Eiskaffee selber machen: Rezepte und Ratios
Ratgeber

Eiskaffee selber machen: Rezepte und Ratios

Die kurze Antwort: Brühe heiß direkt auf Eis. Die AeroPress-Rezepte für Eiskaffee rechnen mit 1:15 bis 1:16 Gesamtwasser, Eis eingeschlossen, und mit einem Eisanteil von 33 bis 47 Prozent. Unsere Einschätzung für den Einstieg: 40 Prozent Eis, 60 Prozent heißes Wasser.

Eiskaffee ist ein weiter Begriff. Der Duden definiert ihn als „Kaffee mit Speiseeis und Sahne“, ohne Mengen und ohne zu sagen, ob der Kaffee aus dem Filter oder aus der Espressomaschine kommt. Der Deutsche Kaffeeverband stellte 2016 sechs Rezepte aus aller Welt vor: Café con hielo (frischer, gesüßter Espresso über Eiswürfel), Mazagran (gesüßter Filterkaffee mit Eiswürfeln und einem Schuss Alkohol), Affogato, Cà phê sữa đá, Cherry Bomb mit Cold Brew, Tonic Water und Kirschsirup, dazu ein weiteres. Ein Rezept mit Vanilleeis und Sahne nach deutscher Art war nicht darunter.

Dieser Ratgeber behandelt, was heiß gebrüht und danach gekühlt wird. Kalt extrahierten Kaffee behandelt der Ratgeber Cold Brew selber machen. Die Grenze zieht Claassen u. a. (2021): Eine Definition von Cold Brew gibt es nicht, die Autoren schlagen vor, nur kalt extrahierten Kaffee so zu nennen. Heiß extrahierter Kaffee solle nie Cold Brew heißen. Flash Brew und Japanese Iced Coffee sind also kein Cold Brew.

Flash Brew im Handfilter: das Vorgehen

Das Prinzip: Ein Teil des Wassers liegt schon als Eis in der Kanne, der Rest läuft heiß durch das Kaffeebett. Der Aufguss fällt dadurch konzentrierter aus als bei normalem Filterkaffee und wird beim Aufprall auf das Eis verdünnt und gekühlt. Die Schritte sind unser Vorschlag, abgeleitet aus den Angaben von AeroPress und Hario; die Gießmengen stammen von uns. Beispiel mit 30 g Kaffee bei 1:15, also 450 g Gesamtwasser:

  1. Papierfilter einlegen und über der Spüle mit heißem Wasser spülen. Läuft das Spülwasser erst in die Kanne, schmilzt dort schon Eis, bevor du brühst.
  2. Kanne auf die Waage stellen, rund 180 g Eis einwiegen und auf null tarieren. Das Eis gehört zur Rezeptmenge, deshalb wird es gewogen und nicht geschätzt.
  3. 30 g Kaffee in den Filter geben und das Bett flach schütteln, damit das Wasser gleichmäßig durchläuft.
  4. Mit etwa 60 g heißem Wasser vorbefeuchten, bis alles Mahlgut nass ist, und warten, bis das Aufschäumen nachlässt.
  5. In zwei bis drei Portionen auf 270 g Heißwasser weitergießen, kreisend, ohne den Rand zu fluten.
  6. Kanne schwenken, bis das Eis geschmolzen ist, und in ein Glas gießen. Bleibt Eis übrig, darf es im Glas bleiben.

Zeiten nennt jeder Hersteller anders. Hario UK gibt für den heißen V60 etwa 2,5 Minuten an, die AeroPress-Rezepte kommen mit Ziehen und Pressen auf zwei bis vier Minuten. Eine eigene Zeit schreiben wir dir deshalb nicht vor. Wichtiger als die Uhr ist, dass nach dem Durchlaufen die Wassermenge in der Kanne ist, die du eingewogen hast.

Warum das Eis mitgerechnet wird

Kaffeepulver hält Wasser zurück. Guinard u. a. (2023) setzen dafür im Journal of Food Science ein Absorptionsverhältnis von etwa 2,1 g Wasser je Gramm Kaffee an, ein Modellwert, der mit Mahlgrad und Röstung schwankt. Bei 30 g Kaffee bleiben damit rund 63 g im nassen Satz, und von 450 g Gesamtwasser landen bei vollständig geschmolzenem Eis 387 g im Glas. Die Mengen in der Tabelle weiter unten sind nach dieser Formel gerechnet.

Dass das Eis zur Wassermenge zählt, folgt aus der Wärme. Eine Grobrechnung von uns, nur ungefähr: 207 g Heißwasser mit 94 Grad (so viel erreicht bei 270 g Aufguss die Kanne) tragen etwa 81 kJ Wärme, gerechnet mit der spezifischen Wärme von Wasser, 4,184 J je Gramm und Kelvin (NIST Chemistry WebBook). Zum Schmelzen von 180 g Eis braucht es rund 60 kJ, wenn man den Lehrbuchwert von rund 334 J/g für die Schmelzenthalpie ansetzt; den haben wir an keiner Primärquelle geöffnet. Der Rest erwärmt die 387 g auf höchstens etwa 13 Grad.

Verluste an Dripper, Kanne und Luft sind dabei nicht berücksichtigt, in Wirklichkeit bleibt also eher Eis übrig. Bei 33 Prozent Eis kämen rechnerisch etwa 27 Grad heraus, bei 47 Prozent schmilzt das Eis nicht ganz. Die Rechnung zeigt, warum Anteile um 40 Prozent plausibel sind.

Zum Aroma behaupten die Hersteller mehr, als sich belegen lässt. Hario schreibt zum V60 Iced Coffee Maker, das Eis kühle den Kaffee schlagartig, auch bei heißem Wasser. AeroPress führt beim Rezept Iced Flash Brew an, es hole viel aus dem Kaffee heraus und bewahre dabei Aromastoffe. Beides ist Produktbeschreibung. Eine Studie, die Flash Chilling mit langsamem Abkühlen vergleicht, haben wir weder bei Europe PMC noch bei PubMed gefunden (Suche am 14.10.2026).

Einen einfacheren Grund dafür, dass kalter Kaffee flacher riechen kann, liefert die Aromafreisetzung. Steen u. a. (2017) untersuchten in Food Chemistry sechs Serviertemperaturen von 31 bis 62 Grad an einer Kaffeesorte und fanden, dass die Freisetzung flüchtiger Aromastoffe oberhalb von 40 Grad stark zunimmt. Eiskaffee liegt mit rund 5 bis 15 Grad darunter und wurde nicht untersucht, ebenso wenig die Geruchswahrnehmung bei Kälte. Plausibel ist, dass sich der Trend nach unten fortsetzt: weniger freigesetztes Aroma, auch ohne dass vorher etwas verloren ging. Das ist eine Extrapolation von uns.

Die Zahlen und wer sie nennt

Für Eiskaffee gibt es keine Norm. Der SCA-Standard 310-2021 gilt für elektrische Haushalts-Filtermaschinen und schließt Handaufguss, French Press, Espresso und Kapselgeräte ausdrücklich aus; Eiskaffee kommt nicht vor. Seine Zahlen taugen als Vergleichswert, nicht als Vorgabe. Das Original-PDF war am 12.10.2026 nicht mehr abrufbar, wir haben eine Wayback-Kopie gelesen.

Größe Quelle und Angabe Unser Einstieg
Eisanteil am Gesamtwasser AeroPress Inc.: 47 Prozent (20 g Kaffee, 170 g heiß, 150 g Eis), 40 Prozent (16 g, 150 ml, 100 g) und 33 Prozent (20 g, 200 g, 100 g); Hario UK: 300 g Eis in der Eiskammer des V60 Ice Coffee Maker, kein Prozentwert 40 Prozent
Gesamtverhältnis inklusive Eis AeroPress-Rezepte nach unserer Rechnung 1:15,0 bis 1:16,0; Hario UK heißer V60 1:16,7 (15 g auf 250 ml); Kalita laut unserem Review 1:16 (20 g auf 320 g); SCA 310-2021 für Filtermaschinen 55 g/kg, das sind 1:18,2; Deutscher Kaffeeverband 7 bis 10 g je 125 bis 150 ml, also 1:12,5 bis 1:21 1:15
Wassertemperatur AeroPress 88 bis 96 Grad (dunkle Röstung kühler, helle heißer), 94 Grad und 99 Grad; Hario UK 92 bis 96 Grad im Brühguide, 92 bis 94 Grad im Blog; Deutscher Kaffeeverband 88 bis 95 Grad, nicht darüber; SCA 90 bis 96 Grad für Maschinen 93 Grad
Mahlgrad AeroPress: medium-fine in zwei Rezepten, fine im Rezept mit 16 g; Hario UK heißer V60: medium to fine; Mühlentabellen (Beispiel Sage): Filter mittel bis mittelgrob, ohne Eiskaffee mittelfein

Zum Eisanteil: Die Rechnung aus den drei AeroPress-Rezepten zeigt, dass 40 Prozent kein Gesetz sind, sondern die Mitte zwischen 33 und 47 Prozent. Die Energiebilanz oben ergibt bei 40 Prozent ein vollständiges Schmelzen, bei 47 Prozent nicht. Wer mit weniger Eis und etwas stärkerem Aufguss arbeitet, bleibt innerhalb der Herstellerspanne.

Zur Temperatur: Eine Eis-spezifische Angabe macht nur AeroPress. Batali u. a. (2020) fanden in Scientific Reports, dass bei festgehaltener Stärke und Ausbeute 87, 90 oder 93 Grad das Profil von Filterkaffee nicht merklich änderten. Die Studie betraf Drip-Kaffee, serviert bei 65 Grad, nicht Eiskaffee. Die Temperatur ist also kein hartes Muss, solange Stärke und Ausbeute stimmen, und 93 Grad liegt in allen genannten Spannen. Mittelfein beim Mahlgrad ist unsere Einschätzung aus den AeroPress- und Hario-Angaben.

Mengenbeispiel nach AeroPress-Muster

Die Tabelle rechnet mit 1:15 und 40 Prozent Eis. Sie ist ein Rechenbeispiel von uns. Das Glas ergibt sich aus Gesamtwasser minus 2,1 mal Kaffee, in Gramm gerechnet; die Dichte von Kaffee ist dabei mit etwa 1 g/ml vereinfacht.

Kaffee Gesamtwasser Eis Heißwasser im Glas, etwa
15 g 225 g 90 g 135 g 194 g
20 g 300 g 120 g 180 g 258 g
30 g 450 g 180 g 270 g 387 g
40 g 600 g 240 g 360 g 516 g

Andere Verhältnisse rechnet der Brüh-Rechner. Einen Eis-Modus hat er nicht, du ziehst das Eis selbst vom Gesamtwasser ab.

Zwei AeroPress-Rezepte zeigen, wie weit die Varianten auseinanderliegen. Beim „Japanese Inspired Iced Coffee“ ziehen 16 g Kaffee mit 150 ml Wasser von 94 Grad zwei Minuten, dann wird 30 Sekunden gepresst und die Karaffe geschwenkt, bis das Eis geschmolzen ist. Beim „Iced AeroPress Flash Brew“ wird der Kaffee zuerst auf 100 g Eis in der Karaffe gepresst, am besten ein großer Würfel; danach kommt der gekühlte Kaffee auf frisches Eis im Glas. Der Hersteller begründet das damit, dass der vorgekühlte Kaffee das neue Eis langsam schmelzen lasse. Gemessen ist das nicht, es ist eine Herstellerangabe.

Der Weg über die Eiskammer und Maschinen mit Eisprogramm

Hario geht beim V60 Ice Coffee Maker (Fretta) anders vor: 300 g Eis kommen in die Eiskammer des Drippers um den Auslauf, der Papierfilter wird vorher genässt, dann läuft das Wasser kreisend ein, nach Hario mit derselben Methode wie beim V60. Ein Verhältnis von Kaffee zu Wasser nennt die Produktseite nicht. Das Hario V60 Starter Set ist laut Review ein Kunststofftrichter ohne Eiskammer; das Eisgerät ist ein anderes Produkt und steht nicht in unserem Katalog.

Wer Flash Brew mit der AeroPress macht, weicht vom Standardrezept ab. Laut Herstellerrezept (so das Review der AeroPress Original) sind es 85 Grad, 80 für dunkle Röstungen, 60 Sekunden Ziehzeit, 30 bei mittelfeinem Mahlgrad, und ein mittelfeiner Mahlgrad; die Eisrezepte liegen bei 88 bis 99 Grad. Die AeroPress Go führt Eiskaffee laut Review ausdrücklich als Einsatzzweck; Milchschaum liefert sie nicht. Als Dripper für Flash Brew kommt auch der Kalita Wave 185 infrage, den Kalita mit 20 g auf 320 g Wasser rechnet. Die Eignung dafür ist unsere Einschätzung.

Vollautomaten kühlen nichts, das Eis liefert das Glas. Die Philips LatteGo 5500 hat acht Iced-Varianten bei 20 Kaffeespezialitäten; Philips rät, über Eiswürfel zu brühen, das Glas zu zwei Dritteln mit Eis gefüllt, bei Aromastärke 3. Auf der Produktseite steht laut Review, das Brühsystem sei so kalibriert, dass Eiskaffees wie heiße Getränke schmecken; das ist eine Herstellerangabe. Die Philips LatteGo 5400 hat keine Eisgetränke auf der Liste, das Review verweist für Eiskaffee per Knopfdruck auf die Serie 5500.

Bei De’Longhi kennt die Magnifica Plus zwei kalte Kaffees (Kalter Kaffee und Cold Americano), wählbar als Iced oder Extra iced; die Maschine schlägt die Zahl der Eiswürfel vor. Die Dinamica Plus 380.95 hat bei 24 Getränken unter den 12 Kaffee- und Wasserrezepten einen Eiskaffee. Die Rivelia bringt Kalten Kaffee, Kalten Espresso und Cold Americano ohne Zubehör mit. Bei der La Specialista Touch EC9455 nutzt das Cold-Brew-Programm kaltes oder raumtemperiertes Wasser mit längerer Infusion und läuft in unter fünf Minuten; ins Glas gehören laut Anleitung drei Eiswürfel für einen einfachen, fünf für einen doppelten.

Die Ninja Luxe Premier und die Luxe Pro brühen Filterkaffee klassisch, stark, auf Eis und als Cold Brew. Laut Anleitung greift die Temperaturwahl bei „Auf Eis“, Cold Brew und Cold Press nicht. Die Premier hat sieben Größen von 175 bis 530 ml.

Espresso auf Eis, Iced Latte und Espresso Tonic

Espresso über Eis steht als Café con hielo unter den sechs Rezepten des Kaffeeverbands von 2016. Wir bleiben bei den Herstellerrezepten, die wir gefunden haben. Ein Iced Americano ist Espresso mit kaltem Wasser über Eis.

Nespresso UK beschreibt den Iced Latte für die Original-Maschine mit 40 ml Barista Creations Freddo Intenso, 90 ml kalt aufgeschäumter Halbfettmilch und vier Eiswürfeln, für Vertuo mit 80 ml Ice Leggero, 80 ml Milch und vier Eiswürfeln. Beim Nespresso Aeroccino 4 gehören zum Iced Cappuccino 40 ml Kaffee und 60 ml kalter Schaum, zum Iced Latte Macchiato 40 ml Kaffee und 120 ml kalter Schaum mit drei großen Eiswürfeln; für den Iced Cappuccino nennt unser Review keine Eiszahl. Mehr als 120 ml Milch schäumt der Aeroccino 4 nicht auf. Für einen größeren Iced Latte die Milchmenge nach Geschmack zu erhöhen, ist unsere Einschätzung.

Zum Fett gibt es einen Hinweis. Mahmud u. a. (2021) ließen 231 Personen neun Eiskaffee-Getränke aus Instantkaffee und Sahne bewerten: Das Gefallen stieg mit Fett- und Kaffeekonzentration bis zu einem Punkt und sank danach, es bildeten sich drei Gruppen mit verschiedenen Vorlieben. Auf Flash Brew ist das nicht übertragbar. Der Kaffeeverband sagt zur Milch, sie könne unerwünschte Säuren oder Bitterstoffe kaschieren, und bei zu viel Milch gehe der feine Geschmack unter.

Beim Espresso Tonic gilt ein Gesundheitshinweis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Tonic- und Bitter-Lemon-Getränke chininhaltig. In Deutschland dürfen alkoholfreie Erfrischungsgetränke nach der BfR-Mitteilung von 2005 höchstens 85 mg Chinin je Liter enthalten; ob der Wert heute unverändert gilt, haben wir an der aktuellen Rechtsvorschrift nicht geprüft. Schwangere sollten laut BfR vorsorglich verzichten. Auch bei Tinnitus, Sehnervschädigung, bestimmten Formen der hämolytischen Anämie und Chininüberempfindlichkeit rät das BfR zum Verzicht, bei Herzrhythmusstörungen oder blutgerinnungshemmenden Medikamenten nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Mengen und die Reihenfolge beim Eingießen belegt keine Fachquelle, die wir gefunden haben, deshalb geben wir keine vor.

Für kalten Milchschaum auf Eiskaffee gibt es eigene Geräte. Der WMF Stelio Induktion schäumt nach zweimaligem Drücken kalt, laut WMF besonders für Frappé, Cocktails, Eiskaffee oder Desserts. Der Severin SM 3586 hat ein Kaltprogramm, der WMF Lono Silk braucht für kalten wie heißen Schaum 150 bis 350 ml Milch. Beim Philips Senseo Milk Twister entsteht kalter Schaum durch drei Sekunden Drücken; Eiskaffee nennt Philips im Datenblatt als Rezept. Mehr Geräte stehen in der Bestenliste der Milchaufschäumer.

Was sich nicht belegen lässt

Für diesen Ratgeber haben wir folgendes nicht gefunden. Der Deutsche Kaffeeverband nennt für Espresso oder Filterkaffee über Eis keine Mengen. Für den Iced Americano und den Espresso Tonic gibt es kein Herstellerrezept mit Mengen. Eine Studie zu Röstgrad und Eiskaffee fehlt ebenso wie eine Messung, ob ein anderer Eisanteil bei gleichem Gesamtwasser Stärke oder Ausbeute verschiebt. Dass Flash Brew einen feineren Mahlgrad braucht, behauptet keine Quelle, und ein Eisrezept von Kalita gibt es nicht. Wo diese Lücken eine Rolle spielen, steht die Einordnung im jeweiligen Abschnitt.

Fehlerbilder

Wässrig: Die Ursache ist meist mehr Wasser als geplant, etwa Eis, das erst nach dem Brühen ins fertige Getränk kommt oder nicht eingewogen wurde. Du wiegst das Eis und ziehst es vom Gesamtwasser ab. Ein großer Würfel hat weniger Oberfläche als Crushed Ice und schmilzt deshalb langsamer; AeroPress setzt im Iced Flash Brew auf einen einzelnen großen Würfel.

Schwach trotz richtiger Menge: Dann liegt es an der Stärke des Aufgusses. Brühstärke und Ausbeute bestimmen laut Batali u. a. (2020) das Profil. Mehr Kaffee auf dieselbe Wassermenge erhöht die Stärke, also 1:15 statt 1:16.

Sauer und dünn: Die Richtungsregel steht im Ratgeber Mahlgrad einstellen: feiner mahlen. Ein Gesetz ist das nicht, denn nach Guinard u. a. (2023) kann Säure auch bei hoher Brühstärke und niedriger Ausbeute auftreten.

Bitter und trocken: Gröber mahlen. Ändere pro Durchgang nur eine Größe, sonst weißt du nicht, welche gewirkt hat. Die Temperatur ist dafür die schwächere Stellschraube, siehe oben.

Flach im Geruch: Das kann zusätzlich an geringerer Aromafreisetzung bei Kälte liegen (Steen u. a. 2017, dort nur 31 bis 62 Grad untersucht), nicht allein an der Zubereitung. Warmhalten ist ein anderer Fall: Batali u. a. (2023) fanden beim Warmhalten bis zu drei Stunden bei hellen und mittleren Röstungen steigende Säure und vermuten den Verlust flüchtiger Aromastoffe. Der Kaffeeverband schreibt, frisch Gebrühtes solle bald getrunken werden, sonst schmecke es bitter. Beides betrifft das Warmhalten, nicht das Abkühlen auf Eis.

Welche Bohne passt

Zum Röstgrad gibt es Teilbefunde: Die titrierbare Säure erreicht beim Rösten am First Crack ihr Maximum und fällt bis zum Second Crack auf den Ausgangswert (Anokye-Bempah u. a. 2024); Säure und Bitterkeit reagieren je Röststufe auf Brühstärke und Ausbeute (Frost u. a. 2020). Säure lässt sich damit nicht nur über eine andere Bohne ändern. AeroPress rät im Eisrezept bei dunkler Röstung zur kühleren, bei heller zur höheren Temperatur innerhalb von 88 bis 96 Grad.

Unsere Einschätzung: Wer Flash Brew zum ersten Mal macht, nimmt eine Bohne, die er als Filterkaffee kennt, und ändert nur das Eis. Dann ist jede Abweichung im Glas auf die Zubereitung zurückzuführen. Passende Geräte stehen in der Kategorie Filterkaffee und in der Bestenliste der Filterkaffee-Bereiter.

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026· Redaktion TopKaffeeReviews · Wie wir arbeiten

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Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie lange hält sich übrig gebliebener Eiskaffee im Kühlschrank?

Dazu gibt es keine Messung für Reste aus dem Haushalt. Claassen u. a. (2021) raten bei gewerblichem Cold Brew, ihn nicht länger als einen Tag aufzubewahren. Lopane u. a. (2024) fanden bei heiß gebrühtem, auf 7 Grad gekühltem Kaffee im Labor über 42 Tage keine nachweisbare Keimvermehrung, begrenzt war die Haltbarkeit durch den Geschmack. Unsere Einschätzung: trink ihn am selben Tag.

Schmeckt Cold Brew flacher als heiß gebrühter Kaffee auf Eis?

Die Studienlage sagt das Gegenteil. Batali u. a. (2022) ließen Immersionskaffee bei gleicher Stärke und gleicher Serviertemperatur von 4 Grad verkosten: Der heiß gebrühte war bitterer, saurer und gummiartiger, der kalt gebrühte blumiger. Cai u. a. (2022) fanden bei Cold Brew mehr Fruchtigkeit und weniger Bitterkeit. Beide Arbeiten verglichen keinen Flash Brew.

Wie groß ist ein Espresso für Iced Latte oder Americano?

Eine Norm gibt es nicht. In der Umfrage der Barista Guild of America von 2017 lag der mittlere Bezug bei 36,5 g im Verhältnis 1:2, 51 Prozent der Baristas nannten 25 bis 30 Sekunden Bezugszeit. Der Deutsche Kaffeeverband beschreibt einen einfachen Espresso mit 7 bis 9 g Pulver und 25 bis 30 ml, die WBC-Regeln von 2013 setzen 30 ml plus/minus 5 ml an.

Schmeckt kalter Kaffee weniger süß?

Für Kaffee bei Eistemperatur ist das nicht gemessen. Talavera u. a. (2005) fanden an Zellen und Mäusen, dass Wärme die Antwort auf Süßes verstärkt; das ist Grundlagenforschung, kein Kaffee. Im Panel von Steen u. a. (2017) wurde 'süß' gerade bei den kühleren Proben von 31 bis 44 Grad genannt. Eine Aussage über Süße im Eiskaffee lässt sich daraus nicht ableiten.

Ist Eis aus dem eigenen Gefrierfach ein Hygieneproblem?

Für den Haushalt gibt es keine Zahl. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersuchte 2022 gewerbliche Eiswürfelmaschinen aus der Gastronomie: In 47 von 244 Proben lag die Gesamtkeimzahl über 100 KbE/ml, 35 von 287 enthielten coliforme Keime. Als Hinweis reicht es, Eisbehälter und Schalen sauber zu halten.

Was gilt beim Wassertank von Maschinen mit Eiskaffee-Programm?

Bei der Philips LatteGo 5500 verlangt die Sicherheitsbroschüre laut unserem Review, das Tankwasser innerhalb von ein bis zwei Tagen zu verbrauchen und den Tank nach drei Tagen ohne Benutzung zu leeren und neu zu füllen. Philips betont das ausdrücklich für kalte Getränke. Wer im Sommer nur gelegentlich Eiskaffee zieht, sollte den Tank deshalb nicht auf Vorrat füllen.

Geht kalter Milchschaum mit einem Vollautomaten?

Nicht bei jedem. Die De'Longhi Magnifica Plus gibt Milch laut Review nur heiß aus. Die De'Longhi Rivelia braucht für kalte Milchgetränke das Upgrade-Set LatteCrema Cool DLSC032 (Herstellershop, laut Review 99,90 Euro); mit der Cool-Karaffe sind Vollmilch und fettarme Milch laut Tabelle nicht geeignet, Magermilch und drei Pflanzendrinks schon.

Ist Barista-Hafermilch für Iced Latte besser geeignet?

Dazu gibt es keine Quelle. 'Barista' ist weder lebensmittelrechtlich definiert noch geschützt, schreibt die Verbraucherzentrale Niedersachsen (Stand 14.03.2022); die Drinks haben meist mehr Eiweiß und sind fürs Aufschäumen gedacht. Ein von Tarasov u. a. (2025) untersuchter Barista-Haferdrink hatte 1,0 g Eiweiß und 1,0 g Fett je 100 g. Ob er kalt vollmundiger ist, sagt keine der beiden Quellen.