Edelstahl bei einer Mokkakanne gilt als Freibrief für das Induktionsfeld. Beim Milu Espressokocher in der 2-Tassen-Variante stimmt genau das nicht, und dieser Punkt gehört ganz nach vorn: Der Hersteller führt diese Größe ausdrücklich mit dem Zusatz, dass sie nicht für Induktion geeignet ist. Wer das übersieht, stellt eine 25-Euro-Kanne auf ein Feld, das sie niemals erwärmen wird.
Ein Edelstahl-Set, das nicht auf Induktion läuft
Was du hier bekommst, ist eine kleine Herdkanne aus Edelstahl in Schwarz, ausgelegt auf 2 Espresso-Tassen und laut Hersteller 100 Milliliter. Dazu legt Milu einen Untersetzer, einen Löffel und eine Reinigungsbürste ins Paket. Das ist mehr, als die meisten Einsteigerkannen mitbringen, und erklärt einen Teil des Preises von rund 25 Euro.
Der Haken steht im Produktnamen selbst: Diese Variante ist nicht induktionstauglich. Auf Gas, Elektro und Ceran funktioniert sie wie jede andere Herdkanne, denn dort wird die Hitze schlicht von unten übertragen. Das Induktionsfeld arbeitet anders und bleibt ihr verschlossen. Milu bietet dieselbe Kanne auch mit 4, 6 und 9 Tassen an. Ob diese Größen die Induktionseignung mitbringen, geht aus den Angaben zur 2-Tassen-Version nicht hervor, und wir raten hier bewusst nichts. Prüfe es vor dem Kauf in der konkreten Variante.
Warum ist Edelstahl nicht automatisch induktionsgeeignet?
Ein Induktionsherd erzeugt keine Hitze, die er an den Topf weitergibt. Er erzeugt ein Magnetfeld, und dieses Feld muss im Kannenboden selbst Wirbelströme auslösen, die das Material aufheizen. Das gelingt nur bei ferromagnetischen Werkstoffen. Aluminium fällt komplett aus, aber eben auch etliche Edelstahlsorten, die nicht magnetisch sind. Der Begriff Edelstahl allein sagt über die Induktionstauglichkeit also nichts aus, entscheidend ist der Boden.
Für den Alltag gibt es einen simplen Test, der jede Marketingangabe schlägt: Halte einen Kühlschrankmagneten an den Kannenboden. Bleibt er haften, funktioniert die Kanne auf Induktion. Fällt er ab, funktioniert sie nicht, egal was auf der Verpackung steht.
Im Detail: 100 Milliliter, Untersetzer, Löffel und Bürste
100 Milliliter auf 2 Tassen entsprechen dem üblichen Mokka-Maß von rund 50 Millilitern pro Espresso-Tasse. Das ist die richtige Größe für einen Haushalt, in dem morgens ein oder zwei Espressi getrunken werden, und der klar bessere Weg, als eine große Kanne halbleer zu betreiben. Denn wie jede Mokkakanne arbeitet auch diese nur bei voller Füllung sauber. Die passende Mehlmenge für 100 Milliliter rechnet dir unser Brüh-Rechner aus.
Beim Brühen selbst ändert Edelstahl an den Handgriffen nichts: heißes Wasser bis knapp unter das Ventil, das Kaffeemehl locker und ungetampt in den Trichter, mittlere Hitze, und runter vom Herd, sobald es gurgelt. Die beiliegende Bürste ist dabei kein Gimmick, sie kommt an den Trichterfilter besser heran als jeder Schwamm.
Pflege und Handhabung
Zur Spülmaschineneignung macht Milu keine Angabe, deshalb behaupten wir sie auch nicht. Unsere Empfehlung bleibt die Handwäsche. Was Edelstahl gegenüber dem Aluminium der Bialetti Moka Express grundsätzlich voraushat: Er ist geschmacksneutral, setzt keine Patina an und nimmt gründliches Auswaschen nicht übel. Aluminium reagiert dagegen empfindlich auf aggressive Reiniger und gehört ausschließlich in die Handwäsche. Das Verschleißteil bleibt in beiden Fällen die Gummidichtung, sie härtet mit den Jahren aus und will dann ersetzt werden.
Für wen geeignet?
Der Milu Espressokocher mit 2 Tassen passt zu Singles und Paaren mit Gas-, Elektro- oder Ceranherd, die eine kleine, geschmacksneutrale Edelstahlkanne samt Zubehör in einem Rutsch kaufen wollen. In unserem Vergleich der Espressokocher ist er das Set-Angebot für den kleinen Bedarf. Wer ein Induktionsfeld besitzt, muss diese Variante dagegen zwingend ausschließen, daran ändert der Edelstahl nichts. Und wer regelmäßig für mehrere Personen brüht, greift besser gleich zu einer 6-Tassen-Kanne.



