Zwischen einer Mühle, die in einen Behälter mahlt, und einer, die direkt in den Siebträger dosiert, liegt im Alltag mehr Unterschied, als die Spezifikation vermuten lässt: kein Umfüllen, kein Verschütten, kein zusätzlicher Schritt zwischen Mahlen und Tampern. Die Graef CM820 baut genau diese Brücke und positioniert sich damit über der bekannten CM800.
Aufbau und Verarbeitung
Das Gehäuse aus Edelstahl und Aluminium wirkt noch eine Spur hochwertiger als das der CM800 und bringt die gleiche kompakte, hochkante Bauform mit. Der Bohnenbehälter fasst 250 Gramm und lässt sich zum Reinigen oder Sortenwechsel werkzeuglos abnehmen. Im Lieferumfang befinden sich neben einem klassischen Kaffeemehlbehälter auch zwei unterschiedlich große Siebträgerhalter sowie ein Reinigungspinsel, alles, was du für den direkten Einstieg brauchst.
Die Bedienung bleibt bewusst mechanisch: ein Drehregler für 40 Mahlgradstufen, ein Kontaktschalter am Siebträgerhalter, fertig. Wer die obere Mahlscheibe zusätzlich verstellt, kann noch feiner nachjustieren.
Im Detail: Grind-on-Demand und Antistatik
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der CM820 ist die automatische Mahlfunktion für den Siebträger: Du drückst den eingehängten Siebträger gegen den Kontaktschalter, und die Mühle mahlt, solange der Kontakt besteht. Die Menge steuerst du also über die Andrückdauer statt über einen Timer, was nach ein paar Bezügen zur Routine wird. Ein Antistatik-Einsatz mit Aluminium-Schaufelrad sorgt dafür, dass das feine Pulver dabei nicht im Auslaufschacht hängen bleibt, sondern zuverlässig im Sieb landet.
Beim eigentlichen Mahlgrad-Ergebnis unterscheidet sich die CM820 kaum von der CM800, dasselbe langsam laufende Kegelmahlwerk mit 40 Stufen und oberer Feinjustage sitzt in beiden Geräten. Der Aufpreis bezahlt also in erster Linie den Direktmahl-Komfort, nicht ein besseres Mahlergebnis. Wie viel Kaffee du für deine Tassenzahl brauchst, verrät dir der Brüh-Rechner auf einen Blick.
Im Alltag lohnt sich die Kontaktschalter-Lösung besonders für alle, die mehrmals täglich einen Espresso ziehen: Statt jedes Mal den Deckel des Kaffeemehlbehälters zu öffnen, Pulver umzufüllen und Reste zu verteilen, hältst du einfach den Siebträger unter den Auslauf. Nach den ersten Bezügen entwickelt sich ein Gefühl für die passende Andrückdauer, danach läuft die Routine fast automatisch. Der Antistatik-Einsatz mit Aluminium-Schaufelrad macht sich dabei besonders bemerkbar, wenn du zuvor eine Mühle ohne dieses Feature genutzt hast: deutlich weniger Pulver bleibt am Trichterrand oder auf der Abstellfläche hängen. Für Haushalte mit zwei Siebträger-Durchmessern zahlen sich die beiden mitgelieferten Halter zusätzlich aus, weil kein Zubehör nachgekauft werden muss.
Wie funktioniert das Mahlen direkt in den Siebträger?
Der Siebträger wird in einen der beiden mitgelieferten Halter eingehängt und von unten gegen einen Kontaktschalter gedrückt. Solange der Kontakt besteht, mahlt die CM820 weiter, du steuerst die Kaffeemenge also über die Andrückdauer. Nach wenigen Bezügen hast du ein Gefühl für die passende Zeit für deine Dosis entwickelt.
Reinigung und Pflege
Siebträgerhalter und Kaffeemehlbehälter lassen sich beide separat abnehmen und reinigen, was den Wechsel zwischen Direktmahlen und klassischem Portionieren erleichtert. Das Mahlwerk selbst wird trocken gepflegt, der mitgelieferte Pinsel reicht für Bohnenreste und Mahlstaub im Auslaufschacht. Der Antistatik-Einsatz sollte gelegentlich mit ausgebürstet werden, damit das Schaufelrad seine Wirkung behält.
Für wen geeignet?
Die Graef CM820 ist die richtige Wahl für alle, die täglich direkt in den Siebträger mahlen und dabei auf möglichst wenig Kleckern, Umfüllen und Aromaverlust Wert legen. In unserer Übersicht der Elektrischen Kaffeemühlen ist sie die konsequente Direktmahl-Variante der CM-Reihe. Wer ohnehin in einen Behälter mahlt und dann portioniert, bekommt mit der baugleichen CM800 dasselbe Mahlergebnis für weniger Geld. Für Haushalte mit ausschließlich einer Siebträgermaschine und festem Tagesritual ist der Aufpreis gegenüber der CM800 gut investiert, wer dagegen selten direkt in den Siebträger mahlt, spart sich damit ein Feature, das im Alltag ungenutzt bliebe.
Mehr Alternativen versammelt die Bestenliste Kaffeemühlen.



