Espressokocher sind traditionell eine Aluminiumangelegenheit, und Aluminium ist nicht magnetisch. Wer auf einem Induktionsfeld kocht, hat damit ein Materialproblem: Die klassische Kanne bleibt kalt, egal wie weit du aufdrehst. Der Easyworkz Diego umgeht das auf dem direktesten Weg und ersetzt das Aluminium durch Edelstahl. Er kostet ca. 44,99 Euro (Stand September 2026), abgerufen hat unser Katalog diesen Wert am 7. September 2026.
Die Zuordnung zur Herstellerseite ist bei diesem Modell eindeutig: Die Amazon-Modellnummer EZ-CP100 steht im Datensatz des Herstellershops für die Variante Chrome / 10 fl oz, also für genau diese Kanne in Silber.
Edelstahl 18/8, magnetischer Boden, italienisches Ventil
Für den Korpus gibt Easyworkz 18/8 Edelstahl an, hochglanzpoliert. Die beiden Zahlen stehen für den Anteil von Chrom und Nickel in Prozent, es ist die Legierung, die im Haushalt als rostfreier Stahl über den Ladentisch geht. Für den Boden nennt der Hersteller ausdrücklich ein anderes Material, robusten magnetischen Edelstahl, in der englischen Fassung heavy gauge Magnetic stainless steel. Dieser eine Satz trägt den gesamten Kaufgrund.
Deckel und Griff beschreibt Easyworkz als hitzebeständig und hohl isoliert. Das Produktfoto zeigt dazu einen Rohrgriff und einen Hohlknauf auf dem Klappdeckel, beides in Metalloptik. Vorn am Kessel sitzt das Sicherheitsventil, das der Hersteller in seinen Key Features als italienisches Sicherheitsventil führt.
Maßangaben macht Easyworkz keine. Was es gibt, steht im Amazon-Katalog und ist aus Zoll umgerechnet: rund 21,5 Zentimeter hoch, 15,0 breit, 10,5 tief, dazu rund 907 Gramm. Das Produktfoto ordnet diese Zahlen ein. Der Korpus ist rund, oben ein glatter Zylinder, unten ein Kessel, der sich nach unten verbreitert. Die 15,0 Zentimeter sind deshalb kein Durchmesser, sondern das Hüllmaß über Ausguss und Griff hinweg, während der Wert von 10,5 Zentimetern quer dazu liegt und dem Korpus näher kommt. Wer Platz unter einem Hängeschrank sucht, rechnet mit den 21,5 Zentimetern und dazu mit dem Deckel, der nach oben klappt. Befüllt wird die Kanne ohnehin über das abgeschraubte Oberteil, wie bei jeder Mokkakanne.
Im Detail: warum ein Induktionsfeld Eisen braucht
Ein Induktionskochfeld heizt nicht die Platte, sondern den Topf. Unter der Glaskeramik liegt eine Spule, durch die Wechselstrom fließt. Ihr Magnetfeld wechselt die Richtung mehrere zehntausend Mal pro Sekunde und erzeugt im Boden des Kochgeschirrs Wirbelströme, und wo dieser Strom auf elektrischen Widerstand trifft, entsteht Wärme. Dafür muss der Boden ferromagnetisch sein.
Aluminium ist es nicht, deshalb bleibt jede reine Alukanne auf Induktion kalt. Der zweite Teil der Erklärung ist weniger bekannt: 18/8 ist eine austenitische Legierung und von Haus aus ebenfalls nicht ferromagnetisch. Ein Kessel, der nur aus dem Korpusmaterial bestünde, würde auf dem Feld genauso wenig anspringen. Genau darum führt Easyworkz für den Boden ein eigenes, magnetisches Edelstahlmaterial auf. Erkannt wird vom Kochfeld also der Boden, und von dort wandert die Wärme nach oben in den Kessel.
Bei den Herdarten ist der Hersteller eindeutig. Der deutsche Katalogtext sagt, die Kanne sei für alle Herdarten geeignet, und zählt Gasherd, Induktionskochfeld und Elektroherd auf; die Key Features auf der Produktseite ergänzen Ceran. Was fehlt, ist der Bodendurchmesser. Viele Induktionsfelder erkennen Kochgeschirr erst ab einem Mindestdurchmesser, und ohne diese Zahl lässt sich vor dem Kauf schlecht abschätzen, ob deine große Zone eine so schmale Kanne überhaupt anspringt. Auf einer kleinen Zone stellt sich die Frage nicht.
300 Milliliter, 25 Gramm und die volle Kanne
Sechs volle Espressotassen, 300 Milliliter: Diese Angabe steht wortgleich im deutschen Katalogtext und auf der Herstellerseite, dort zusätzlich als 10 fl.oz. Das sind rund 50 Milliliter je Tasse, und es reicht für zwei bis drei Personen am Frühstückstisch.
Dazu empfiehlt Easyworkz 25 Gramm fein gemahlenen Kaffee. Auf 300 Milliliter fertiges Getränk ist das ein Verhältnis von rund 1 zu 12, deutlich dichter dosiert als Filterkaffee. Welche Wassermenge zu welcher Kannengröße gehört, steht in unserer Espressokocher-Anleitung. Die Brühzeit gibt der Hersteller mit weniger als fünf Minuten auf der Hitze an.
Ein Reduzierstück liegt bei. Easyworkz führt es zusammen mit dem Sicherheitsventil im Lieferumfang, im deutschen Text als Reduzierstück und Sicherheitsventil inklusive. Damit fällt der übliche Einwand gegen die große Kanne weg, dass eine Mokkakanne halb befüllt nicht sauber arbeitet. Den ganzen Ablauf haben wir in der Espressokocher-Anleitung aufgeschrieben; ohne Reduzierstück gilt dort die alte Regel: Wasser bis unter das Ventil, Trichter randvoll, nichts dazwischen und nichts gepresst.
Die Baureihe: 200, 300 und 520 Milliliter
Den Diego baut Easyworkz in drei Größen, und die Dosierempfehlung wächst mit: 4 Tassen auf 6,8 fl.oz beziehungsweise 200 Milliliter mit 16 Gramm Kaffee, die hier besprochenen 6 Tassen auf 10 fl.oz und 300 Milliliter mit 25 Gramm, dazu 12 Tassen auf 17,5 fl.oz beziehungsweise 520 Milliliter mit 40 Gramm. Rechne die drei Paare nach, und du landest jedes Mal zwischen 1 zu 12 und 1 zu 13. Der Hersteller skaliert also schlicht mit, und wer später eine zweite Größe kauft, kann seine gewohnte Dosis übernehmen. Nach Tassen ist die große Kanne genau doppelt so groß wie die hier besprochene, nach Millilitern nicht: Bei 4 und 6 Tassen ergeben die Herstellerangaben 50 Milliliter je Tasse, bei 12 Tassen rund 43.
Dazu kommen drei Farben, Chrome, Black und Matte Black. Der Herstellershop verlangt für die schwarzen Ausführungen je nach Größe 5 bis 10 US-Dollar Aufpreis gegenüber Chrome, und die Spanne über alle neun Varianten reicht dort von 39,99 bis 74,99 US-Dollar. Ein Euro-Preis des Herstellers existiert nicht, die Seite rechnet in Dollar, und deshalb stellen wir diese Zahlen bewusst neben unseren Katalogpreis und nicht dagegen. Über Amazon gelistet ist bei uns die silberne 300-Milliliter-Kanne.
Was Easyworkz auf der eigenen Produktseite darüber hinaus verspricht, lassen wir als Herstellerwerbung stehen und übernehmen es nicht in unsere Stimme: extra stark, vollmundig und aromatisch soll der Kaffee werden, der Diego selbst die Mokkakanne fürs Leben. Dazu ein elegantes, zeitloses Edelstahldesign und die Zusage, nach den höchsten Standards der Branche gefertigt zu sein. Das sind Aussagen des Herstellers über sein eigenes Produkt, und nachrechnen lässt sich keine davon.
Darf der Diego in die Spülmaschine, und was verlangt die Pflege sonst?
Ja, Easyworkz gibt die Kanne für die Maschine frei und rät im selben Text trotzdem zur Handwäsche. Beide Sätze stehen schriftlich da, und wer nur einen von beiden kennt, wundert sich hinterher über den anderen.
Auf der Produktseite steht: Easy to clean and disassemble. Dishwasher safe. Der deutsche Katalogtext endet mit dem Satz: Leicht zu reinigen und zu zerlegen. Spülmaschinenfest. Ein paar Zeilen tiefer, in den Anwendungshinweisen, steht dann aber: For the best results, always wash your espresso maker by hand. Unsere Einschätzung dazu: Wir würden von Hand spülen und die Freigabe als Beruhigung für den Tag verstehen, an dem doch einmal alles in der Maschine landet.
Für die Rostfreiheit stellt Easyworkz drei Bedingungen auf, und er führt sie ausdrücklich als Auflage. Erstens mittlere Hitze beim Brühen, ausdrücklich ohne Überhitzen. Zweitens den Kessel nach jedem Gebrauch reinigen. Drittens ihn vollständig trocknen, mit einem weichen Tuch oder an der Luft. Der Kessel sei grundsätzlich rostfrei, schreibt der Hersteller dazu, und diese drei Punkte seien die Voraussetzung.
Die erste Bedingung hat eine Folge, die im Alltag zählt. Edelstahl leitet Wärme schlechter als Aluminium, das ist Werkstoffkunde und gilt für jede Kanne dieser Bauart. Der naheliegende Ausgleich wäre eine höhere Herdstufe, und genau den schließt Easyworkz aus. Wer es morgens eilig hat, bekommt mit einer Alukanne den schnelleren Herd, nicht den besseren Kocher.
Vor dem Öffnen zum Spülen soll die Kanne abkühlen, auch das steht in den Hinweisen. Zerlegen und wieder zusammensetzen lässt sie sich laut Hersteller leicht. Wie du Kalk aus einer Herdkanne bekommst, steht in unserem Ratgeber zum Entkalken und Reinigen, denn die Wasserhärte an deinem Wohnort entscheidet, wie oft das nötig wird.
Ersatzteile, Verschleiß und die Frage nach dem Versand
Die Dichtung ist bei jeder Mokkakanne das Teil, das zuerst hart wird und irgendwann an der Naht spuckt. Easyworkz hält dafür eine eigene Ersatzteilsammlung bereit, gestaffelt von 4 bis 12 Tassen. In der 6-Tassen-Größe listet der Herstellershop ein Set aus Silikondichtungen und Filtersieb für 8,99 US-Dollar, einen Trichterfilter für 11,99, ein Reduzierstück für 11,99 und beides zusammen für 15,99. Das Druckventil steht daneben und ist als einziges Teil nach Gewindemaß sortiert statt nach Tassenzahl: 8 mm beziehungsweise M8 für 13,99 US-Dollar, laut Artikeltitel in Italien gefertigt.
Der Haken hängt an derselben Seite: Der Shop rechnet in US-Dollar, und ob Easyworkz nach Deutschland versendet, ist dort nirgends ausgewiesen. Wer Verschleißteile aus Deutschland heraus sicher nachbestellen will, klärt das besser vor dem Kauf. Zum Vergleich aus unserem eigenen Katalog: Für den Barista Royal Espressokocher führt der Herstellershop laut unserem Review über den beiliegenden Ersatzring hinaus gar keine Verschleißteile.
Was Easyworkz nicht angibt
Bei einer Herdkanne ist die Liste der offenen Punkte kürzer als bei einem Vollautomaten, aber ein Teil davon berührt die Kaufentscheidung. Zur Brühtemperatur und zur Aufheizzeit bis zum ersten Aufsteigen steht auf der Produktseite nichts, belegt ist allein die Gesamtdauer von unter fünf Minuten. Die Wandstärke des Kessels bleibt offen, ebenso die Frage, ob der Boden mehrlagig aufgebaut ist. Eine Entkalkungsanleitung und ein Hinweis zur Wasserhärte fehlen. Materialzertifikate für die Kanne, etwa LFGB oder FDA, und eine Aussage zur Nickelfreiheit sind auf der Produktseite nicht zu finden. Wie viele Dichtungen ab Werk verbaut sind und ob eine Ersatzdichtung im Karton liegt, sagt der Hersteller ebenfalls nirgends. Und eine Freigabe für Campingkocher oder für Adapterplatten auf dem Ceranfeld hat Easyworkz nicht ausgesprochen, was nicht heißt, dass es nicht ginge, sondern nur, dass niemand dafür geradesteht.
Was kommt sonst infrage?
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm dieses, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Easyworkz Diego (dieses) | Edelstahl mit eigenem magnetischen Boden, Reduzierstück im Lieferumfang | ca. 44,99 € | 8,3 | du auf Induktion kochst und auch mal weniger als sechs Tassen brühen willst |
| Bialetti Moka Express | Aluminium, auf Induktion nur mit der Stahlplatte des Herstellers | ca. 28,87 € | 9,4 | dein Herd mit Gas oder Strom arbeitet |
| Groenenberg Espressokocher | Edelstahl, Reduziersieb und Ersatzdichtung liegen im Karton | ca. 32,99 € | 8,5 | du das erste Verschleißteil gleich mitgeliefert haben willst |
| Barista Royal Espressokocher | Gleicher Preis, gleiche Größe, ohne Reduzierstück | ca. 44,99 € | 8,5 | du ohnehin immer die volle Kanne aufsetzt |
Die Tabelle vergleicht Preise zum Stand September 2026, und die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung aus dem Vergleich, kein Messergebnis. Wofür sie nicht taugt: Sie sagt nichts darüber, wie der Kaffee aus diesen vier Kannen schmeckt, denn getrunken haben wir aus keiner.
Wann der Diego passt und wann eine der Alternativen
Zuerst die Herdart, denn sie entscheidet, ob der Aufpreis überhaupt etwas kauft. Kochst du auf Gas oder Elektro, bringt dir der magnetische Boden nichts, und dann ist die Bialetti Moka Express für ca. 28,87 Euro die naheliegendere Kanne.
Auf Induktion dreht sich die Rechnung um. Die Moka Express läuft dort laut unserem Review nur mit der Stahlplatte des Herstellers, und die kostet dort 19,90 Euro. 28,87 Euro plus 19,90 Euro ergeben 48,77 Euro. Der Umweg über die Platte ist damit teurer als der Diego, und du hast zwei Teile auf dem Feld statt einem.
Die zweite Frage ist die Portionsgröße. 300 Milliliter sind sechs Tassen, und eine Herdkanne arbeitet nur bei richtiger Füllhöhe sauber. Wer täglich eine einzelne Tasse trinkt, ist mit dieser Größe falsch bedient und findet im Espressokocher-Vergleich kleinere Kannen. Wer nicht immer die volle Kanne braucht, greift zum beiliegenden Reduzierstück. Die Füllhöhe dafür nennt Easyworkz: Wasser nur halb bis zum Sicherheitsventil. Auf wie viele Tassen die Menge dabei sinkt, sagt der Hersteller nicht. Das zeigt dir der erste Durchgang, danach ist es ein Handgriff wie jeder andere.
Beim Budget wird es eng für den Diego. Der Groenenberg Espressokocher kostet ca. 32,99 Euro, also 12 Euro weniger, allerdings in der 4-Tassen-Größe mit 200 Millilitern. Er ist ebenfalls aus Edelstahl und ebenfalls induktionsgeeignet, und er legt neben dem Reduziersieb eine Ersatzdichtung in den Karton. Der Nachkauf führt beim Diego in einen Shop, der in Dollar abrechnet, beim Groenenberg in einen Ersatzteilshop in Euro. Wer mit vier Tassen auskommt, bekommt mit dem Groenenberg also beides, das erste Verschleißteil im Karton und Nachschub in Euro.
Bleibt die Frage, ob du dich an die Auflage des Herstellers hältst. Mittlere Hitze und kein Überhitzen sind hier keine Empfehlung, sondern die Bedingung, unter der Easyworkz die Rostfreiheit zusagt. Wer den Kocher gern auf voller Flamme stehen lässt, weil er das von der Alukanne so kennt, arbeitet gegen diese Auflage. Für den ist der Diego die falsche Anschaffung, auch mit Induktionsherd.



