Der Aeroccino 3 ist das Gerät, das bei vielen Menschen einfach neben der Kapselmaschine steht, ohne dass sie je die Bedienungsanleitung gelesen hätten. Genau darin liegt sein Konzept: ein Knopf, drei Zubereitungen, fertig. Für rund 79 Euro ist er kein Schnäppchen, aber er ist der Aufschäumer mit der flachsten Lernkurve in unserem Vergleich.
Aufbau: ein Knopf, drei Zubereitungen
Nespresso beschreibt den Aeroccino 3 als Gerät für alle, die Einfachheit lieben, und das ist keine leere Marketingfloskel. Der Behälter steht auf einem eigenen Sockel, an der Seite sitzt ein einzelner Knopf, mehr Bedienelemente gibt es nicht. Ein kurzer Druck startet die heiße Zubereitung, ein langer Druck über zwei Sekunden schaltet auf kalten Schaum um, erkennbar daran, dass der Knopf blau leuchtet. Danach schaltet sich das Gerät automatisch ab, du musst also keine Zeit im Blick behalten.
Mit 9 Zentimetern Durchmesser, 17 Zentimetern Höhe und 450 Gramm Gewicht gehört der Aeroccino 3 zu den kleinsten Geräten der Klasse. Er nimmt auf der Arbeitsfläche kaum mehr Raum ein als eine große Tasse, und wer ihn nach dem Frühstück wegräumen will, hebt ihn mit einer Hand in den Schrank.
Im Detail: was Nespresso zu Schaum und Tempo sagt
Der Hersteller nennt drei Rezepte: heißer Schaum, Kaltschaum und heiße Milch. Die Konsistenz beschreibt Nespresso selbst als leicht und luftig, und genau so schmeckt das Ergebnis auch. Das passt hervorragend zu einem klassischen Cappuccino mit einer luftigen Haube, es ist aber ausdrücklich nicht der dichte, feinporige Mikroschaum, den du für saubere Latte Art brauchst. Wer diesen samtigen, fast lackartigen Schaum sucht, ist mit einem Handschäumer wie dem Subminimal Nanofoamer besser bedient.
Beim Tempo macht Nespresso konkrete Angaben: Heiße Milch soll in etwa 70 bis 80 Sekunden fertig sein, kalter Milchschaum in rund 60 Sekunden. Das ist kein Rekordwert, reicht aber locker, um in der Zeit die Kapselmaschine laufen zu lassen. Einen Watt-Wert nennt Nespresso auf der Produktseite übrigens nicht, deshalb führen wir hier auch keinen auf.
Reicht der Aeroccino 3 für zwei Cappuccino?
Für zwei normale Cappuccino-Tassen: ja, knapp. Für zwei große Latte-Macchiato-Gläser: nein. Nespresso gibt die Kapazität mit 120 Millilitern an, und das ist der Punkt, an dem das Gerät im Vergleich mit Induktionsaufschäumern spürbar zurückfällt. Geräte in ähnlicher oder sogar niedrigerer Preisklasse schäumen 300 Milliliter und mehr in einem Durchgang. Wenn bei euch morgens drei Leute am Tisch sitzen, wirst du den Aeroccino zweimal befüllen, und beim zweiten Durchgang solltest du ihn vorher kurz ausspülen, damit die Milchreste nicht antrocknen. Für Singles und Paare ist die Menge dagegen genau richtig bemessen, es bleibt kaum Milch übrig.
Reinigung und Pflege
Hier wird es unangenehm ehrlich: Nespresso weist für den Aeroccino 3 auf der Produktseite keine Spülmaschineneignung aus. Beim Nachfolger Aeroccino 4 steht dort ausdrücklich, dass er bis maximal 70 Grad in die Spülmaschine darf, beim 3er fehlt eine solche Angabe schlicht. Wir behandeln ihn deshalb als Handwäsche-Gerät und würden ihn direkt nach dem Aufschäumen mit warmem Wasser ausspülen, solange nichts eingetrocknet ist. Das dauert keine 20 Sekunden, ist aber eben ein Handgriff mehr als bei Geräten mit klarer Freigabe.
Für wen geeignet?
Der Aeroccino 3 ist die richtige Wahl für Haushalte mit ein bis zwei Kaffeetrinkern, die einen Milchaufschäumer wollen, den auch Gäste und Kinder ohne Erklärung bedienen können. Sein Kaufargument ist nicht die Leistung, sondern die Selbstverständlichkeit der Bedienung. Wer mehr Menge, ein spülmaschinenfestes Gehäuse oder eine zweite Schaumvariante braucht, zahlt beim Aeroccino 4 zehn Euro mehr und bekommt genau das. Und wer noch gar nicht weiß, welches Setup zu seinem Kaffeekonsum passt, sortiert sich am besten zuerst über unseren Kaffee-Finder.



