Kaffeegetränke: Cappuccino, Latte & Flat White erklärt
Ratgeber

Kaffeegetränke: Cappuccino, Latte & Flat White erklärt

Die kurze Antwort: Alle diese Getränke beginnen mit Espresso und unterscheiden sich in Milchmenge, Schaum und Reihenfolge. Eine Norm dafür haben wir nicht gefunden. Für den Cappuccino setzen die Wettbewerbsregeln der World Barista Championship (2013) 150 bis 180 ml Gesamtvolumen an, die Milch liegt je nach Quelle zwischen 60 ml (Nespresso) und 100 ml (INEI, Lelit, De’Longhi). Wir würden mit 100 ml anfangen.

Welcher Espresso die Basis ist

Ein Rezept, das „ein Espresso“ sagt, kann zwei sehr verschiedene Mengen meinen. Das muss geklärt sein, bevor irgendeine Milchangabe Sinn ergibt.

Der einfache Espresso der klassischen Definitionen ist klein. Die historische Definition der Specialty Coffee Association of America (SCAA), heute von der SCA veröffentlicht, nennt 7 bis 9 g Kaffee, 25 bis 35 ml Getränk und eine Brühzeit von 20 bis 30 Sekunden, für den Doppelten 14 bis 18 g. Der Deutsche Kaffeeverband rechnet ebenfalls mit etwa sieben bis neun Gramm Pulver pro Tasse. In den WBC-Regeln von 2013 hat der Espresso 30 ml mit einer Toleranz von 5 ml. Das Disciplinare des Comitato Italiano Caffè (2018) für den traditionellen italienischen Espresso verlangt 7 bis 9 g Kaffee, 13 bis 26 g in der Tasse und 20 bis 27 Sekunden.

Die bekannte Faustregel mit 18 g Kaffeemehl, 36 g Espresso und 25 bis 30 Sekunden beschreibt etwas anderes. Sie ist der Durchschnitt einer Umfrage der Barista Guild of America unter 275 Baristas, veröffentlicht im 25 Magazine der SCA: 18 bis 20 g Dosis, 36,5 g Getränk, im Mittel ein Verhältnis von 1:2. 93 Prozent der Befragten nannten ihren Espresso einen Doppelten, 76 Prozent der Antworten kamen aus den USA. Sage trennt in der Anleitung der Barista Express genauso: 8 bis 11 g für eine Tasse mit etwa 30 ml, 16 bis 19 g für zwei Tassen mit etwa 60 ml.

Unsere Einschätzung: Wenn hier „ein Espresso“ steht, meinen wir den einfachen mit 25 bis 40 ml, weil die Milchrezepte der Hersteller damit rechnen. Ziehst du zu Hause standardmäßig einen Doppelten, verdoppelt sich der Kaffeeanteil jedes Rezepts weiter unten. Dosis und Ausbeute für deinen Shot rechnet der Brüh-Rechner um.

Beim Druck liegen die Quellen nah beieinander, aber nicht auf einer Zahl. Die SCAA nennt 9 bis 10 Atmosphären, die WBC-Regeln 2013 8,5 bis 9,5 bar, das Disciplinare mindestens 8 bar, Illy und Navarini (2011, Food Biophysics) 9 bar mit 2 bar Toleranz. Die 15 oder 20 bar auf Datenblättern meinen die Pumpe. Jura gibt für die E8 „statisch max. 15 bar“ an, also ohne Durchfluss, und Sage schreibt, die Barista Express extrahiere mit 9 bar, möglich dank einer 15-bar-Pumpe. Wir halten einen höheren Pumpenwert deshalb für kein Kaufargument. Laut Katalog des Pumpenherstellers CEME (Ulka) gilt der Nenndruck bei Durchfluss null und fällt, sobald Wasser fließt.

Cappuccino, Latte Macchiato und Caffè Latte

Der Cappuccino ist das einzige Getränk hier, für das wir eine Verbandsdefinition und eine Wettbewerbsregel gefunden haben. Die WBC-Regeln von 2013 verlangen ein harmonisches Gleichgewicht aus Milch und Espresso, gebaut aus einem einfachen Espresso, texturierter Milch und Schaum, zusammen 150 bis 180 ml. Das Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI), ein Verband von Röstern und Maschinenherstellern, beschreibt seinen zertifizierten Cappuccino mit 25 ml Espresso und 100 ml dampfaufgeschäumter Milch. Den Schaum will das INEI dicht, mit sehr feinen oder gar keinen sichtbaren Blasen.

Bei der Milchmenge gehen die Angaben auseinander. Nespresso beschreibt den Cappuccino als ungefähr je ein Drittel Espresso, heiße Milch und Schaum und rechnet im Rezept für Original-Kapseln mit 25 ml (Ristretto) oder 40 ml Kaffee und 60 ml teilentrahmter Milch. Lelit nimmt in der Anleitung der Victoria 100 ml Milch bei 5 °C, ein Teil Espresso und zwei gleiche Teile Milch und Schaum. De’Longhi setzt für die Dedica etwa 100 g Milch je Cappuccino an, deren Volumen beim Aufschäumen auf das Zwei- bis Dreifache steigt. Die Cappuccino-Taste der Tchibo Cafissimo Milk gibt ab Werk ca. 90 ml Milchschaum und danach ca. 40 ml Espresso aus.

Unsere Einschätzung: 60 bis 100 ml Milch decken alle diese Quellen ab. Wir würden mit etwa 100 ml anfangen, weil drei der vier Quellen dort liegen, und für kleine Tassen auf 60 ml heruntergehen.

Der Latte Macchiato dreht das Verhältnis um. Laut Nespresso entsteht er, wenn der Kaffee zur Milch kommt und nicht umgekehrt. Das Original-Rezept sieht 150 ml aufgeschäumte teilentrahmte Milch im Glas vor, darauf 40 ml Espresso. Die Rezepttabelle in der Anleitung des Aeroccino 4 kommt mit 40 ml Kaffee auf 120 ml dichten Milchschaum aus. Ein Vertuo-Rezept von Nespresso mit 50 ml Milch und 230 ml Kaffee folgt einer ganz anderen Logik. Belegt sind 120 bis 150 ml Milch auf einen Espresso. Wer ein großes Glas füllen will, darf mehr nehmen, verlässt damit aber die Herstellerrezepte.

Den Caffè Latte machen die Hersteller ohne Schaum. De’Longhi ordnet ihn in der Anleitung der Dinamica Plus ECAM370.70 der Stellung KEIN SCHAUM zu, gemeinsam mit heißer Milch. Nespresso bereitet ihn mit dem Aeroccino 4 über die Taste, die Milch nur erhitzt, und nimmt 2 x 40 ml Kaffee mit einer großzügigen Menge heißer Milch. Bei der De’Longhi Dinamica Plus 380.95 heißt die Stufe für Milchkaffee und Café au Lait ZART.

Flat White, Cortado und Espresso Macchiato

Für diese drei gibt es nach unserer Recherche weder Norm noch Verbandsdefinition, nur Herstellerrezepte und die Einstellungen von Vollautomaten.

Beim Flat White setzt Nespresso UK zwei Kapseln zu je 25 ml (Ristretto-Größe) an und gießt 60 ml erhitzte, aufgeschäumte Milch langsam dazu. Nach Nespresso stammt das Getränk aus Australien oder Neuseeland und ist etwas kleiner und kräftiger als ein Latte, einen Beleg für die Herkunft liefert der Hersteller nicht. De’Longhi ordnet den Flat White bei der ECAM370.70 der Stellung SEHR WENIG SCHAUM zu, bei der ECAM380.95 der Stufe CREMIG, beide Male weniger Schaum als beim Cappuccino.

Den Cortado brüht Nespresso mit 40 ml Kaffee, gibt 20 ml heiße Milch dazu und setzt zwei Löffel Milchschaum obenauf. Eine Definition liefert die Rezeptseite nicht. De’Longhi sortiert ihn bei der ECAM380.95 in die Stufe CREMIG, zusammen mit Latte Macchiato und Flat White.

Der Espresso Macchiato ist nach Nespresso ein Espresso, der mit wenig festem Milchschaum auf der Crema „befleckt“ ist, im englischen Original stained. Das Rezept: 40 ml Espresso, 20 ml Milch aufschäumen, einen Löffel davon auf die Crema. De’Longhi stellt ihn bei beiden Dinamica-Modellen in die Stufe mit dem meisten Schaum, wie den Cappuccino.

Unsere Einschätzung aus diesen Rezepten: Unter den größeren Milchgetränken hat der Flat White den höchsten Kaffeeanteil, 50 ml Kaffee auf 60 ml Milch bei Nespresso. Cortado und Espresso Macchiato sind kleiner und noch kaffeelastiger, beide mit 40 ml Kaffee auf 20 ml Milch.

Die Rezepte in einer Tabelle

Getränk Kaffee Milch Schaum Quelle
Cappuccino 1 einfacher Espresso, 25 bis 40 ml 60 bis 100 ml, gesamt 150 bis 180 ml viel, Stufe mit dem meisten Schaum WBC 2013, INEI, Nespresso, Lelit, De’Longhi
Latte Macchiato 40 ml, nach der Milch 120 bis 150 ml weniger als beim Cappuccino Nespresso, Aeroccino-4-Anleitung, De’Longhi
Caffè Latte 2 x 40 ml großzügig, nur erhitzt keiner Aeroccino-4-Anleitung, De’Longhi ECAM370.70
Flat White 2 Ristretti zu je 25 ml 60 ml weniger als beim Cappuccino Nespresso UK, De’Longhi
Cortado 40 ml 20 ml heiß zwei Löffel Nespresso, De’Longhi ECAM380.95
Espresso Macchiato 40 ml 20 ml zum Aufschäumen ein Löffel Nespresso, De’Longhi

Die Tabelle sammelt Herstellerrezepte und eine Wettbewerbsregel, eine Norm ist sie nicht. Nespresso steht in fast jeder Zeile, weil wir bei keinem anderen Hersteller Mengen für alle sechs Getränke gefunden haben. Ob eine Quelle die Milch vor oder nach dem Schäumen misst, sagt sie nicht immer dazu; der Aeroccino 4 gibt in seiner Tabelle Schaummengen an.

Warum der Latte Macchiato Schichten bildet

Von unten nach oben: dichte heiße Milch, Espresso, Schaum. So beschreibt Nespresso das Glas. Der Grund ist die Dichte. Schaum ist mit Luft durchsetzt und am leichtesten, deshalb fällt der Espresso durch ihn hindurch. Unter die warme Milch sinkt er aber nicht. Xue u. a. (2017, Nature Communications) beschreiben das Eingießen als Vorgang, der eine Flüssigkeit geringerer Dichte (Espresso) in eine Umgebung höherer Dichte (Milch) drückt. Der Auftrieb wirkt dagegen, die Mischung aus Espresso und Milch bleibt oben, und ohne Umrühren kann darunter reine Milch stehen.

Aus der Dichte folgt die Reihenfolge, und hier sind sich alle Quellen einig: Milch zuerst. Nespresso schreibt es im Rezept, Melitta beschreibt es für die Melitta CI Touch, Philips für die LatteGo-Maschinen. Jura geht in der Anleitung der Jura E8 (2025) weiter: Erst fließt der Milchschaum ins Glas, dann folgt eine kurze Pause, in der sich warme Milch und Schaum trennen, und erst danach läuft der Espresso.

Zum Gießtempo gibt es weniger Wissen, als viele Rezepte annehmen. Den Rat, den Espresso langsam über einen Löffelrücken laufen zu lassen, haben wir in keiner Quelle gefunden. Die einzige Studie, die wir dazu gefunden haben, untersuchte etwas Feineres als die drei Schichten. Xue u. a. beobachteten waagrechte Bänder unterschiedlicher Espressokonzentration, die sich beim Abkühlen auf Raumtemperatur (22 °C) in der Mischung bilden können und mindestens zehn Minuten, teils Stunden halten. Im Modellversuch mit gefärbtem Wasser, das per Nadel in Salzlösung gespritzt wurde, entstanden diese Bänder nur oberhalb einer kritischen Einspritzgeschwindigkeit. Langsam eingespritzt blieb die Mischung ungeschichtet. Zugleich drang der Strahl umso tiefer ein, je schneller er war, und die Mischzone wurde dicker. Für die grobe Dreiteilung im Glas folgt daraus nichts, eine Empfehlung zum Gießtempo können wir daraus nicht ableiten. Im Fotoversuch der Autoren liefen 30 ml Espresso mit 50 °C in 150 ml Milch derselben Temperatur.

Cappuccino: erst Kaffee oder erst Milch?

Hier widersprechen sich die Hersteller. Nespresso brüht erst den Kaffee und gibt den Schaum darauf, und Melitta macht es bei der CI Touch nach eigener Beschreibung (Italian Preparation Process) genauso. Lelit und De’Longhi beschreiben an ihren Siebträgern denselben Ablauf, der Schaum kommt auf den Kaffee. Die Tchibo Cafissimo Milk gibt laut Bedienkapitel ab Werk zuerst den Milchschaum und danach den Espresso aus, und auch Philips dreht es bei den LatteGo-Maschinen um. Bei Cappuccino, Flat White und Latte Macchiato läuft dort zuerst Milch und dann Kaffee, bei Caffè Latte und Café au Lait zuerst Kaffee, so steht es auch in unserem Review der Philips LatteGo 5400.

Unsere Einschätzung: Gießt du von Hand, nimm erst den Espresso. So machen es vier der sechs Quellen, und nur so kannst du den Schaum in die Crema laufen lassen. Wie man dabei Muster gießt, beschreibt der Ratgeber Latte Art lernen.

Welches Getränk ist stärker?

Koffein hängt am Kaffee, nicht an der Milch. Ein Cappuccino und ein Latte Macchiato mit demselben Espresso enthalten gleich viel Koffein, der Latte Macchiato verteilt es nur auf mehr Milch, nach Nespresso auf 150 statt 60 ml. Ein Flat White mit zwei Ristretti und ein Caffè Latte mit 2 x 40 ml enthalten zwei Portionen Kaffee.

Wie stark ein Getränk wirkt, lässt sich ohne Messung nur ableiten: Je weniger Milch auf denselben Espresso kommt, desto deutlicher bleibt der Kaffee. Wer mehr Kaffee im Glas will, braucht weniger Milch oder einen zweiten Shot, kein anderes Getränk.

Gleich ist ein Espresso allerdings nur auf dem Papier. Die EFSA (2015) setzt für einen Espresso von 60 ml näherungsweise rund 80 mg Koffein an und betont, dass Gehalt und Portionsgröße zwischen und innerhalb von Ländern schwanken. Wie weit, zeigt eine Studie von Crozier u. a. (2012, Food & Function): In 20 in Glasgow gekauften Espressi unterschied sich der Koffeingehalt um den Faktor 6, der höchste Wert lag bei 322 mg in einem einzelnen Espresso, drei weitere über 200 mg. Als Hauptgrund vermuten die Autoren die verwendete Kaffeemenge, daneben Bohnenmischung, Röstung und Mahlen. Sie halten fest, dass Cafés größere Getränke wie Latte und Cappuccino herstellen, indem sie einen einfachen oder doppelten Espresso verdünnen.

Caffè Crema ist kein Milchgetränk

Auf Getränkelisten steht Caffè Crema oft neben dem Cappuccino. Milch enthält er nicht. Es ist ein länger gebrühter Kaffee aus Siebträger, Vollautomat oder Kapselmaschine. Eine Norm oder Verbandsdefinition haben wir nicht gefunden, die Hersteller beschreiben ihn über Menge und Mahlgrad.

Die Sage Barista Touch hat Café Crema in drei Größen hinterlegt, 120, 150 und 180 ml, und verlangt dafür laut Display das Sieb für eine Tasse und eine grobe Mahleinstellung. Bei der Tchibo Esperto mini sind es ab Werk ca. 125 ml Caffè Crema und ca. 180 ml in der XL-Variante gegenüber ca. 40 ml Espresso, und Tchibo rät für Caffè Crema zu Mahlgrad 2 statt Mahlgrad 1. Auch die Cafissimo Milk brüht Caffè Crema ab Werk mit ca. 125 ml und Espresso mit ca. 40 ml, beides mit kurzem Vorbrühen.

So lesen wir die Mahlgrad-Tipps von Sage und Tchibo: Wenn ein Mehrfaches an Wasser durch das Kaffeemehl laufen soll, muss es gröber sein, sonst dauert der Bezug zu lange.

Milch: Schaum, Fett und Temperatur

Schaum entsteht, weil Milchproteine einen Film um die Luftblasen bilden. Fett hilft dabei nicht, es stört. Huppertz (2010, International Journal of Dairy Technology) und Kamath u. a. (2008, International Dairy Journal) beschreiben Fett als Faktor, der Bildung und Stabilität von Milchschaum beeinträchtigt. Illy und Navarini (2011) nennen Lipide Antischaummittel, Magermilch gebe einen leichteren, luftigeren Schaum als Vollmilch. Passend dazu empfiehlt De’Longhi in der Anleitung der Dinamica Plus für üppigeren, gleichmäßigeren Schaum ganz oder teilweise entrahmte Milch mit etwa 5 °C. Cremigkeit und Geschmack von Vollmilch sind eine andere Frage, die Schaumforschung beantwortet sie nicht.

Für die beiden Hauptgetränke sehen Hersteller verschiedene Schaumarten vor, benennen sie aber unterschiedlich. Der Nespresso Aeroccino 4 hat eine Taste für luftigen Schaum (Cappuccino) und eine für dichten (Latte Macchiato). Die De’Longhi Dinamica Plus 370.70 nimmt SEHR VIEL SCHAUM für den Cappuccino und SEHR WENIG SCHAUM für den Latte Macchiato. Belegt ist damit nur, dass beide Getränke eine eigene Einstellung bekommen. Ob der Latte-Macchiato-Schaum fester oder trockener sein soll, lässt sich daraus nicht ablesen.

Eine einheitliche Temperaturgrenze gibt es nicht. De’Longhi nennt für die Dedica 60 °C als Idealwert, Sage 60 bis 65 °C, Lelit höchstens 65 °C. Der Philips Milk Twister erhitzt laut Anleitung fest auf ca. 74 °C, für die LatteGo-Maschinen verweist Philips in einer Fußnote auf 70 bis 82 °C, und die Sage Creatista Plus lässt 56 bis 76 °C in 11 Stufen einstellen. Überhitzte Milch verliert laut Sage UK und Subminimal an Süße. Den Kochgeschmack bestimmen Temperatur und Zeit zusammen (Zhang u. a. 2025, Foods). Warum wir trotzdem bei etwa 65 °C aufhören würden, ist im Ratgeber Milch aufschäumen hergeleitet.

Zu Pflanzendrinks gibt es eine Studie von Tarasov u. a. (2025, Food Systems). Sie schäumten zehn Barista-Drinks aus Soja, Hafer, Mandel, Haselnuss, Kokos und Mischungen gegen eine Barista-Kuhmilch auf. Mit Dampf bei 65 °C waren laut den Autoren alle brauchbare Alternativen, beim mechanischen Rühren nicht. Die Produkte stammten aus russischer Herstellung. Sage UK warnt, Soja könne bei Überhitzung gerinnen. Eine Quelle, die Hafer eine besondere Hitzeempfindlichkeit zuschreibt, haben wir nicht gefunden.

Fehlerbilder und was du änderst

Der Latte Macchiato hat keine Schichten. Prüf zuerst die Reihenfolge: Kommt der Espresso zuerst ins Glas, fehlt die dichte Milch darunter. Gieß die Milch zuerst ein und gib ihr einen Moment, wie Jura es mit der Pause vor dem Espresso macht.

Der Cappuccino wirkt dünn und milchig. Auf einen einfachen Espresso von 25 ml kommt bei 100 ml Milch viermal so viel Milch wie Kaffee. Geh in Richtung 60 ml Milch oder nimm einen Doppelten.

Der Schaum fällt schnell zusammen oder wird kaum fest. Mit Vollmilch ist das nach der Schaumforschung zu erwarten, fettärmere Milch schäumt leichter. Schäumst du einen Pflanzendrink mit einem Rührgerät, liegt die Ursache nach Tarasov u. a. eher im Verfahren als im Drink, Dampf hat dort besser abgeschnitten.

Die Milch schmeckt gekocht. Dann war sie zu heiß oder zu lange warm. Hör bei 60 bis 65 °C auf, dem Bereich, den De’Longhi, Sage und Lelit angeben, und miss mit einem Thermometer im Kännchen. Am Milk Twister geht das nicht, er heizt laut Anleitung fest auf ca. 74 °C.

Der Flat White sieht aus wie ein Cappuccino. Er hat dann zu viel Schaum. An der Dinamica Plus ECAM370.70 wählst du SEHR WENIG SCHAUM statt SEHR VIEL SCHAUM, an der ECAM380.95 CREMIG statt DICHT. An der Creatista Plus stellst du die Schaumhöhe in acht Stufen zwischen 2 und 30 mm ein; welche Stufe zum Flat White gehört, sagt Sage nicht.

Der Kaffee aus der Herdkanne hat keine Crema. Das ist kein Bedienfehler. Laut unserem Review der Bialetti Moka Express arbeitet eine Herdkanne mit einem Bruchteil der rund 9 bar eines Siebträgers und baut bauartbedingt keine Cremaschicht auf. Bialetti setzt bei der Brikka dafür eine Membran ein.

Ohne Siebträger: Vollautomat, Kapsel, Aufschäumer

Ein Siebträger ist für diese Getränke bequem, aber keine Voraussetzung. Der Deutsche Kaffeeverband nennt Vollautomaten ausdrücklich als Geräte, die Cappuccino, Milchkaffee und Latte Macchiato zubereiten. Welche Getränke ein Vollautomat kennt, legt der Hersteller fest. Die Jura E8 zeigt auf dem Startbildschirm Cappuccino, Cortado, Flat White, Latte macchiato und Espresso macchiato. Für die De’Longhi Rivelia nennt die Produktseite acht heiße Milchgetränke, darunter Cortado und Flat White, und einen Extra Shot unter anderem für Cappuccino und Flat White. Die Siemens EQ6 plus führt in der Getränkeliste zusätzlich den Kleinen Braunen und Milchkaffee. Eine Mengentabelle der Milchgetränke fanden wir in keiner der gelesenen De’Longhi-Anleitungen.

Die Nespresso-Rezepte aus der Tabelle sind für Kapseln und die hauseigenen Aufschäumer geschrieben, mit Kapselmaschine und Aeroccino lassen sie sich also direkt nachbauen. Einen Überblick über Dampfdüse, Induktionskännchen und elektrische Aufschäumer gibt die Kategorie Milchaufschäumer, unsere Rangfolge steht in der Bestenliste Milchaufschäumer.

Mit einer Herdkanne bekommst du kräftigen Kaffee, aber keinen Espresso im Sinne der Definitionen oben, mehr dazu im Ratgeber Espressokocher. Für den Schaum kommt dann ein Aufschäumer dazu. Bodum verkauft dafür eigene Kannen nach dem Pumpprinzip. Beim Chambord Milchaufschäumer (0,08 l) pumpst du laut Bodum 30 bis 45 Sekunden, bis sich das Volumen verdoppelt, beim Latteo (0,25 l) 60 bis 90 Mal. Für die Kaffee-French-Press haben wir keine Herstelleranleitung zum Milchschäumen gefunden.

Was wir im Oktober 2026 korrigiert haben

Ältere Fassungen dieses Ratgebers nannten Zahlen und Erklärungen, für die wir bei der Neurecherche keine Quelle gefunden haben. Einige davon werden auf anderen Seiten noch zitiert, deshalb stehen sie hier gesammelt:

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026· Redaktion TopKaffeeReviews · Wie wir arbeiten

KI-HinweisDieser Text entstand mit KI-Unterstützung und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die Bilder auf dieser Seite sind nicht KI-generiert.Wie wir KI einsetzen

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Woher hat der Cappuccino seinen Namen?

Laut Deutschem Kaffeeverband von der Kapuze der Kapuzinermönche, auf Italienisch cappuccio. Gemeint ist die weiße, üppige Haube aus aufgeschlagener Milch, die an die Kapuze erinnert. In Italien ist der Cappuccino nach Darstellung des Verbands ein Espresso mit Milchschaum, den man vor allem vormittags trinkt. Mengen nennt der Verband auf seiner Seite zur Kaffeezubereitung für den Cappuccino keine.

Was ist ein Café au lait, was eine Wiener Melange?

Beide bestehen laut Deutschem Kaffeeverband zu gleichen Teilen aus Kaffee und heißer Milch. Beim französischen Café au lait gießt man nach dieser Beschreibung beides gleichzeitig in die Tasse. Für die österreichische Melange nennt der Verband dasselbe Verhältnis, ohne eine Gießtechnik anzugeben. Im Unterschied zum Cappuccino ist bei beiden also keine Schaumhaube vorgesehen, und als Kaffee ist nicht zwingend ein Espresso gemeint.

Wie viel Koffein am Tag gilt als unbedenklich?

Für gesunde Erwachsene nennt die EFSA (2015) bis 400 mg über den Tag verteilt und Einzeldosen bis 200 mg, das entspricht etwa 3 mg je Kilogramm Körpergewicht. Für Schwangere und Stillende gilt eine Grenze von 200 mg am Tag. Schon 100 mg kurz vor dem Schlafengehen können laut EFSA bei manchen Erwachsenen den Schlaf beeinflussen. Zum Vergleich setzt die Behörde für eine Tasse Filterkaffee mit 200 ml rund 90 mg an, für 220 ml Schwarztee rund 50 mg.

Wie viel Schaum gehört auf einen Cappuccino?

Eine allgemeine Vorschrift gibt es nicht, nur Wettbewerbsregeln. Die World Barista Championship verlangte 2013 mindestens 1 cm Schaumtiefe, senkrecht gemessen, damit ein Cappuccino in der Kategorie Konsistenz und Haltbarkeit des Schaums vier oder mehr Punkte bekam. Die Tasse musste so voll sein, wie es ohne Überlaufen geht. Latte Art oder traditioneller Stil waren erlaubt, Zucker, Gewürze und Pulver obenauf nicht.

Warum hat Kaffee aus der Herdkanne keine Crema?

Weil der Druck fehlt, der Kohlendioxid im Wasser löst. Illy und Navarini (2011, Food Biophysics) erklären die Crema mit der Hypothese, dass CO2 aus dem Kaffeebett unter hohem Druck und hoher Temperatur gelöst wird und danach als Bläschen ausperlt. Navarini u. a. (2009, Applied Thermal Engineering) maßen im Kessel einer Herdkanne Höchstwerte von rund 2,05 bis 2,5 bar absolut, also rund 1 bis 1,5 bar über dem Umgebungsdruck. Groenenberg nennt für Espressokocher 1,5 bar.

Woran misst das italienische Regelwerk einen guten Espresso?

Neben Dosis, Menge und Zeit nennt das Disciplinare des Comitato Italiano Caffè (2018) weitere Grenzwerte. Die Crema muss die Oberfläche vollständig bedecken und mindestens 120 Sekunden halten. Der Trockenmassegehalt soll mindestens 5 Prozent betragen, der mittlere Durchfluss zwischen 0,48 und 1,3 g pro Sekunde liegen und die Extraktionstemperatur zwischen 90 und 96 °C. Das Regelwerk gilt für Profi-Barmaschinen, nicht für Geräte im Haushalt.

Für wie viele Getränke reicht eine Füllung im Milchaufschäumer?

Das hängt am Gerät und am Rezept. Die Bildanleitung des Nespresso Aeroccino 3 zeigt für eine Füllung bis MAX mit Feder zwei Cappuccino-Tassen oder ein Latte-Macchiato-Glas. Philips legt den Milk Twister auf 120 ml Milch für zwei Cappuccinos aus, rechnerisch 60 ml pro Tasse. Beim Aeroccino 4 liegt die Höchstmenge zum Schäumen bei 120 ml, zum reinen Erhitzen bei 240 ml. Wer Cappuccino mit 100 ml Milch macht, bekommt aus 120 ml nur eine Tasse.

Kann ich Cappuccino und Latte Macchiato kalt zubereiten?

Ja, einige Aufschäumer haben dafür eine eigene Funktion für kalten Schaum. Die Anleitung des Nespresso Aeroccino 4 nennt einen Iced Cappuccino mit 40 ml Kaffee und 60 ml kaltem Milchschaum sowie einen Iced Latte Macchiato mit 40 ml Kaffee und 120 ml kaltem Schaum und drei großen Eiswürfeln. Mehr als diese zwei kalten Rezepte führt die Tabelle nicht auf.

Bringt mehr Brühdruck einen besseren Espresso?

Nach der einzigen uns bekannten Studie dazu nicht automatisch. Andueza u. a. (2002, Journal of Agricultural and Food Chemistry) bereiteten Arabica-Espresso bei 7, 9 und 11 Atmosphären zu. Bei 9 atm fanden sie einen konsistenten Schaum und einen hohen Anteil an Schlüsselaromen, die sie als frisch, fruchtig, malzig und buttrig beschreiben. 7 und 9 atm unterschieden sich statistisch von 11 atm. Dass 11 atm schlechter abschnitten, steht im Abstract nicht ausdrücklich.