Die Espressokocher-Kategorie ist traditionell fest in italienischer Hand, und das heißt fast immer: Aluminium. Wer ein Induktionsfeld in der Küche stehen hat, merkt schnell, dass ihn dieser Klassiker im Stich lässt. Genau in diese Lücke stößt der Easyworkz Diego, eine Mokkakanne aus Edelstahl für 6 Tassen, die der Hersteller ausdrücklich für Induktion ausweist. Rund 45 Euro sind dafür ein selbstbewusster Preis.
Edelstahl statt Aluminium: der eigentliche Kaufgrund
Der Diego funktioniert exakt nach dem Prinzip, das seit Jahrzehnten jede Mokkakanne antreibt: unten der Wasserkessel, in der Mitte der Trichterfilter mit dem Kaffeemehl, oben die Auffangkanne. Der Unterschied steckt nicht in der Technik, sondern im Material. Statt des üblichen Leichtmetalls setzt Easyworkz auf Edelstahl, und das hat zwei Konsequenzen, die im Alltag mehr zählen als jede Designfrage.
Erstens funktioniert die Kanne auf dem Induktionsfeld. Ein Induktionsherd erzeugt seine Hitze über ein Magnetfeld, das nur in ferromagnetischem Material greift. Aluminium ist nicht magnetisch, eine reine Alukanne bleibt dort schlicht kalt, egal wie hoch du drehst. Zweitens ist Edelstahl geschmacksneutral und deutlich robuster in der Reinigung. Die typische Patina, die Alu-Kannen mit den Jahren ansetzen und die Puristen als Teil des Aromas verteidigen, entsteht hier gar nicht erst.
Im Detail: 6 Tassen, 300 Milliliter
Der Hersteller gibt 6 Espresso-Tassen und 300 Milliliter an, das ist die verbreitetste Größe im Mokka-Segment und entspricht der Größenordnung, die auch die Bialetti Moka Express in ihrer Standardausführung abdeckt. Für zwei bis drei Personen am Frühstückstisch passt das genau. Beachte dabei die Grundregel jeder Herdkanne: Sie arbeitet nur bei voller Füllung richtig. Wer regelmäßig nur eine einzelne Tasse braucht, greift besser zu einer kleineren Kanne, statt die 6-Tassen-Version halbleer zu betreiben.
Beim Brühen gelten die bekannten Handgriffe: heißes statt kaltes Wasser bis knapp unter das Sicherheitsventil einfüllen, das Kaffeemehl locker und ungetampt in den Trichter geben, und die Kanne vom Herd nehmen, sobald es im Deckel zu gurgeln anfängt. Wie viel Mehl du für 300 Milliliter ansetzen solltest, rechnet dir unser Brüh-Rechner aus.
Warum brüht eine Edelstahlkanne langsamer als eine aus Aluminium?
Das ist kein Mangel, sondern Physik. Aluminium ist der bessere Wärmeleiter, die Hitze der Herdplatte kommt schneller und gleichmäßiger im Wasser an. Edelstahl arbeitet träger, entsprechend dauert es auf derselben Herdstufe länger, bis sich genug Druck für den Aufstieg aufgebaut hat. Im Alltag reden wir von einer knappen Minute Unterschied, geschmacklich passiert dabei nichts. Wer das kompensieren will, dreht einfach eine Stufe höher und behält den Kocher im Blick, sobald das erste Zischen einsetzt.
Pflege: was Edelstahl leichter macht
Zur Spülmaschineneignung macht Easyworkz keine Angabe, und wir behaupten deshalb auch nichts. Unsere Empfehlung lautet Handwäsche, damit bist du bei jeder Mokkakanne auf der sicheren Seite. Was Edelstahl aber grundsätzlich einfacher macht: Er reagiert nicht empfindlich auf gründliches Auswaschen, während Aluminium aggressive Reiniger übel nimmt. Das Verschleißteil bleibt auch hier die Gummidichtung. Sie härtet mit den Jahren aus und sollte ausgetauscht werden, sobald sie Risse zeigt oder der Kocher anfängt, an der Naht zu spucken.
Für wen geeignet?
Der Easyworkz Diego lohnt sich für alle, die auf einem Induktionsfeld kochen und trotzdem klassischen Mokka wollen, ohne dabei zwingend zu einer italienischen Traditionsmarke zu greifen. In unserem Vergleich der Espressokocher gehört er preislich zum oberen Ende des Edelstahl-Feldes, ohne dafür Zubehör wie ein Reduziersieb mitzubringen. Wer einen Gas-, Elektro- oder Ceranherd hat, braucht die Induktionseignung nicht und fährt mit dem deutlich günstigeren Aluminium-Klassiker besser. Und wer Induktion braucht, aber sparen will, findet in unserem Vergleich Edelstahlkocher, die dasselbe für rund die Hälfte leisten.



