In der Espressomühlen-Welt gibt es Modelle, die alle paar Jahre neu erfunden werden, und solche, die einfach bleiben, weil sie von Anfang an richtig gemacht wurden. Die Graef CM800 gehört seit Jahren zur zweiten Kategorie: ein deutscher Hersteller aus Arnsberg, ein Aluminiumgehäuse, ein Kegelmahlwerk mit 40 Stufen, fertig. Kein Schnickschnack, aber auch kein Kompromiss, den man sofort spürt.
Aufbau und Verarbeitung
Das Aluminiumgehäuse ist der erste Unterschied zu den meisten Mühlen in dieser Preisklasse, die auf Kunststoff setzen. Die CM800 wirkt entsprechend wertiger, kühler in der Haptik und optisch reduzierter. Der Bohnenbehälter fasst 350 Gramm und lässt sich zum Wechseln der Bohnensorte werkzeuglos abnehmen. Mit rund 2,6 Kilogramm steht die Mühle sicher auf der Arbeitsfläche, auch wenn der Mahlvorgang durch das aktive Kegelmahlwerk spürbar Vibration erzeugt.
Bedient wird die CM800 über einen Drehregler für den Mahlgrad, unterteilt in 40 Stufen. Wer noch feiner justieren möchte, kann zusätzlich die obere Mahlscheibe entnehmen und dort nachstellen, eine Möglichkeit, die viele Wettbewerber in dieser Preislage nicht bieten.
Im Detail: langsames Mahlwerk, feine Abstufung
Das Kegelmahlwerk der CM800 läuft bewusst langsam, was die Reibungshitze beim Mahlen reduziert und damit die empfindlichen Aromaöle der Bohne besser schützt als schnell drehende Mahlwerke. In Kombination mit den 40 Grundstufen plus Feinjustage am oberen Mahlscheiben-Einsatz lässt sich der Mahlgrad präzise auf Espresso, Filterkaffee oder French Press einstellen, ohne dass eine dieser Zubereitungsarten spürbar zu kurz kommt.
Für Espresso bedeutet das konkret: Der feine Bereich ist erreichbar, und mit der zusätzlichen Feinjustage lassen sich auch kleine Abweichungen bei Bohnensorte oder Röstgrad ausgleichen. Wie sich die richtige Wassermenge zur Kaffeedosis verhält, kannst du mit dem Brüh-Rechner für deine Tassenzahl durchrechnen.
Dass die CM800 seit Jahren zu den meistempfohlenen Mühlen ihrer Preisklasse gehört, liegt auch an ihrer Wandelbarkeit im Alltag: Eine Familie, die morgens French Press und am Nachmittag Espresso trinkt, muss nicht zwischen zwei Mühlen wechseln, sondern dreht nur am Regler. Das langsam laufende Mahlwerk braucht dafür pro Tasse etwas länger als schnell drehende Scheibenmahlwerke, gewinnt diese Zeit aber durch spürbar weniger Wärmeeintrag ins Mahlgut zurück. Auch nach Jahren im Dauereinsatz gilt die CM800 in einschlägigen Foren als robust und gut reparierbar, was Ersatzteilversorgung und Wiederverkaufswert positiv beeinflusst. Wer schon länger nach einer Alternative zu Prosumer-Preisen sucht, findet hier die German-Engineering-Antwort.
Wie fein mahlt die CM800 für Espresso?
Die 40 Mahlgradstufen reichen bis in den feinen Espresso-Bereich, und die zusätzliche Feinjustage an der oberen Mahlscheibe erlaubt noch genauere Zwischenwerte. Für Einsteiger- und Mittelklasse-Siebträgermaschinen mit Vibrationspumpe ist das mehr als ausreichend, an die Nuancierung dedizierter Prosumer-Mühlen kommt sie preisbedingt nicht ganz heran.
Reinigung und Pflege
Das Mahlwerk-Oberteil lässt sich zum Ausbürsten abnehmen, sodass Bohnenreste und Mahlstaub gründlich entfernt werden können, ohne das komplette Gerät zu zerlegen. Eine feuchte Reinigung des Mahlwerks ist nicht vorgesehen, hier gilt wie bei den meisten Kegelmahlwerken: trocken pinseln statt spülen. Der Bohnenbehälter lässt sich separat abnehmen und bei Bedarf auswaschen, was besonders beim Wechsel zwischen verschiedenen Röstungen praktisch ist.
Für wen geeignet?
Die Graef CM800 ist die richtige Wahl für alle, die eine vielseitige, hochwertig verarbeitete Mühle für Espresso, Filterkaffee und French Press aus einer Hand suchen und dabei auf ein Aluminiumgehäuse statt Kunststoff Wert legen. In unserer Übersicht der Elektrischen Kaffeemühlen ist sie deshalb unser Bestseller-Pick der Mittelklasse. Wer direkt in den Siebträger mahlen möchte, findet dieses Feature bei der technisch verwandten Graef CM820.
Alle Top-Modelle der Klasse stehen im Kaffeemühlen-Ranking.



