Melitta führt neben der bekannten BellaCrema-Reihe eine zweite Bohnenfamilie: Barista Classic. Die Crema-Variante daraus ist im Handel als Barista Classic Crema gelistet, in Melittas eigenem Shop schlicht als Barista Crema. Sie tritt in unserem Kaffeebohnen-Vergleich 2026 mit einem Argument an, das keine andere Bohne im Feld so deutlich mitbringt: Der Hersteller gibt sie für vier verschiedene Zubereitungsarten frei.
Was Melitta zur Barista Classic Crema angibt
Die belegten Eckdaten: mittlere Röstung, Stärke 3 von 5 auf der Melitta-Skala, 1 Kilo ganze Bohne, unter Schutzatmosphäre verpackt. Geschmacklich beschreibt Melitta die Bohne als aromatisch, mit Noten von Nuss-Nougat. Als Zubereitungsarten nennt der Hersteller Vollautomat, French Press, Siebträger und Handfilter.
Bemerkenswert ist eine Kleinigkeit, die bei anderen Melitta-Bohnen für Verwirrung sorgt: Hier stimmen Produktbeschreibung und technische Daten überein, beide nennen Stärke 3. Bei der BellaCrema Speciale ist das nicht so, dort steht in der Beschreibung Stärke 3 und in den technischen Daten derselben Seite Stärke 2. Bei der Barista Classic Crema weißt du also wenigstens, woran du bist.
Was Melitta dagegen nicht angibt: den Arabica- und Robusta-Anteil, die Anbauländer und den Röstort. Wir tragen das hier auch nicht nach, weil wir es nicht belegen können.
Im Detail: Stärke 3 und vier Zubereitungsarten
Stärke 3 von 5 ist die Mitte der Melitta-Skala und passt zur angegebenen mittleren Röstung. Praktisch heißt das: spürbarer Körper, moderate Röstbittere, keine dominante Schärfe. Die beschriebenen Nuss-Nougat-Noten sind typisch für Röstungen in diesem Bereich, in denen die Maillard-Reaktion weit genug fortgeschritten ist, um Süße und Nussigkeit zu entwickeln, aber noch nicht so weit, dass rauchige und bittere Töne dominieren.
Innerhalb der Melitta-Welt ordnet sich die Bohne damit klar ein. Die BellaCrema Espresso steht bei Stärke 5 und ist deutlich kräftiger. Die BellaCrema La Crema liegt wie die Barista Classic Crema bei Stärke 3, ist aber nur für den Vollautomaten ausgewiesen. Wer es kräftiger will, bleibt in der Barista-Reihe und greift zur Crema Forte oder zur Barista Espresso.
Warum ist die Freigabe für Siebträger und Handfilter ungewöhnlich?
Weil Kilo-Bohnen aus dem Supermarktregal fast immer reine Vollautomaten-Ware sind. Vollautomaten mahlen mittelfein und arbeiten mit einem relativ toleranten Extraktionsfenster, deshalb werden diese Röstungen darauf optimiert. Ein Handfilter braucht dagegen einen deutlich gröberen Mahlgrad und verzeiht eine sehr dunkle, bittere Röstung kaum, ein Siebträger wiederum reagiert empfindlich auf Mahlgrad und Dosierung.
Dass Melitta hier alle vier Wege ausdrücklich nennt, ist ein echter Vorteil für Haushalte, die nicht nur eine Maschine besitzen. Du kannst morgens den Vollautomaten füttern und am Wochenende dieselbe Bohne durch den Handfilter laufen lassen, ohne einen zweiten Beutel im Schrank zu haben. Erwarte dabei aber keine Wunder: Eine mittlere Röstung mit Stärke 3 liefert im Siebträger einen milderen Espresso als eine klassische dunkle Espressoröstung. Der Brüh-Rechner hilft dir, Mahlgrad und Dosierung pro Zubereitungsart sauber zu treffen.
Frische und Lagerung
Die Verpackung unter Schutzatmosphäre hält die Bohnen ungeöffnet lange stabil. Nach dem Öffnen gilt die übliche Regel: fest verschließen, kühl und dunkel lagern, nicht in den Kühlschrank. Wer die Bohne für mehrere Zubereitungsarten nutzt, öffnet den Beutel zwangsläufig häufiger. In dem Fall lohnt es sich, den Wochenvorrat in ein kleines luftdichtes Gefäß umzufüllen und den Kilo-Beutel selbst möglichst selten zu öffnen.
Für wen geeignet?
Die Barista Classic Crema ist die richtige Bohne für Haushalte mit mehr als einer Zubereitungsart. Wenn bei dir Vollautomat und Handfilter oder French Press nebeneinander stehen, ist sie im Kaffeebohnen-Vergleich die naheliegendste Wahl, weil der Hersteller genau diesen Einsatz vorsieht. Wer ausschließlich einen Vollautomaten betreibt und vor allem auf den Kilopreis schaut, bekommt bei der Jacobs Krönung Caffè Crema für 15,29 Euro pro Kilo mehr Bohne fürs Geld. Und wer wissen will, welche Bohnen im Blend stecken und woher sie kommen, wird auch hier enttäuscht: Diese Angaben macht Melitta nicht.



