
Der Satz, der am meisten Ärger erspart, steht ohne Einschränkung in der Anleitung: „Keines der Teile ist spülmaschinenfest.“ Die Maschine selbst tauchst du nie in Wasser, „es handelt sich um ein Elektrogerät“. Vor jeder Reinigung schaltest du aus, ziehst den Netzstecker und wartest, bis sie abgekühlt ist. Lösungsmittel, Scheuermittel und Alkohol sind verboten, gegen Verkrustungen und Kaffeeablagerungen auch Metallgegenstände.
Regelmäßig zu reinigen sind laut Anleitung die Abtropfschale, die Kaffeesiebe, der Kaffeeauslass, der Wasserbehälter und die Heißwasser- und Dampfausgabe. Die Abtropfschale leerst du, bevor die rote Anzeige aus der Tassenablage herausragt. Für alle übrigen Teile heißt es: „Verwenden Sie nur ein weiches, feuchtes Tuch.“
Die Aufschäumerdüse ist nach jedem Gebrauch dran. Du lässt Restdampf ab, wartest, bis sie abgekühlt ist, schraubst die Düse ab, ziehst die Gummidüse herunter und prüfst die Löcher, verstopfte machst du mit einer Nadel frei. Das Kaffeesieb spülst du nach jedem Bezug ab und kontrollierst seine Löcher, sobald es verschmutzt bleibt, spätestens aber einmal im Monat. Alle 200 Kaffees lässt du etwa 0,5 Liter Wasser ohne Kaffee durch den Auslauf laufen. Den Tank reinigst du ungefähr einmal im Monat mit warmem Wasser um 40 °C und zusätzlich, wenn er mehr als drei Tage unbenutzt stand.
Vor dem ersten Kaffee läuft eine Selbstdiagnose, danach spülst du: ein Gefäß mit mindestens einem halben Liter unter den Auslauf, dreimal die 2-Tassen-Taste, dann Heißwasser. Laut Sicherheitsheft schüttest du anschließend die ersten fünf Kaffees, drei Dampf- und drei Heißwasserzubereitungen weg. Stand die Maschine länger als eine Woche, wiederholst du den Spülgang. Ohne Wasser im Tank oder ganz ohne Tank darf sie nie laufen.
Entkalkt wird, wenn die orangefarbene Leuchte angeht; den Ablauf im Zusammenhang beschreibt unser Ratgeber Entkalken und Reinigen. Unter Heißwasserausgabe und Kaffeeauslauf stellst du je einen Behälter mit 1 Liter Fassungsvermögen, der Durchlauf dauert etwa 25 Minuten, danach spülst du mit frischem Wasser. Die Leuchte setzt du zurück, indem du die Dampf-Taste 10 Sekunden lang drückst. Entkalker kann empfindliche Oberflächen beschädigen, Spritzer trocknest du sofort.
Das Sicherheitsheft verlangt außerdem, das Gerät regelmäßig auf Materialverschlechterung zu prüfen, unter anderem auf Mikrorisse, Blasen und Korrosion.
Für wen geeignet?
Für Gewerbe und Vermietung nicht. Das Sicherheitsheft schreibt: „Dieses Gerät ist ausschließlich für den Hausgebrauch bestimmt. Der Gebrauch ist nicht vorgesehen in: Räumen, die als Küchen für das Personal von Geschäften, Büros und anderen Arbeitsbereichen eingerichtet sind, in landwirtschaftlichen touristischen Einrichtungen, Hotels, Zimmervermietungen, Motels und sonstigen Übernachtungsbetrieben.“ Die Ferienwohnung fällt nach unserer Lesart unter die Zimmervermietungen, die Kaffeeecke im Büro ist ausdrücklich genannt.
Familien mit Kindern finden im selben Heft zwei Sätze, die sich widersprechen. Einmal dürfen Kinder ab 8 Jahren das Gerät benutzen, wenn sie beaufsichtigt werden oder im sicheren Gebrauch geschult sind. An anderer Stelle heißt es: „Dieses Gerät darf nicht von Kindern benutzt werden.“ Wir würden uns an den strengeren Satz halten.
Ins Gartenhaus gehört sie ebenfalls nicht. Betrieben werden darf sie nur in Innenräumen, geschützt vor Sonne und Feuchtigkeit, in keinem Raum, der unter den Gefrierpunkt fallen kann, und nur bis 2000 m über dem Meer.



